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Zur Eröffnung der Zelda-Woche suchten wir das interessanteste Erlebnis, das ihr mit dem N64-Meilenstein Ocarina of Time verbindet. Als Einstimmung schilderte Christoph seinen ersten Abstecher nach Hyrule.
Christoph schildert euch sein Zelda-Erlebnis.
So habe ich Ocarina of Time erlebt - Christoph Kraus erzählt:
Mensch, was war das damals für ein Gefühl, im Reich der Zoras von der Klippe zu springen – in der Hoffnung, beim nachfolgenden Rubin-Angelspiel alle Schätze zu finden, die im Wasser versteckt sind. Ich fühlte mich, als würde ich selbst Flossen an den Füßen tragen und wie die Zora-Spezies durchs Wasser paddeln. Ocarina of Time hatte mich, als ich an dieser Stelle angelangt war, schon so tief in seinen Bann gezogen, dass ich es kaum erwarten konnte, meine Hände erneut um den Nintendo-64-Controller zu umschlingen. Die spielerische Freiheit, der enorm hohe Grad an Abwechslung, die superben Rätseleinlagen und die Möglichkeit, Gegner stets im Blickfeld zu behalten – all diese Gameplay-Elemente waren in Perfektion miteinander verwoben. Die Krönung war für mich jedoch der Ritt auf Epona: Nach Belieben über die Steppe von Hyrule zu galoppieren, währenddessen meine Widersacher mit Pfeil und Bogen ins Visier zu nehmen – das hatte einfach was! Dass Ocarina of Time nichts von seiner Faszination verloren hat, bewies die 3DS-Neuauflage mit Bravour. Ein Meilenstein – gestern, heute und morgen!
Gewonnen hat übrigens der User "r3tr0" für seine authentische und ehrliche Meinung zum Spiel. Bittesehr:
Es begab sich zu einer Zeit, in der meine Wenigkeit, gerade etwa um die 8 Jahre alt, entspannt vor dem N64 saß und einige vergnügliche Runden Mario Kart genoss. Aus dem Nebenzimmer drangen Geräusche einer gerade laufenden Pokémon-Episode, die Nachbarskinder spielten mit ihren Gameboys und meine letzte LEGO-Konstruktion erwies sich als stabiler als gedacht. Eigentlich hätte es schöner nicht sein können - bis plötzlich dieses Spiel in meinem Zimmer auftauchte. Ich weiß nicht mehr, woher es kam - ob mein Bruder es sich gekauft hat oder ob es uns ein Freund geliehen hat. Vielleicht war es auch einfach da. Mit dem Ziel, das Leben eines kleinen Jungen maßgeblich zu zerrütten.
Dabei fing es noch so fröhlich an! Der kleine blonde Junge, der verschlafen von einer Fee geweckt wird, um den großen Deku-Baum zu besuchen. Klingt soweit alles dufte. Doch schon während des ersten Tempels - wir dürfen uns durch den Körper besagten Baumes metzeln - zeigt das Spiel sein wahres Gesicht. Denn wir sind nicht etwa da, um eine Katze aus dem Baum zu retten oder ähnlich erfreuliche Aufgaben zu bewältigen. Vielmehr wurden wir gerufen, um eine gigantische Spinne, die sich entschlossen hat, den Deku-Baum von innen zu fressen, zu beseitigen. Klingt nach der richtigen Aufgabe für einen Jungen, der sein Schwert vor zehn Minuten im Gestrüpp gefunden hat.
Doch mutig wie wir sind steigen wir immer tiefer in den Tempel, bekämpfen das Biest (dessen riesiges Auge übrigens heute noch fester Bestandteil meiner schlimmsten Träume ist) und befreien den Deku-Baum von dem Parasiten. Der stirbt dann aber trotzdem. Tja, hätten wir uns mal beeilt und nicht so lange geschlafen. Bitter. Jedenfalls haben wir nun indirekt den Deku-Baum auf dem Gewissen und damit vermutlich die ganze Umgebung ins Chaos gestürzt. Keine schlechte Quote nach gerade mal einer halben Stunde Spielzeit.
In den nächsten Wochen ziehe ich das Spiel weiter durch, obwohl sich die traumatisierenden Ereignisse häufen. Sprechende Eulen hier, grinsende Maskenhändler dort - und immer diese Fee, die einfach nicht ihre Klappe halten kann. Unterwegs treffe ich auch auf Zombies, die mich gequält schreiend zum Stillstand bringen bevor sie mich anfallen. Da freut man sich doch als Knirps, der da vor seinem N64 einfach nur fröhliche Entspannung vom harten Schulalltag sucht, den Controller in der rechten und die Schokoladenmilch in der linken Hand. Aber ein angefangenes Spiel wird auch beendet und so beiß ich mich weiter durch. Die Nächte werden kürzer, die Phasen vor der Konsole länger. Die Schulaufgaben werden unwichtiger, meine LEGO-Welt zerfällt. Aber ich komme voran.
Doch dann betrete ich den Wassertempel - und damit ein Tief, aus dem ich bis heute nicht gekommen bin. Nachdem mich bereits in Super Mario 64 ein monströser Riesenaal nahe an den Rand eines Traumas gebracht hat gibt dieses geflutete Höllenloch meiner labilen Kinderseele den Rest. Von da an werde ich eine niemals endende Abneigung gegen jegliches Wasser in Videospielen hegen, die auch bei neueren Spielen immer wieder dafür sorgt, dass ich vor der Konsole schreiend zusammenbreche!
Nach vielen verzweifelten Stunden voller Tränen und Schmerz überstehe ich aber auch diese Hürde mit dem Gefühl, daran gewachsen zu sein. Der Schattentempel ist fast schon einfach und das rotäugige Ungeheuer hält mich auch nur ein paar Nächte wach. Doch die Konfrontation mit zwei alten Hexen, die während des finalen Kampfes verschmelzen und sich dann als deutlich jüngere Zauberstabschwingerin an unserem Helden vergreifen, führte dann doch nochmal zu verstörter Verwirrung gänzlich anderer Art. Als ich letztendlich Ganondorf besiegt habe (dessen Verwandelung in ein riesiges Schwein mich dann übrigens doch überraschend kalt lies) war ich froh, das Spiel beendet zu haben. Der gewiefte Leser wird jetzt denken "Irgendwie klingt das ja schon sehr negativ" - Doch auch wenn ich zu der Minderheit gehöre, die Majoras Mask für das bessere Zelda hält, so ist Ocarina of Time doch ein Klassiker, den ich auch heute noch regelmäßig einlege. Die Skurrilitäten des Spiels hat man im Laufe der Jahre dann doch lieb gewonnen. Abgesehen von besagten Hexen. Die sind einfach nur creepy.
Würde man mich nach den großartigsten Stellen des Spiels fragen, so könnte ich keine explizit nennen. Denn seien wir doch mal ehrlich: Das Spiel lebt in einigen Bereichen doch eher von der damit verbundenen Nostalgie als vom Gameplay oder der Story. Doch wenn es eines gibt, was dieses Spiel auszeichnet, dann ist es die sympathische Welt, der nicht zuletzt durch die großartige Musik des Spiels Leben eingehaucht wird. Und wenn dann über dem Feld von Hyrule die Sonne aufgeht, dabei die allseits bekannte Gute-Morgen-Melodie ertönt und die Skelettmonster sich zurück in die Erde verziehen - Da ist man dann doch froh, das Spiel zu besitzen. Auch wenn man in den nächsten Minuten schreiend vor einer herumlaufenden Hand im Waldtempel verfolgt wird oder sich dazu entschließt, das Innere eines riesigen Wals zu erkunden was, wenn man mal darüber nachdenkt, eigentlich doch ziemlich eklig ist.
Am Mittwoch wird die nächste Statue ausgelost.
