Strategie und totale Zerstörung -die Zutaten eines Xbox-360-Geheimtipps.
Strategie und totale Zerstörung - die Zutaten eines Xbox-360-Geheimtipps.
Sie haben die Nase voll von "normalen" Zweiter-Weltkriegs-Shootern? Dann sollten Sie sich The Outfit unbedingt mal anschauen. Relic Entertainment zeigt, wie man selbst das x-te Spiel mit WWII-Thematik noch originell gestalten kann. Ein völlig überzogener Ritt auf der Klischeewelle mit einer coolen Mixtur aus blinder Zerstörungswut, strategischem Gameplay und cooler Mehrspielerausstattung machen diesen Titel zu einem der unterhaltsamsten 360-Titel.
Einfach & raffiniert
Unmittelbar nach Beginn des Spiels wird man mit den beiden Hauptelementen des Gameplays bekannt gemacht. Zum einen sind auf jeder der insgesamt zwölf Karten der Einzelspielervariante strategisch wichtige Punkte, wie etwa eine Kreuzung oder eine Brücke, verzeichnet, die es zu erobern gilt. Zusätzlich befinden sich auf jeder Karte mindestens ein Fuhrpark, ein Arsenal und ein Sendemast, deren Eroberung einen direkten Einfluss auf das zweite Hauptelement von The Outfit hat: das "Zerstörung auf Befehl"-System.
Per simplen Knopfdruck lässt man sich Panzer, MG-Nester, Jeeps und andere Nettigkeiten an den Ort des Geschehens liefern. Das runde Menü ist in mehrere Kategorien unterteilt, die sich durch die Eroberung der eingangs beschriebenen Schlüsselgebäude weiter aufteilen. Das nötige Kleingeld in Form von Feldeinheiten vorausgesetzt, können Sie Ihrem militärischen Kaufrausch freien Lauf lassen.
Feldeinheiten verdient man während der Gefechte durch Ausschalten feindlicher Einheiten oder dem Erobern wichtiger Ziele. Drei spielbare Charaktere verleihen dem Titel zusätzliche Abwechslung und eine erweiterte strategische Note. Die Armee-Rambos sind nicht nur jeweils anders bewaffnet, sie können auch Ihrem Squad, bestehend aus vier Soldaten, zwei Befehle (Angriff und Sperrfeuer) erteilen. Besonders interessant ist allerdings der individuelle Gruppenbefehl.
In der Haut von Tommy Mac geben Sie beispielsweise den Befehl, eine Stellung mit Tränengas auszuräuchern, oder Sie schicken als Deuce Williams Ihr Gefolge in den knallharten Nahkampf. The Outfit besticht nicht nur durch die einfache, aber effektive Handhabung der spielerischen Elemente, sondern auch durch die totale Zerstörbarkeit der Umgebung. Egal ob Gebäude, Fahrzeuge, Brücken oder Bäume, alles kann mit ausreichend Feuerkraft atomisiert werden. Und das Beste dabei ist: Man wird mit Feldeinheitendafür belohnt.
Nahezu perfektes Mehrspieler-Design
Zu zweit im Koop-Modus und im lokalen Netzwerk bekommen Missionen eine Spielspaß-Spritze.
Man merkt The Outfit sofort an, dass Relic Entertainment sehr ambitioniert zu Werke ging. Die Schlachtfelder, Gebäude, Soldaten und Fahrzeuge sind mit einer sehr ausgeprägten Liebe zum Detail modelliert worden. Hat man einen deutschen Panther, begleitet von guten Licht- und Partikeleffekten, ausreichend unter Feuer genommen, sieht man, wie seine Einzelteile in einer tollen Explosion - dank Havok-Engine physikalisch korrekt - davonfliegen.
Ebenfalls erfreulich ist die bis auf ganz wenige Ausnahmen stabile Framerate - auch in High-Definition-Darstellung. Lediglich die etwas zu weit entfernte Kamera verleiht dem Ganzen einen seltsamen Spielzeugtouch. Abgerundet wird die brachiale Kriegs-Action durch einen ebenso brachialen Rundum-Sound. Krachende MG-Salven und wummernde Explosionen verstärken den Reiz und die fesselnde Wirkung des Titels merklich.
Solokampagne nicht frei von Makeln
Ein größerer Fernseher tut dem Splitscreen-Modus ganz gut. Spaß macht es in jedem Fall.
Trotz der vielfältigen Gameplay-Möglichkeiten ist der streng lineare Verlauf der Story-Missionen kaum zu übersehen und drückt ungefähr ab halber Strecke auf den Spielspaß. Meistens muss man alle auf dem Weg liegende Basen und Gebäude einnehmen und manchmal auch gegen einen Nazi-Gegenangriff verteidigen. Erst der Mehrspielermodus fördert das ganze Potenzial von The Outfit zutage und schöpft vor allem im System-Link- und Xbox-Live-Modus aus dem Vollen.
