Tempest Rising im Test: Echtzeit-Strategie auf den Spuren von Command & Conquer
Test
Westwood wäre stolz: Tempest Rising kopiert die C&C-Formel ganz ungeniert, macht aber was draus! Im Test muss das Echtzeit-Strategiespiel zeigen, ob es sein großes Vorbild beerben kann.
Upgrades und Forschung
Für jede geschaffte Mission und je nachdem, wie viele Nebenziele ihr erreicht, erhaltet ihr zweierlei Belohnungen, nämlich Anforderungspunkte und Doktrinpunkte. Die dürft ihr dann zwischen den Missionen in zwei Upgrade-Systemen ausgeben, um eure Armeen ein wenig zu spezialisieren.
Im Doktrinfenster verteilt ihr Punkte auf Verbesserungen, die zum Beispiel eure Drohnen verstärken, die Lebenspunkte eurer Luftwaffe erhöhen oder euren Erntern ein bisschen Beine machen. Hier solltet ihr euch die Wahl gut überlegen, da ihr die Doktrinverbesserungen nur selten zurücksetzen dürft!
Im Arsenalbildschirm gebt ihr dann eure gesammelten Anforderungspunkte aus, dafür kauft ihr euch einfach verschiedene Verbesserungen, die ihr dann in Slots einsetzen dürft. Nach jeder Mission werden weitere Steckplätze freigeschaltet, so dass ihr auch mehr Upgrades verwenden könnt, außerdem lassen sich die Dinger flexibel ein- und wieder aussetzen. Das ist sehr nützlich, allerdings stehen euch diese Arsenalupgrades nur im Einzelspielermodus zur Verfügung.
Quelle: PC Games
Im Multiplayer steht euch ein kompaktes Forschungsmenü zur Verfügung, mit dem ihr eure Taktik festlegen könnt.
Anders sieht es dafür bei den Doktrinen aus, die sind nämlich vollumfänglich im Multiplayer und Skirmish enthalten. Hier funktioniert das dann einfach als ein kleines Forschungssystem, das ihr jederzeit bequem in der Bauleiste öffnen könnt. Anders als in der Kampagne werden Doktrin-Forschungen nach jedem Match zurückgesetzt, das heißt, ihr beginnt in jeder Partie wieder bei null und dürft dann einfach nach und nach neue Verbesserungen freischalten. Das kostet zwar Geld und Zeit, lohnt sich aber, weil ihr so unterschiedliche Schwerpunkte setzen könnt und eure Gegner nie wissen, welche Technologien ihr erforscht habt.
Generell macht der Multiplayer zum Release einen grundsoliden Eindruck. Auf den Maps finden sich zum Beispiel viele neutrale Gebäude wie Bunker, Radarstationen oder Ressourcenspender, um die dann immer wieder kleinere, spannende Scharmützel entstehen. Auch das unkomplizierte Interface sorgt dafür, dass C&C-Kenner und alle, die einfach mal wieder Bock auf ein klassisches RTS haben, ohne viel Einarbeitung loslegen können. Ob man die Genre-Fans damit auf lange Sicht binden kann, muss sich natürlich noch zeigen, wenn das Spiel veröffentlicht wurde - aber die Grundlagen sind auf jeden Fall da.
Fazit: Kein neues C&C, aber nahe dran!
Überhaupt gehen wir davon aus, dass wir von Tempest Rising in Zukunft noch eine ganze Menge hören werden. Die Story findet zwar in beiden Kampagnen einen vorläufigen Abschluss, lässt aber bewusst noch viele Fragen offen - die Geschichte ließe sich also ohne Weiteres fortsetzen. Außerdem würden wir die Veti gerne selbst im Multiplayer spielen, vielleicht auch mal in einer ganz eigenen Kampagne. Auch bei GDF und Dynasty ließe sich noch so manches verbessern, gerade bei den Fahrzeugen haben wir etwas kreativere Ideen vermisst. Das alles könnte man mit guten DLC-Erweiterungen problemlos liefern.
Schon allein deshalb drücken wir die Daumen, dass Tempest Rising ein voller Erfolg wird und die Entwickler die Chance bekommen, das Spiel in Zukunft noch kräftig auszubauen! Klassisch-gute Echtzeit-Strategie auf dem Niveau bekommen wir schließlich nicht alle Tage geboten.
Und auch wenn Tempest Rising vielleicht noch nicht ganz als neues C&C durchgeht, kommt es dem großen Vorbild doch schon verdammt nahe. Solange EA also nicht doch noch beschließt, Command & Conquer eines Tages aus der Versenkung zu holen, darf Tempest Rising gern das Zepter übernehmen.
Tempest Rising ist ab dem 24. April 2025 für PC erhältlich. Das Spiel kostet nur 40 Euro, was für den gebotenen Inhalt absolut fair ist. Wer die 50 Euro Deluxe Edition kauft, erhält zusätzlich den gelungenen Soundtrack als Download, ein digitales Artbook und darf zusätzlich noch eine volle Woche früher ins Spiel starten, das heißt: Wer die Deluxe Edition kauft, kann bereits am dem 17. April 2025 loslegen. Konsolenumsetzungen sind bislang nicht angekündigt. Transparenzhinweis: Die Testversionen wurden vom Publisher zur Verfügung gestellt.
