Mit Marios pummeligen Bauch rutscht es sich besonders gut.
Weitere Mängel
Des Weiteren mangelt es Super Mario Sunshine etwas an Abwechslung. So spielt Marios neuestes Abenteuer lediglich auf dem tropischen Delfino Island. Somit sind die Möglichkeiten in der Levelgestaltung natürlich eingeschränkt und es gibt es keine Eis- und Schneelandschaften. Da ist der Level-Mix in Super Mario Bros. 3, Super Mario World sowie Super Mario 64 ausgewogener. Auch die Aufgaben könnten abwechslungsreicher sein. So müsst ihr in jeder Inselregion acht rote Münzen sammeln, ein Wettrennen gewinnen, die Gegend reinigen, und mindestens einen größeren Gegner besiegen. Somit sind bereits vier der acht Aufgaben vorgegeben und wiederholen sich in jedem Level. Kopfnüsse dürft ihr bei Super Mario Sunshine übrigens nicht erwarten, das Spielprinzip setzt kaum auf Rätsel sondern fast ausschließlich auf Geschicklichkeit. Schade ist ebenfalls, dass Yoshi nicht konsequent genutzt wird. Es ist zwar nett, den kleinen Dinosaurier steuern zu dürfen, jedoch wird er nur für einige wenige Sterne benötigt. Der größte Kritikpunkt an Super Mario Sunshine ist aber die Kamera. Diese könnt ihr mittels des C-Sticks stufenlos zoomen und frei bewegen. Da die Kamera aber über keine eigene Intelligenz verfügt, ist euer Blickwinkel nicht immer ideal. Obwohl man sich schnell daran gewöhnt hat, die Kamera manuell zu justieren, verliert man gerade in den Geschicklichkeitsabschnitten, in denen es auf präzises Springen ankommt, schnell die Übersicht. Gelegentlich kommt es auch vor, dass die Kamera an einem Vorsprung oder hinter einer Wand hängen bleibt. In diesen Fällen könnt ihr die Kamera auch nicht mehr mit dem C-Stick in die gewünschte Position manövrieren. Wenn die Sicht auf Mario durch ein Objekt behindert ist, ist es zwar nett, dass man Marios Silhouette erkennen kann, aber relativ unnütz, da der Blick auf die Umgebung ja versperrt bleibt. Erstaunlich, dass gerade der 3D-Pionier Nintendo hier nicht mit besseren Ideen aufwartet.
Gewohnt hohe Nintendo-Qualität
Doch kommen wir nun zu den positiven Aspekten von Super Mario Sunshine, welche die negativen Punkte bei weitem überwiegen. So ist das Leveldesign der Inselregionen dermaßen ausgefeilt, wie man es von einem Nintendo-Produkt gewohnt ist. Es gibt keine unfairen Stellen und jede Plattform, jede Wasserstelle, jede Wand ist genau da, wo sie sein sollen. Allein die Seile, die über die Insel gespannt wurden, demonstrieren, wie viel Liebe zum Detail Nintendo walten ließ. Dachte man im Vorfeld noch, dass es sehr schwierig sein muss, Mario über ein dünnes schwingendes Seil zu lenken, stellt sich diese Aufgabe im Spiel als absolut unproblematisch und purer Fun heraus. Dies liegt auch an der fantastischen Steuerung, die noch präziser als in Super Mario 64 reagiert. Die Bedienung der Wasserkanone ist ebenfalls denkbar einfach. So könnt ihr sie mit R aktivieren und aus dem Stand in sämtliche Richtungen schießen. Drückt ihr R nicht ganz durch, kann Mario sogar aus dem Laufen heraus schießen. Mit A wird gesprungen und mit B könnt ihr mit den Inselbewohnern kommunizieren. Mit X schaltet ihr die Wasserkanone von dem Normal-Betrieb in die alternativen Modi wie Jetpack, Schiffsrotor oder Raketenantrieb um. Die Kontrollen gehen euch bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit in Fleisch und Blut über, so dass es eine wahre Wonne ist, Mario über die Insel zu steuern. Allerdings gehören einige Geschicklichkeitsabschnitte zu den anspruchsvollsten Passagen, die es je in einem Jump&Run gegeben hat. Gelegenheitsspieler sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass Super Mario Sunshine einige frustrierende Momente bescheren kann. Geübte Spieler werden wohl um die 25-30 Stunden benötigen, die für den Endkampf erforderlichen knapp 60 Shines zu erspielen. Wer jedoch alle 120 Shines sammeln möchte, der muss mindestens die doppelte Zeit einplanen.
