Test Drive: Ferrari Racing Legends im Test für PS3 und Xbox 360 - Gutes Rennspiel mit kleinen Schwächen

Test Thomas Eder

Test Drive: Ferrari Racing Legends im Test - Die Shift-Macher laden zur Testfahrt in den Edel-Karossen der legendären Sportwagen-Schmiede. Wie gut das Rennspiel geworden ist, klärt unser Test zu Test Drive: Ferrari Racing Legends.

Test zu Test Drive: Ferrari Racing Legends! Rennspiel- und Autofans, aufgehorcht: Dieses Ferrari-Kompendium kommt von den Slightly Mad Studios, den Machern der hervorragenden Shift-Ableger der Need for Speed-Reihe! Entsprechend hoch sind also die Erwartungen an das Spektakel, das den Spieler auf eine Zeitreise durch die von großen Rennerfolgen geprägte Historie des Automobilherstellers aus Maranello führt. Der Herzstück des Spiels, der Kampagnenmodus, ist in drei Epochen untergliedert: die goldene (1947-1973), die silberne (1974-1990) und die moderne Ära (1990-2011). Jede Epoche bietet euch mehrere Events, die wiederum in Rennen beziehungsweise Aufgaben unterteilt sind. So müsst ihr etwa eine vorgegebene Anzahl an Fahrzeugen überholen, Qualifikationen meistern, ein Rennen über mehrere Runden anführen oder nicht mehr als drei Sekunden hinter einen bestimmten Gegner zurückfallen. Die Events sind dabei in eine Story rund um eure Rennfahrerkarriere eingebettet, die lediglich in Textform erzählt wird und absolut belanglos ist.

Neben der stolzen Anzahl an (mehr oder weniger) unterschiedlichen Ferrari-Modellen freut sich der Motorsport-Fan über eine Reihe originalgetreuer Strecken in verschiedenen Variationen - so habt ihr beispielsweise die Möglichkeit, die GP-Strecke in Silverstone in den Versionen von 1959, 1975 und 2009 zu befahren! Weitere Strecken, auf denen ihr euch mit den roten Edelkarossen austoben könnt, sind unter anderem Spa, der Hockenheimring, Mugello, Monza, Monaco, Road America - und die gut 20 Kilometer der legendären Nordschleife! Etwas enttäuschend bei den ansonsten sehr liebevoll in Szene gesetzten Vehikeln ist, dass es keinerlei Bonusmaterial wie Bilder, Videos oder Infos zu den Flitzern gibt. Das Drumherum ist für interessierte Fans, die gern tiefer in die Welt von Ferrari eintauchen würden, dann doch etwas mager. Dafür sind neben dem Karriere-Modus immerhin ein Modus für Einzelrennen, ein Online-Mehrspielermodus und Zeitrennen enthalten - eben das Mindeste, was man heutzutage von einem modernen Rennspiel erwarten darf.

Im Tiefflug: Die abartig schnellen Formel-1-Gefährte sind kaum auf der Piste zu halten - mehr oder weniger spektakuläre Crashs sind in den F1-Rennen vorprogrammiert. Quelle: Videogameszone.de Im Tiefflug: Die abartig schnellen Formel-1-Gefährte sind kaum auf der Piste zu halten - mehr oder weniger spektakuläre Crashs sind in den F1-Rennen vorprogrammiert. Realistisches Fahren - aber mit Spaßbremse

Bei der Fahrphysik hinterlässt das Spiel einen zwiespältigen Eindruck: Die unterschiedlichen Fahrzeuge fahren sich glaubhaft, je nach fahrerischem Können werden in den drei Fahrmodellen verschiedene Fahrhilfen zugeschaltet, doch sind vor allem alte und leistungsstarke Gefährte nur schwer zu bändigen. Selbst in der Normal-Einstellung, wo ihr dank ABS das Maximum an Bremsleistung aus eurem Boliden herausholt und eine Traktionskontrolle dafür sorgt, dass euch nicht bei jedem zweiten Gasstoß das Heck überholt, braucht es eine Menge Übung, bis ihr einen historischen F1-Wagen oder ein PS-Monster wie den Renn-F-40 auf der Piste halten könnt. Etwas unglücklich hierbei: Die Fahrhilfen können nicht einzeln zu- und abgeschaltet werden - ihr habt lediglich die Wahl aus den drei Fahrmodellen.

Insgesamt fühlen sich die Fahrzeuge - vor allem mit einem Lenkrad - glaubhaft an und lassen sich mit Einschränkungen auch recht cool fahren. An gewisse Regeln solltet ihr euch halten: Abflüge von der Piste, Rammen von Gegnern und Abkürzen werden oft geahndet, wobei euch ein kleiner Crash ganz schnell hinter das Fahrerfeld zurückwirft und sich im schlimmsten Fall beim Profi-Fahrmodell auch auf das Fahrverhalten eures Boliden auswirkt. Bei der Realitätsnähe der Fahrphysik sind die Entwickler wenig konsequent, der Schwierigkeitsgrad im Spielverlauf wirkt - nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Spezifikationen der Autos - oftmals unausgewogen. Immerhin verhalten sich eure KI-Gegner ansatzweise clever, vermeiden oft Kollisionen und machen es euch nicht allzu leicht.

Liebevoll inszeniert - aber mit Schönheitsfehlern

Klassisch: Die alten Kisten mögen relativ lahm und träge sein, mit ihrem Fahrverhalten sind sie dennoch anspruchsvoll zu fahren. Quelle: Videogameszone.de Klassisch: Die alten Kisten mögen relativ lahm und träge sein, mit ihrem Fahrverhalten sind sie dennoch anspruchsvoll zu fahren. In Hinsicht auf die Technik besticht das neue Test Drive durch schick gestaltete Fahrzeuge und Cockpits sowie einige schöne Effekte - etwa der Retro-Filter zu Beginn einiger Rennen oder die Wetterbedingungen. Auch das Geschwindigkeitsgefühl ist trotz der Framerate von 30 Bildern pro Sekunde ordentlich gelungen, doch hapert es vor allem beim Bildaufbau. Objekte poppen einfach so in der Ferne auf, die Streckenmarkierungen erscheinen auf den letzten Drücker nur wenige Meter vor eurem Kühler. Die klassische Musik der Menüs wie auch die Tracks im Spiel klingen passend, doch was einem beim Spielen ein Lächeln ins Gesicht zaubert, sind die absolut genialen Fahrzeugsounds: Das Pfeifen der Twin-Turbos beim Ferrari F-40, die bollernden V8 der 50er- und 60er-Jahre, das Kreischen eines Formel-1-Motors bei 10.000 Umdrehungen und der satte Klang der Zwölfzylinder sind trotz seltener Soundaussetzer einfach fantastisch!

Bildergalerie

Wertung zu Test Drive: Ferrari (X360)

Wertung:

78 /10
Pro & Contra
Toll für Motorsport-FansGeile Motorensounds!Liebevolle Inszenierung
Inkonsequente FahrphysikTechnische Schwächen, miese MenüsUnausgewogener Schwierigkeitsgrad
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