Die neuen IP-basierten Sicherheitsprotokolle sind mit etwas Erfahrung sehr leicht zu hacken.
Eeinfacher ist besser
Die neuen Nahkampffähigkeiten wirken sich überraschend stark auf die Spielbarkeit des Titels aus. Der größte Vorteil ist, dass der Spielfluss dadurch erhöht wird. Hat man erst einmal die Lage in einem Raum geprüft, gelingt es jetzt wesentlich einfacher und schneller, einen oder mehrere Feinde zu überwältigen. Durch das leichtere Ausschalten der Gegner gibt es auch weniger Frustmomente im Spiel, die bei den Vorgängern der Hauptkritikpunkt waren. Leicht verbessert zeigt sich ferner das Leveldesign von Chaos Theory. Viel öfter hat man nun die Möglichkeit, verschiedene Wege zu benutzen. Sie können zum Beispiel meist selbst entscheiden, ob Sie einen Raum über die Tür, das Fenster oder den Lüftungsschacht betreten.
Hightech-Sam macht die Lichter aus
Ebenfalls aufgewertet wurde Sams technische Ausstattung. Seine Hightech-Gimmicks, auf die selbst James Bond neidisch wäre, vereinfachen das Vorgehen während der Missionen merklich. Die schon aus den Vorgängern bekannte Allround-Brille (mit Nachtsicht-, Wärmebild- und Stromsicht-Modus) und das modifizierbare Standardgewehr SC-20k (jetzt mit alternativem Schrotgewehraufsatz) wurden dabei um mehrere hilfreiche Gadgets erweitert. Als wichtigstes sei hier der Optically Channeled Potentiator, kurz OCP, genannt. Dieses in die Standardpistole integrierte Gerät erlaubt es dem Spieler, elektronische Gegenstände aus der Entfernung abzuschalten. Ob Lichter, Überwachungskameras oder Computer: Einmal mit dem OCP anvisiert, kann dem Objekt kurzerhand der Saft abgedreht werden. Das geräuschlose Ausschalten von Lichtern erweist sich dabei als größte Hilfe: Während man früher noch beim Ausschießen von Glühbirnen oder Neonröhren Lärm erzeugte, reicht jetzt der Gebrauch des lautlosen OCPs. Ebenfalls von großer Bedeutung ist das stark verbesserte EEV. Damit lassen sich nicht nur die neuen IP-basierten Sicherheitsvorkehrungen (eingesetzt etwa bei Retina-Scannern, elektronisch verschlüsselten PCs etc.) hacken, Sam kann mit ihm auch drahtlos auf die meisten PCs zugreifen und sie benutzen - sozusagen WLAN für Geheimagenten.
Neu: Normal Mapping und Reflexionen
Bei all den Gameplay-Verbesserungen und den zahlreichen neuen Features ist es fast schon eine Selbstverständlichkeit, dass Ubisoft auch bei der Technik nachgelegt hat: Zum ersten Mal setzen die Entwickler die moderne Normal-Mapping-Technologie ein, die auch schon bei Halo 2 oder Riddick: Escape from Butcher Bay für staunende Gesichter sorgte. Damit sehen alle Personen und Umgebungen sehr detailliert aus und das Spiel macht einen deutlich plastischeren Eindruck. Gleichfalls neu sind die exzellenten Reflexionen. Vor allem metallische oder nasse Objekte wirken dadurch wesentlich realistischer als bei den ersten zwei Teilen. Zusammen mit den Splinter Cell-typischen, grandiosen Licht-, Schatten- und Raucheffekten holt Chaos Theory definitiv das Maximum aus der Xbox heraus - eine einzige Augenweide! Außerdem erwähnenswert ist die relativ konstante Framerate. Nervige Ruckler wie bei den Vorgängern treten kaum noch auf.
Äußerst witzige Dialoge
Neben der dynamischen und insgesamt hervorragenden Sounduntermalung überzeugt auch die Sprachausgabe von Chaos Theory. Ubisoft ließ sich nicht lumpen und hat für Sam wieder den deutschen Synchronsprecher von Nicolas Cage engagiert, der wie seine Kollegen einen routiniert guten Job abliefert. Besonderes Lob verdienen die witzigen Dialoge. Wenn sich die gegnerischen Wachen über kugelsichere Super-Ninjas oder das Nacktbaden unterhalten, muss man zwangsläufig schmunzeln. Und Sam Fisher steht dem mit seinen trockenen Sprüchen in nichts nach. Daher kann man die deutsche Synchronisation insgesamt als äußerst gelungen bezeichnen.
