Splinter Cell: Double Agent

Test Manfred Patrick Reichl

Ehre, wem Ehre gebührt: Sam Fisher ist der Held des vermutlich letzten Xbox-Mega-Hits.

Auf das altbewährte Gameplay müssen Sie auch im vierten Teil nicht verzichten. Schleichen Sie sich unbemerkt von hinten an Feinde heran. Auf das altbewährte Gameplay müssen Sie auch im vierten Teil nicht verzichten. Schleichen Sie sich unbemerkt von hinten an Feinde heran. Wenn es neben den beiden Halo-Teilen eine Spieleserie gibt, die seit jeher als Sinnbild für die Erfolgsgeschichte von Microsofts erster Xbox-Generation steht, dann sicherlich Ubisofts Splinter Cell-Reihe. Schon der erste Teil verzückte Ende 2002 mit seiner Grafikpracht und dem innovativen Schleich-Gameplay Berichterstatter und Zocker gleichermaßen. Die beiden Nachfolger Pandora Tomorrow und Chaos Theory wussten mit neuen und weiterentwickelten Spielelementen noch mehr zu begeistern.

Und auch für den vierten Teil haben sich die Entwickler jede Menge Neues einfallen lassen. Den wichtigsten Unterschied zu den drei Vorgängern bringt die Handlung mit dem verheißungsvollen Untertitel Double Agent mit sich. Nach einer verpatzten Mission und dem tragischen Verlust seiner Tochter Sarah verliert Hauptdarsteller Sam Fisher nämlich kurzfristig den Halt, erhält aber mit der Rolle eines Doppelagenten eine neue Chance. Daher wird er in ein Gefängnis gesteckt und muss dort einem anderen Insassen zur Flucht verhelfen, damit dieser ihn in die Terrorzelle John Brown's Army (JBA) einschleust. Sams Hauptaufgabe ist es dann, die Drahtzieher der JBA unschädlich zu machen. Bevor es jedoch so weit ist, muss er zunächst das Vertrauen der Terroristen gewinnen, indem er Aufträge für sie erledigt. Gleichzeitig hat er aber auch weiterhin Missionen für seinen eigentlichen Arbeitgeber, die National Security Agency, zu erledigen.

Wenn Sie einen Befehl befolgen, wächst das Vertrauen der jeweiligen Organisation in Sam. Vergeigen oder verweigern Sie eine Order, sinkt der Glaube an ihn. Eine Anzeige informiert Sie darüber, wie misstrauisch oder vertrauensvoll die beiden Parteien Ihnen gegenüber sind. Obendrein erwarten Sie eine Handvoll besonders kritischer Entscheidungen, wobei Sie jeweils vor der Wahl stehen, ob Sie eine Entscheidung für die JBA oder für die NSA treffen. Diese kritischen Punkte haben auch maßgeblich Einfluss auf den Spielverlauf, denn wie die Xbox-360-Variante hat auch die Xbox-Version verzweigte Handlungsstränge und unterschiedliche Endsequenzen zu bieten.

Abgesehen von dieser Gemeinsamkeit ist Splinter Cell: Double Agent für die "alte" Xbox ein komplett anderes Spiel als auf der Xbox 360. Sie besuchen zwar etliche Schauplätze der 360-Fassung, diese warten aber mit einer völlig anderen Levelarchitektur auf. Zudem sind die Lichtverhältnisse in einigen Levels anders. Auf dem Luxus-Liner in Mexiko schleichen Sie in der Next-Gen-Version beispielsweise bei gleißendem Sonnenlicht, in der Xbox-1-Fassung bei romantischem Mondschein.

Das altbewährte Spielprinzip, Lichtquellen zu meiden und stattdessen verborgen im Dunkeln zu schleichen, funktioniert trotzdem immer noch hervorragend und macht jede Menge Spaß. Dazu tragen auch wieder die altbekannten Hightech-Gerätschaften wie die Haftkamera bei, die Sam im Gepäck hat. Mit akrobatischen Manövern wie dem Spagatsprung kann Fisher seine Gegner auch wieder besonders cool eliminieren. Wie schon in den ersten drei Teilen ist auch in Double Agent der Schwierigkeitsgrad nicht von schlechten Eltern, denn die Gegner-KI reagiert größtenteils sehr hellhörig auf Ihre Bewegungen.

In grafischer Hinsicht steht Teil 4 seinen Vorgängern in nichts nach. Sehenswerte Licht- und Schatteneffekte verwöhnen einmal mehr das Auge, allerdings ist der Titel für unseren Geschmack einen Tick zu düster ausgefallen. Dass ein Stealth-Spiel auch bei Tageslicht funktioniert, hat die 360-Version deutlich bewiesen. Rein gar nichts zu kritisieren gibt es am Sound: Ein melodramatischer Soundtrack, erstklassige deutsche Synchronstimmen und eine vorzügliche Raumklang-Abmischung machen das Spiel zu einem echten Ohrenschmaus.

Bildergalerie

Wertung zu Tom Clancy's Splinter Cell: Double Agent (XB)

Wertung:

92 /10
Pro & Contra
Andere LevelarchitekturenAufträge für 2 Parteien erledigenUnterschiedliche HandlungssträngeAltbewährtes Schleich-SpielkonzeptTolle audiovisuelle Präsentation
Fazit

Exzellenter vierter Teil der Serie mit ausgezeichneter audiovisueller Präsentation, der aber wie seine Vorgänger sehr anspruchsvoll ist

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk