The Jackbox Party Pack 6 im Test: Spaß-Check für die neue Partyspielsammlung
Test
Die Tage werden kürzer! Praktisch, dass The Jackbox Party Pack 6 nun dazu einlädt, mit Freunden in den eigenen vier Wänden lange Partyspiel-Abende zu veranstalten. Wir haben alle fünf neuen Games in der Spielesammlung getestet und verraten, ob Jackbox 6 in eure Spielebibliothek gehört.
Vor einem Jahr haben wir die fünfte Packung Party-Spiele aus dem Hause Jackbox getestet - und für gut befunden! Kurz vor Halloween bescheren uns die Entwickler, bekannt vor allem durch You Don't Know Jack, eine weitere Ladung schräger Partyspiele für alle gängigen Plattformen, wie immer zum Budget-Preis von etwa 25 Euro. Jackbox 6 gibt es nur als Download, und zum Spielen ist eine Internetverbindung sowie ein Controller und pro Spieler je ein Smartphone, Tablet oder ein ähnliches Eingabegerät nötig. Und wie immer gute bis sehr gute Englischkenntnisse!
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Jackbox 6 enthält fünf Spiele für einen bis zehn Teilnehmer, überzählige Gäste nehmen im Publikum Platz und haben dort zumindest eingeschränkt Einfluss auf das Geschehen. Mit der Ausnahme von Trivia Murder Party 2, das, wie der Name bereits andeutet, eine Fortsetzung von Trivia Murder Party aus Jackbox 3 ist, handelt es sich bei allen Titeln in Jackbox 6 um neue Spiele. Deren Funktionsweise ist simpel: Startet den gewünschten Titel per Controller (oder Maus und Tastatur), besucht mit eurem Handy oder sonstigem Eingabegerät die Webseite jackbox.tv, gebt den angezeigten Raum-Code ein und führt dann die spielspezifischen Handlungen aus - zum Beispiel fertigt ihr eine Zeichnung auf dem Display an, tippt auf eine Lösung oder meistert Rechenaufgaben. Und nun zu den fünf enthaltenen Spielen!
Trivia Murder Party 2
1-8 Spieler
Wieder was gelernt: Der Vorgänger des Quiz-Spiels aus Sammlung Nummer 3 war anscheinend beliebt genug, um eine Fortsetzung zu rechtfertigen. Immerhin ist Trivia Murder Party 2 deutlich unterhaltsamer als die Urfassung. Als Besucher eines unheimlichen Hotels müsst ihr (lebend) entkommen, indem ihr allerlei Quiz-Fragen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen richtig beantwortet. Zur Auswahl stehen stets vier Optionen. Wer sich für die falsche Antwort entscheidet, muss in einem sadistischen Minispiel um sein Leben kämpfen.
Beispiel: Zwei Spieler stehen auf der Abschussliste und müssen auf ihrem Handy-Display um ihre Seele würfeln. Wer die höhere Augenzahl innerhalb von 30 Sekunden erzielt, überlebt - es sei denn, die Summe ist höher als 21, dann winkt der Tod. Außerdem dürfen alle, die richtig geraten haben, ebenfalls mitwürfeln, und jede von ihnen gewürfelte 1 wird zu der Summe der beiden Duellanten addiert. Das klingt komplizierter, als es ist, all diese Minispiele sind sofort verständlich und sorgen für Nervenkitzel.
Quelle: Jackbox Games, Inc.
Wer weiß denn sowas? Aber keine Sorge, wer in Trivia Murder Party 2 anfangs versagt, hat trotzdem Chancen, zu gewinnen.
Wer tot ist, kann später trotzdem mitmischen. Denn in der letzten Runde des Spiels fliehen alle Teilnehmer - auch die Geister - durch einen langen Flur aus dem Hotel. Abermals beantwortet man dort Quizfragen, allerdings ist es hier möglich, dass mehrere Antworten richtig oder falsch sind. Für jede korrekte Eingabe wandert man einen Schritt weiter Richtung Freiheit, und wer den letzten Überlebenden einholt, stiehlt ihm die Lebensenergie und ist fortan wieder im Rennen.
Fazit: Trivia Murder Party 2 ist spannend, kurzweilig und humorvoll inszeniert. Auch, wenn man früh ausscheidet, ist nicht alles verloren. Gute Englischkenntnisse sind erforderlich. Schöne Sache für die Langzeitmotivation: Auch nach mehrmaligem Spielen wiederholen sich die Fragen nicht. Die Deathmatch-Minispiele sorgen für Abwechslung zwischen der routinierten Quiz-Mechanik.
Wertung: 8/10
Role Models
3-6 Spieler
Role Models ist eine Art Persönlichkeitstest, bei dem zunächst ein übergreifendes Thema für die Runde von der Mehrheit der Spieler gewählt wird, zum Beispiel Star Wars. Dann ordnet jeder sich und den anderen Teilnehmern den Begriff zu, der am passendsten erscheint. Um bei Star Wars zu bleiben: Entscheidet etwa, wer von der Gruppe am ehesten Chewbacca verkörpert, Yoda, Jar Jar Binks oder den Sarlacc. Bei der Auflösung erhält man Punkte, wenn die eigene getroffene Zuordnung dem Konsens, also der Mehrheit entspricht. Role Models ist in Sachen Punktevergabe ein wenig komplexer als andere Titel, und nicht alle Kategorien sind zum Zuordnen so unterhaltsam wie Star Wars oder Harry Potter. Es gibt auch exreem öde übergeordnete Themen wie "langweilige Dinge" oder "Podcast-Sponsoren". Ab und zu messen sich Duellanten, die (laut Spiel) ähnliche oder diametral entgegengesetzte Charaktereigenschaften haben in einer Zwischenrunde. Dabei gilt es, auf eine Frage eine zum Charakter passende Antwort zu geben. Am Ende wird der Sieger mit einem aus dem Ergebnissen gespeisten Titel beehrt (zum Beispiel "very cute semi-worrier").
Quelle: Jackbox Games, Inc.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie einen die Freunde wirklich einschätzen, spielt am besten eine Runde Role Models.
Fazit: In Role Models steckt eine gute Idee, das Spaß-Potential entfaltet sich aber nur bei manchen Kategorien. Insgesamt ist die Umsetzung etwas verkopft, weshalb der Einstieg nicht so leicht verständlich ist wie bei anderen Jackbox-Spielen. Hier muss man die Mitspieler außerdem zumindest ein wenig persönlich kennen, sonst liefert Role Models keine unterhaltsamen Ergebnisse.
Wertung: 6/10
Joke Boat
3-8 Spieler
Joke Boat funktioniert im Vergleich zu Role Models sehr viel simpler. Ihr gebt auf einem Kreuzfahrtschiff Kostproben eurer Stand-up-Comedy-Künste. Zunächst werden Begriffe festgelegt, die dann in einem Satz platziert werden, den ihr dann um einen möglichst gelungenen Scherz ergänzen sollt. Die Präsentation ist etwas langatmig, die "Zwischensequenz" vor der zweiten Runde lässt sich nicht abbrechen. Wer möchte, liest seinen Scherz selbst vor, alternativ wird er eingeblendet. Das Publikum entscheidet über die Qualität der gebotenen Comedy-Nummern, in der letzten Runde schreibt man Scherze der Mitspieler um und macht sie so (hoffentlich) noch lustiger. Joke Boat ähnelt dem Rap-Battle-Game Mad City Verse aus Jackbox 5, erfordert aber nicht ganz so gute Englischkenntnisse, zumindest, was das Schreiben betrifft: Antworten auf Deutsch zu verfassen ist völlig in Ordnung, solange das Ergebnis lustig ist.
Quelle: Jackbox Games, Inc.
Bei Joke Boat überzeugt ihr die Mitspieler von eurem komödiantischen Talent - oder dessen Absenz.
Fazit: Simpler Witze-Wettbewerb, dessen Unterhaltungsqualität stark vom Humor und der Kreativität der Mitspieler abhängt.
Wertung: 7/10
Dictionarium
3-8 Spieler
Hier geht es darum, Definitionen für ausgedachte Wörter zu erfinden. Später prägt man Synonyme und verwendet den Begriff schließlich in einem Satz. Dictionarium ist sehr simpel und schnell vorbei. Dieses Spiel steht und fällt mit dem Humor der Mitstreiter, durch den großen Spielraum für Kreativität ist Potential für sehr lustige Runden gegeben - aber eben auch für öde Sessions bei allgemeinem Ideenmangel der Teilnehmer.
Quelle: Jackbox Games, Inc.
In Dictionarium erfindet ihr neue Worte und deren Definitionen.
Fazit: Kreativspiel mit viel Freiraum, aber deshalb auch sehr schwankendem Unterhaltungswert.
Wertung: 6/10
Push the Button
4-10 Spieler
Das interessanteste Spiel im Paket ist zugleich auch das komplexeste Erlebnis. Alle Spieler sitzen im gleichen Boot, beziehungsweise Raumschiff. Bis zu drei Spieler (abhängig von der Gesamtzahl der Teilnehmer) sind Aliens, die sich als Menschen tarnen. Jede Runde ist ein anderer Astronaut der Kapitän und bestimmt eine Aufgabe (darunter das einzige Zeichenspiel im ganzen Paket), für die er bis zu vier Probanden auswählt. Aliens bekommen eine leicht andere Aufgabe als die menschlichen Spieler. Am Beispiel des Zeichenspiels sieht das etwa folgendermaßen aus: Während die Menschen eine Figur aus einem Märchen zeichnen sollen, müssen die Aliens eine Figur aus Harry Potter malen. Sollte Misstrauen entstehen, liegt es an den Außerirdischen, die Vorwürfe rhetorisch geschickt und überzeugend zu entkräften. Denn: Wenn bis zum Ablauf der Spielzeit nicht alle Außerirdischen identifiziert sind, sterben alle Menschen.
Quelle: Jackbox Games, Inc.
Ein Raumschiff droht in Push the Button, von Körperfresser-Aliens übernommen zu werden. Aber hinter welcher menschlichen Fassade verbergen sich die Außerirdischen? Entscheidet weise, sonst seid ihr tot!
Noch komplexer wird das Ganze durch das Hacking. Aliens können eine gewisse Anzahl von Aufgabenstellungen tauschen - dann bekommt ein Mensch die Aufgabenstellung des Aliens oder umgekehrt, und gerät so vielleicht zu Unrecht in den Verdacht der Mitspieler. Jeder Raumschiffinsasse kann einmal im Spielverlauf den Knopf drücken und die Mitspieler aus der Luftschleuse in das Weltall verbannen, die er für die Außerirdischen hält. Um die Aktion auszuführen, bedarf es aber der Zustimmung jedes verbliebenen Raumfahrers! Ist auch nur einer dagegen, scheitert das Vorhaben und das Spiel läuft weiter. Sobald das Urteil einstimmig gefällt wurde, ist das Spiel vorbei, und nur, wenn alle Aliens verbannt wurden, gewinnen die Menschen.
Das Zeichenspiel ist nur ein Beispiel von den Tests, die auf die Raumfahrer warten, und obschon Push the Button das komplizierteste und untypischste Spiel in der Sammlung ist, sorgt es doch gerade deswegen für viel Spaß und Spannung. Und manchmal steht einem einfach nicht der Sinn nach den üblichen Wortspielereien wie bei Joke Boat oder Quizfragen wie in Trivia Murder Party 2. Am ehesten vergleichbar ist Push the Button übrigens mit Fakin' it aus der Jackbox-Sammlung Nummer 3. Push the Button ist so eigenständig, dass man es gar einzeln als Partyspiel veröffentlichen könnte.
Fazit: Push the Button ist ein cleveres Strategiespiel zum Rätseln und Intrigieren mit deutlich weniger Kreativitäts-Anforderungen an die Teilnehmer. Je weniger Spieler, desto einfacher ist es allerdings, den Außerirdischen zu identifizieren.
Wertung: 9/10
