Vorschau Tiny Tina's Wonderlands: Alice im Looter-Land
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In weniger als einem Monat kehrt Gearbox mit einem neuen Borderlands-Titel zurück. Na ja, eigentlich stimmt das nicht ganz, denn was uns in Tiny Tina's Wonderlands erwartet, ist eine Welt abseits der Borderlands. Weshalb sich Fans der Reihe trotzdem freuen können, zeigt unsere Vorschau.
Sie ist klein. Sie ist nur ein ganz kleines bisschen komplett verrückt. Zu ihren Vorlieben zählen Kaninchen, Süßes und natürlich Sprengstoff. Sie heißt Tiny Tina und sie ist die gefährlichste 13-Jährige der Welt. Im zweiten Teil der Borderlands-Reihe betrat sie zum ersten Mal die Spiele-Bildfläche. Zusammen mit der Gruppe von Kammerjägern begab sie sich auf eine Zugsprengmission. Dabei sprengte sie sich gleichzeitig einen Weg in die Herzen der Fans und zählt heute zu den beliebtesten Borderlands-Charakteren.
Da ist es nicht verwunderlich, dass sie - wie die meisten Figuren - einen eigenen DLC spendiert bekommen hat. Aber nicht nur irgendeinen DLC: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung erhielt aufgrund seiner besonderen Prämisse viel Lob von der Kritik und war im Allgemeinen sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass im kommenden März - gut neun Jahre später - ein indirekter Nachfolger erscheinen wird, diesmal als komplettes Spiel. Dabei ist Tiny Tina's Wonderlands aber nicht einfach nur ein weiterer Borderlands-Teil. Stattdessen ist es der erste Standalone-Tite l in dem von Gearbox erschaffenen Universum
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Ermöglicht wird dies durch das besondere Setting: die Welt der Wonderlands, die eigentlich keine eigene Welt sind. Die Wonderlands existieren zwar physisch als von Tina selbstgebasteltes Tabletop-Brett, vor allem sind sie aber eine Kreation ihres Geistes - und der ist bekanntlich unberechenbar. Wir spielen Bunkers und Badasses, Baby, und mit Tina als Bunker-Meister ist nur sicher, dass nichts sicher ist. Nach einigen Stunden mit der Demo des Spiels können wir aber zumindest vorsichtig andeuten, was alles passieren könnte.
Beyond the Borders of the Borderlands
Die Wonderlands liegen außerhalb der Borderlands. Dies wurde im Laufe der Promotion des Spiels immer wieder betont. Es ist eine Einladung an neue Spieler. Man kann einfach einsteigen, ohne zu wissen, was zuvor in den Borderlands passiert ist. Man muss sich auch sonst keine Sorgen machen, denn die Prämisse stammt aus dem Buch für Fantasy-Anfänger.
Der böse Nekromant Dragon Lord will die Wonderlands erobern, wird aber seit jeher von einer glänzenden Königin und ihren Helden daran gehindert. Dass die Königin Arschgaul heißt und ein diamantenes Zweihorn ist, ist wohl Teil des berüchtigten Borderlands-Humors.
Quelle: PC Games
Was wäre eine Fantasy-Welt ohne Drachen, und noch viel wichtiger, was wären wir für ein Held, wenn wir sie nicht direkt vom Himmel pusten würden?
Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung griff als DLC die Ereignisse und Charaktere aus Borderlands 2 auf. Somit war Tinas Runde Bunkers und Badasses repräsentativ für den seelischen Zustand seiner Erschafferin. Die angespannte Atmosphäre wurde gesteigert durch die anderen Mitspieler. Diese hatten eigentlich keinen Bezug zu der von ihr kreierten Welt und spielten eher aus Rücksicht mit.
Das ändrt sich mit den völlig neuen Charakteren. Valentine und Frette beteiligen sich wesentlich enthusiastischer am Verlauf des Tabletop-RPGs. Sie schalten sich ab und zu mal dazwischen und ihr Hin und Her fühlt sich tatsächlich an als würde man einer Runde Dungeons and Dragons lauschen.
Ashley Burch nimmt die für sie geschriebene Rolle von Tiny Tina erwartet selbstbewusst ein. Newcomer Andy Samberg und Wanda Sykes stehen ihr aber in nichts nach und erwecken Möchtegern-Held Valentine und B&B-Expertin Frette glaubwürdig zum Leben. Wer ein deutsches Voice-Over bevorzugt, kann das aber ebenfalls ohne schlechtes Gefühl tun.
Spielt zusammen, siegt zusammen
Die Entwickler haben eindeutig Erfahrung mit der Dynamik von Tabletop-RPGs. Im Zuge der Isolation der letzten zwei Jahre hätten sie erlebt, wie viele Freundeskreise damit begannen, online miteinander zu spielen, so Lead Writer Sam Winkler. Daraus entwickelte sich die Intention hinter der Handlung von Wonderlands:
"Tabletop-Spiele haben vielen Menschen geholfen, dieses Gefühl der Abgeschiedenheit zu lindern oder zu heilen. Mit der Story von Tiny Tina's Wonderlands (jetzt kaufen 20,89 € / 53,99 € ) wollten wir die Kraft von Tabletop-Spielen als verbindendes Element thematisieren, unsere Heldengruppe als Freunde zeigen, die zwar unterschiedlicher Meinung sein können und Dinge anders angehen wollen, aber dennoch dasselbe Spiel spielen, das sie alle gemeinsam erleben wollen."
Quelle: PC Games
Schmiedelehrling Claptrap bei seinen fragwürdigen Aufstiegsmethoden zu unterstützen, war wohl der amüsanteste Abschnitt der Demo. Es lohnt sich, herauszufinden, ob er zum Schmiedemeister werden kann.
Inwiefern sich dieser Fokus auf Gemeinschaft auf die Haupthandlung niederschlägt, bleibt abzuwarten. Im Rahmen der Demo konnten wir lediglich eine optionale Nebenhandlung miterleben. Innerhalb der Quest ging es aber immerhin darum, sich gemeinsam gegen einen übermächtigen Feind zusammenzutun. Ganz zu Beginn begegnen wir Kobolddame Jar, einem Mitglied von K.O.T.Z (Kobolde Opponieren tyrannische Züchtigung).
Sie bittet um Hilfe bei der Revolution der Kobolde gegen ihren (vermeintlichen) Gott Vorcanor. Also hängen wir fleißig Plakate auf, befreien Minenarbeiter und politische Oppositionelle und stellen uns jeglichen Unterdrückern. Alles, um die Kobolde gegen den gemeinsamen Feind zu vereinen.
Die Mission ist zwar simpel, hat aber genug Abwechslung, um einen zum Weiterspielen zu bewegen. Tatsächlich interessant wird es aber bei den Side-Quests. Genauer gesagt bei der Side-Quest "Fälschung". Der wohl liebenswürdig-unausstehlichste Roboter der Welt, Claptrap, findet als Schmiedelehrling seinen Weg in die Wonderlands. Er braucht Hilfe dabei, den Auftrag seines Meisters zu erfüllen. Das beginnt mit einfachen Erzabbau, nimmt aber schnell weniger ehrliche und wesentlich amüsantere Züge an.
Minen von Moria
Abspielen tut sich der ganze Quest-Spaß in und um den Kropfberg. Diese schneebedeckte Gegend voller Minen, Kobolde und starken Herr-der-Ringe-Vibes ist ein völlig optionaler Abschnitt der Oberwelt. Die tatsächliche Oberwelt konnte innerhalb der Demo-Version nicht betreten werden. Im finalen Spiel wird sie aber das von Tina gebaute Spielfeld darstellen - inklusive vergessener Käseflips und umgestoßener Limo-Dosen.
Der spielbare
Quelle: PC Games
Zu den Sammelobjekten der Wonderlands zählen unter anderem diese wunderschön funkelnden goldenen Würfel. Je nachdem, wie gut einem die Glücksgötter gewogen sind, kann man dort verschiedene Seltenheitsstufen von Loot gewinnen.
Charakter wird dann zu einem Wackelkopf und kann das Spielbrett auf Geheimnisse und Goodies absuchen. Wir konnten aber immerhin schon nach Lebenslust den kompletten Kropfberg erkunden. Die Karte ist umfangreich, aber dankenswerterweise nicht so weitläufig, dass die in der Demo fehlende Fast-Travel-Option schmerzlich vermisst worden wäre. Da Gegner sich nie lange mit dem Tod zufriedengeben, muss man allerdings ziemlich viel wegrennen, wenn man mal schnell von A nach B kommen will.
Zusätzlich zu den Quests bietet die Karte auch einige Nebenaktivitäten. Man kann Timer-Challenges lösen oder sich nach Berühren eines Obelisken einer Horde optionaler Gegner stellen. Zudem gibt es verschiedene Collectibles und eine gute Nachricht für Komplettisten: In der finalen Version des Spiels wird es Belohnungen dafür geben, alle Einheiten einer Sammlung zu finden.
Looten und shooten ... und zaubern
Belohnt wird man aber eigentlich ständig. Als Looter-Shooter hat sich Borderlands mit seiner Myriade an verfügbaren Waffen einen Namen gemacht. Egal ob gelöstes Rätsel oder gewonnener Kampf, man wird kontinuierlich von einem Haufen Loot angestrahlt. Sollte einem das noch nicht reichen, stehen verlockende Truhen auf so gut wie jeder freien Oberfläche.
Loot kann alles von Geld bis hin zu Schusswaffen und Zaubern sein. Die Wummen sind altbekannt, magische Angriffe sind Neuland für das Borderlands-Universum. Man könnte sagen, dass Zauber die Granaten der Wonderlands sind. Sie bieten eine Vielfalt an Eigenschaften und Modifikationen. Meist verfügen sie außerdem über Zusatzeffekte wie Elementarschaden. Anders als Granaten aber können sie nicht nur einmal genutzt werden und sind dann futsch ist, sondern sind mit einer Abklingzeit verbunden.
Ebenfalls neu sind Nahkampfwaffen. Bisher gab es zwar Nahkampfangriffe, aber eher als letzten Ausweg und ohne zugehörige Waffen. Jetzt gibt esim Inventar einen extra reservierten Platz für eine Vielfalt an Prügelstöcken. Zudem gibt es mehr Optionen im Nahkampf. So kann man etwa aus der Ferne einen Gleitsprung zum Angriff oder eine einfache Schlagfolge bei mehrmaligen Angriff ausführen. Selbst mit den Erweiterungen bleibt der Nahkampf aber weiterhin eher eine Ergänzung.
Quelle: PC Games
Vergleicht man zwei Waffen – hier Hacke und Hammer – miteinander, kann man auf einen Blick die Statistiken der beiden gegeneinander abwägen. Einen thematisch passend bescheuerten Namen haben aber beide.
Trotz Neuerungen steht das Schießen erneut im Vordergrund. Mit fünf Grundtypen und sechs verschiedenen Herstellern von Schusswaffen gibt es mal wieder Millionen an einzigartigen Optionen. Das bedeutet viel individuelles Experimentieren. Glücklicherweise gibt es im Laufe des Spiels bis zu vier Waffenslots freizuschalten und natürlich auch etwas zusätzlichen Platz im Inventar.
Empfohlen wird, sich mit einer Vielfalt an verschiedenen Munitionstypen auszustatten, um stets vorbereitet zu sein. Das können wir bestätigen. Zumindest in einem Kampf ist uns so schnell alle Munition ausgegangen, dass wir zum Schluss gezwungen waren, auf den Nahkampf zurückzugreifen - nicht sehr stilvoll.
Verteidigung ist der beste Angriff
Quelle: PC Games
An bestimmten Punkten der Karte trifft man auf drei mittelalterliche Automaten. Hier gibt es aber keine Snacks, sondern Waffen, Munition, Zauber und Ausrüstungsgegenstände.
Selbst der beste Schütze kann getroffen werden. Zum Glück gibt es Schutze - die Wonderlands-Version eines Schildes. Diese abschirmende Magie verleiht einem im Prinzip eine zweite Energieleiste. Nimmt er zu viel Schaden, bricht der Schild, nimmt er keinen Schaden, lädt er sich wieder auf.
Je nachdem, auf was man mehr Wert legt, kann man einen Schutz mit mehr Kapazität, weniger Aufladezeit oder mit Bonuseffekten wählen. Es kann nur ein Schutz ausgerüstet werden. Dafür gibt es aber noch weitere Möglichkeiten, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen.
Ringe und Amulette erleben ihr Borderlands-Debüt und bieten viele verschiedene Funktionen. Generell gilt aber: Ringe bieten einen einfachen Ausrüstungsboost (z.B. eine erhöhte Magazingröße) und Amulette Spezialeffekte (z.B. automatisches Nachladen nach einem Nahkampftreffer).
Immer der Farbe nach
Quelle: PC Games
Mit der Großtat „Düsteres Opfer“ kann ein Grabspross Gesundheit opfern, um Feinde in der Nähe mit einer Welle mit Dunkelmagie-Fähigkeitsschaden zu treffen und entsprechenden Statuseffekten zu belegen.
Selbst mit den vielen Neulingen und der großen Vielfalt an Inventarfüllern bleibt das Ordnungssystem gleich. Es gilt das Pfeilgiftfroschgesetz: je greller die Farbe, desto tödlicher. Weiße Waffen oder Ausrüstungsgegenstände sind gewöhnlich, während orangenes Leuchten einen legendären Status verrät.
Die Farbordnung verschafft einem einen guten Überblick. Vergleicht man zwei Objekte miteinander, wird darüber hinaus in Rot und Grün markiert, welche Werte besser und welche schlechter sind. Das ist ebenfalls äußerst hilfreich dabei, schnelle Entscheidungen zu treffen. Der Status einer Waffe oder eines Ausrüstungsgegenstandes ist trotzdem nicht alles. Es ist auch wichtig, auf eine Synergie mit dem eigenen Spielstil und dem angestrebten Build zu achten.
Man bringe einen Charakter-Sheet
Nicht vergessen, wir spielen hier D&D - ähm B&B. Und was ist das erste, dass man in einem Rollenspiel macht? Man füllt sein Charakter-Sheet aus und erstellt seinen fiktiven Avatar. Der Spieler nimmt die Rolle des Schicksalsbringers ein. Er ist ein unbeschriebenes Blatt und kann, nun ja, sein Schicksal frei bestimmen. Das beginnt mit der Wahl einer Klasse und erstreckt über Hintergrundgeschichte und Aussehen bis hin zu Emotes.
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