Matrix: Path of Neo

Test

Die späteren Moves sind teilweise wirklich abgedreht. Die späteren Moves sind teilweise wirklich abgedreht. Es ist kaum vermeidbar, dass ein nicht ganz fertig gewordenes Spiel sich hier und da Blößen gibt, doch das zweite Matrix-Spiel von Shiny Entertainment gibt sich in der Hinsicht dermaßen schamlos, dass eine gewisse Gleichgültigkeit aufseiten der Entwickler wohl nicht von der Hand zu weisen ist: Schon im allerersten Raum, in dem Sie durch Ihr Abschneiden in einem Kampf die Höhe der anwählbaren Schwierigkeitsgrade festlegen, gerät das Spiel zu einer derartigen Ruckelorgie, dass mancher Spieler wohl umgehend die DVD wieder aus der Konsole nehmen wird.

Auch die folgende Flucht von Neos Arbeitsplatz ist kein Glanzlicht - schlecht geskriptete Abläufe und mangelnde Logik gestalten die Sache unfreiwillig komisch. So schleichen Sie sich etwa Zentimeter um Zentimeter über einen Fenstersims davon, während ein Polizist Sie mit einer Pistole bedroht - und kommen ungeschoren davon! Nur wenige Meter weiter wartet ein Agent hinter einer offenen Glasfront ohne mit der Wimper zu zucken ab, bis Sie endlich kapiert haben, wohin die Flucht weitergehen könnte.

Das Training des Auserwählten

Eine Szene aus dem erweiterten Trainingsprogramm. Eine Szene aus dem erweiterten Trainingsprogramm. Dann gewinnt das Spiel zum Glück langsam an Fahrt: Neos Training in der Matrix wurde gegenüber der Filmvorlage erheblich erweitert und macht Sie ausgiebig mit seinen übernatürlichen, per Knopfdruck kurzfristig zuschaltbaren Fokus-Fähigkeiten, diversen Nahkampftechniken sowie dem Umgang mit etlichen Nahkampf- und Schusswaffen vertraut. Hier kommt erstmals Spielspaß auf, denn das Kampfsystem erweist sich trotz seiner Einfachheit als durchdacht: Mit ein und dem selben Knopf starten Sie Schlagserien oder blocken die Ihrer Gegner - abhängig vom Timing.

Klingt vielleicht seltsam, funktioniert in der Praxis aber erstaunlich gut. Durch Druck auf die Kreistaste öffnen Sie kurz die Deckung eines Gegners und können ihn dann durch die Gegend schleudern oder mit festgelegten Combos bearbeiten. Der Clou liegt darin, dass Sie mehrere Gegner hintereinander in diesen Zustand der Anfälligkeit bringen können. Gelingt es Ihnen, die Aktionsreihe durch Druck auf die Dreieckstaste im richtigen Moment (die Taste wird kurz eingeblendet) abzuschließen, führt Neo eine spektakuläre Moveserie aus, bei der jeder beteiligte Gegner sein Fett wegkriegt.

Je nachdem, ob Sie dabei eine Waffe in der Hand und/oder die Fokus-Taste gedrückt hatten, ergeben sich ganz unterschiedliche Kombinationen, die mit zunehmender Gegneranzahl immer bombastischer aussehen. Es gehört allerdings schon etwas Übung dazu, mitten im Kampfgetümmel vier Feinde gleichzeitig in solch eine Aktion einzubinden, denn bei jedem Einzelnen von ihnen muss das Timing stimmen.

Das Ergebnis ist die Mühe aber wert! Dazu kommt im Laufe des Spiels die Möglichkeit, einzelne Gegner mit längeren Serien von Special Moves einzudecken - auch in diesem Fall werden im richtigen Moment die dafür nötigen Tastenkombinationen eingeblendet. Ein nettes Detail, wenn auch nicht immer ganz überzeugend, ist dabei die Physik, die alles Mögliche durch die Gegend fliegen und von Wänden abprallen lässt.

Bildergalerie: Matrix: Path of Neo
Bild 1-3
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