Das schönste, schaurige Spiel des Jahres? Darum dürft ihr The Midnight Walk nicht verpassen!

Test Vivien Ziermann
Das schönste, schaurige Spiel des Jahres? Darum dürft ihr The Midnight Walk nicht verpassen!
Quelle: PC Games

Mit The Midnight Walk melden sich die Schöpfer von Lost in Random zurück und liefern erneut ein kleines Meisterwerk ab, das mitten ins Herz trifft.

Die kreativen Köpfe hinter Lost in Random sind zurück. Das Action-Adventure aus dem Jahr 2021 begeisterte sowohl Spieler als auch Kritiker mit seiner einzigartigen Grafik, einem unkonventionellen Kampfsystem und einer dichten Atmosphäre. The Midnight Walk knüpft an diese Stärken an.

Erneut werfen uns die Entwickler in eine einzigartige, handgefertigte Spielwelt voller schrulliger Charaktere und mit einer dichten Atmosphäre. Dieses Mal geht es allerdings deutlich düsterer und bedrückender zu, und auch auf ein Kampfsystem müssen wir verzichten. Doch trägt das nur zu der beklemmenden Atmosphäre bei. Und wir wissen ja: Früher oder später muss auch die tiefste Dunkelheit dem Licht weichen.

Unser Lichtblick: Pot-Boy, in der deutschen Version Töpfchen genannt. Ein kleines Laternenwesen, das uns auf dem düsteren Midnight Walk den Weg erleuchtet und sich dabei in nur wenigen Minuten in unser Herz geschlichen hat. Auf unserem Weg haben wir gelacht, geweint und mitgefiebert. Einmal mehr haben die Entwickler von MoonHood bewiesen, dass große Geschichten und Gefühle auch von den kleinsten Dingen ausgelöst werden können.

Wer ließ die Sonne verschwinden?

Als Verbrannter erwachen wir in einer düsteren Welt. Blind und taub tasten wir uns zunächst unseren Weg in Richtung Freiheit. Seltsame Wesen geben uns ihre Augen und ihre Ohren, sodass wir unserer Bestimmung folgen können, der düsteren Welt ihr erloschenes Feuer zurückzugeben.

Nicht lange und wir entdecken die ersten Streichhölzer, mit denen wir den Mitternachtsweg erleuchten und sogar Lagerfeuer entzünden können. So treffen wir eben auch auf den kleinen Pot-Boy, dem wir mit einem Streichholz seine Flamme wiedergeben und ihn so zurück ins Leben holen. Zunächst verängstigt, müssen wir mit einem Stück Kohle sein Vertrauen gewinnen, denn Kohle isst er am liebsten.

So werden wir zum Hüter der kleinen Flamme, der letzten Hoffnung der Verbliebenen auf dem Mitternachtsweg. Unzertrennlich gehen wir den Weg gemeinsam. Jeder Ort, den wir passieren, erzählt eine eigene Geschichte; eine Ansammlung bewegender, trauriger Märchen, wie die Bewohner der verschiedenen Orte ihr Feuer und ihr Licht verloren.

The Midnight Walk - Wer ließ die Sonne verschwinden? Quelle: PC Games

Gefahren lauern auf dem Weg

Immer wieder begegnen wir auf unserem Weg skurrilen Charakteren, die uns vor den Gefahren warnen, die die Dunkelheit mit sich bringt. Aus jeder der einzelnen Geschichten ist ein anderes Monster entsprungen, stets passend als Folge dessen, was geschehen ist. Wie anfangs bereits erwähnt, gibt es in The Midnight Walk keine Kämpfe, daher steht Schleichen auf der Tagesordnung.

Dabei haben die Entwickler von MoodHood darauf geachtet, dass stets Abwechslung geboten wird. Für einen leichten Einstieg stehen wir am Anfang vor simplen Schleich- und Fluchtpassagen, doch die werden schnell komplexer. Beispielsweise ernähren sich die Gekrümmten von Licht, sodass man sie mit Feuer gut ablenken kann.

Bildergalerie

Andere Widersacher wiederum reagieren auf Geräusche oder lassen sich durch ein geschicktes Spiel mit der Dunkelheit ausmanövrieren. Aus den anfänglich simpel gehaltenen Passagen wird also schnell ein Abwägen und Auskundschaften der besten Lösung. Dabei sind die verschiedenen Monster eindrucksvoll, teils richtig gruselig gestaltet. Die handgefertigte Tonmodellierung und die Stop-Motion-Bewegungen runden dieses Bild zusätzlich ab.

Schließe die Augen und lausche

Um jedem Ort, den wir auf unserer Reise passieren, sein Feuer zurückzugeben, gilt es, mehr über dessen Geschichte herauszufinden und jede Menge Rätsel zu lösen. Auch hier bekommen wir sehr viel Abwechslung geboten. Mal müssen wir die Teile einer Geschichte in der richtigen Reihenfolge zusammensetzen, mal eine Skulptur zusammenfügen oder mit der Dunkelheit spielen, um klar zu sehen. Am eindrucksvollsten sind allerdings die Klangrätsel.

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