Towerborne: Couch-Koop mit Live-Service-Modell
Special
Towerborne in der Gamescom-Vorschau: Couch-Koop wie in den guten alten Zeiten, plus Live-Service-Modell und ausgefeilte Story - eine tolle Idee oder bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt?
Endlich wieder ein Koop-Abenteuer, in dem sich einfache Action mit mittelschweren Bossgegnern abwechselt und das sich mit bis zu drei Freunden lässig auf dem Sofa spielen lässt? So wünschen wir uns das von Towerborne, denn der sympathische Comiclook und das Spielgefühl erinnern an die guten alten Zeiten aus Kindertagen, wo wir nicht von Mikrotransaktionen überfordert einfach mit unseren Freunden Monster erlegt haben. Ganz ohne uns über das Für und Wider der moralischen Implikationen zu wundern. Einen Couch-Koop-Modus bietet die PC-Version des 2D-Monsterkloppers zwar nicht, dafür aber die Konsolenversion auf der Xbox Series S/X. Zwar lässt sich Towerborne auch ganz alleine spielen, doch wirklich Spaß macht die Monster-Klopperei erst zusammen mit Freunden. Und dafür haben die Macher hinter Towerborne den Prügler auch entwickelt. Mit ihrem storylastigen Werk Banner Saga haben sie zwar einige treue Fans gefunden, ihre eigenen Kinder konnten sie damit aber gar nicht begeistern.
Das aus dieser Not heraus entstandene Hack'n'Slay ist dementsprechend derart simpel gehalten und absolut einsteigerfreundlich. Hat man die Steuerung erst richtig drauf, hat man zwar die Möglichkeit, entsprechend geile Kombos rauszuhauen, auf den einfachen Schwierigkeitsstufen reicht es aber, wahllos auf die Knöpfe zu hämmern und "einfach Spaß zu haben", wie uns die Entwickler versicherten.
Quelle: Xbox Game Studios
Um in die höheren Schwierigkeitsstufen vorzudringen, müssen wir zunächst Solo-Prüfungen überstehen und können dann die entsprechenden Gebiete auf der Karte aufdecken, um neue Biome zu erkunden und bessere Beute einzusacken. Die Karte breitet sich kreisförmig um den Belfried herum aus, dem Spielerhub, wo wir uns nach getaner Arbeit stets wieder einfinden, um neue Missionen anzunehmen, mit NPCs zu reden etc.
Was Towerborne besonders macht? Laut Entwickler sind es die Anpassungsmöglichkeiten und dass wir das Spiel in jeder Hinsicht an unsere Anforderungen anpassen können. Der spielbare Held, sein Aussehen, die Fähigkeiten, die Ausrüstung, der genannte Schwierigkeitsgrad, wohin wir als nächstes aufbrechen ... all das lässt sich personalisieren bzw. relativ frei entscheiden.
Quelle: Xbox Game Studios
Ebenfalls ganz toll soll die Handlung sein, die aus der Feder des Autors von Banner Saga stammt, das ja vor allem mit seiner wunderbaren Story aufgewartet hat. Gesehen haben wir auf unserem Anspieltermin allerdings noch nichts diesbezüglich und auch den Hub konnten wir nur an einem zweiten Bildschirm betrachten - schließlich befindet sich das Spiel noch in einer Pre-Alpha-Phase. Trotzdem konnte man uns schon einen genauen Releasetermin nennen: 2024 auf den Tag genau ... soviel zum Entwicklerhumor ...
Zweifelhaft ist aktuell vor allem das Spielsystem. Statt einer abgeschlossenen, linearen Kampagne erwartet uns hier ein Servicegame, das in Seasons veröffentlicht wird. Wie genau das Monetarisierungsmodell dahinter aussehen wird, konnte man uns allerdings nicht sagen. Wie sich das wiederum innerhalb des Xbox Game Pass präsentiert, ist ebenfalls eine interessante Fragestellung. Dass Games as a Service nicht jedermanns Geschmack sind, ist natürlich kein Geheimnis. Einen Couch-Koop mit Live-Service-Elementen zu verbinden und mit Seasons zu arbeiten, kann aber sehr gut funktionieren, wie wir zum Beispiel an Rocket League sehen.
Doch gerade im Hinblick auf die besondere Zielgruppe - Eltern mit Kindern - sollte sich Entwickler Stoic sehr genau überlegen, wie sie Geld mit ihrem Spiel verdienen wollen, ohne einen gewaltigen Shitstorm heraufzubeschwören. Das Action-Adventure der Banner-Saga-Macher Stoic soll 2024 erscheinen und startet direkt zum Release in den Game Pass für Xbox Series und PC, auf Steam wird das Spiel ebenfalls erhältlich sein.
