Suikoden IV

Test Christian Schönlein

Die Umgebungen sind leider etwas detailarm - diese Stadt ist aber trotzdem echt putzig. Die Umgebungen sind leider etwas detailarm - diese Stadt ist aber trotzdem echt putzig. Auf eine weitere Episode der Suikoden-Serie haben Rollenspieler lange warten müssen. Nachdem der dritte Teil erst gar nicht hierzulande erschien, beweist Konami jetzt, dass man ordentlich dazugelernt hat. Suikoden IV hat man nämlich sogar komplett deutsche Texte spendiert. Damit verstehen auch Spieler, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, die komplexe Story vollständig. In dieser dreht sich mal wieder alles um magische Runen, die ihren Besitzern große Zaubermacht verleihen. Eine dieser Runen, die so genannte Rune der Bestrafung, trägt die namenlose Hauptfigur, in deren Rolle Sie schlüpfen. Allerdings bringt das Symbol auf Ihrem Hand-rücken ein gewaltiges Problem mit sich: Stück für Stück saugt es Ihnen die Lebenskraft aus. Nun ist es an Ihnen, das Rätsel dieser geheimnisvollen Rune zu lüften.

Massig Charaktere
Dabei spielen, wie schon in den Vorgängern, auch die 108 Sterne des Schicksals eine große Rolle. Diese werden durch je eine Spielfigur repräsentiert, die Sie rekrutieren dürfen. Aus den bereits ausfindig gemachten Charakteren dürfen Sie sich dann jederzeit drei aktive Mitstreiter sowie eine passive Unterstützungsfigur (für Heilungen oder das Finden versteckter Items) auswählen, die Sie auf Ihrem Streifzug begleiten.

Aller guten Dinge sinde drei
Gekämpft wird in Suikoden IV auf dreierlei Arten. Zunächst gibt es da rundenbasierte Gefechte, in die Sie per Zufall geworfen werden. Vor jeder Runde wählen Sie die Aktion jedes Mitstreiters, die diese dann einer nach dem anderen ausführen. Sehr viel seltener als solche Zufallskämpfe sind Duelle. In diesen wählen Sie eine aus drei Aktionen (Angriff, Spezialangriff oder Blocken). Nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip schlägt eine dieser Aktionen immer eine andere. Welche Aktion Ihr Gegenüber plant, kündigt er immer durch freche Sprüche an. Hören Sie im Zweikampf also immer genau hin! Zu guter Letzt gibt es eine ganz besonders spaßige Art des Kampfes, und zwar auf hoher See! Auf einem in Felder unterteilten Areal ziehen Sie mit Ihren Schiffen umher und bombardieren die gegnerische Flotte mit Elementarkanonen. Auch hier kommt das bereits erwähnte Stein-Schere-Papier-Prinzip zum Zuge. Ein Element schlägt immer ein anderes, ist logischerweise selbst aber auch immer gegen ein weiteres un-gewappnet. Ist Ihnen dieses Prinzip gar zu komplex, können Sie auch die Schiffe des Gegners entern. Dann stürzen Sie mit Ihrer Crew auf das Deck des Feindes und versuchen, aus einem der Rundenkämpfe siegreich hervorzugehen.

Seemann, lass das Träumen...
Überhaupt spielen Schiffe eine große Rolle im Spiel. In den Vorgängern quartierte man seine Charaktere noch in einer Festung ein, dieses Mal finden alle Recken in einem riesigen Schiff Unterkunft. Da die Spielwelt in Kontinente unterteilt ist, werden Sie überhaupt viel Zeit an Deck Ihrer Galeere verbringen. Dies ist zugleich einer der größten Kritikpunkte an -Suikoden IV. Die Schifffahrten sind sterbenslangweilig. Auch grafisch wird auf hoher See nicht viel geboten. Blaues Meer, blauer Himmel und mittendrin Ihr Kutter. Generell ist Suikoden IV kein wirklich schönes Spiel. Die Umgebungen wirken detail-arm, die Figurenanimationen sind arg steif. Lediglich in den zahlreichen Zwischensequenzen bewegen sich die Recken natürlich und sind hübsch anzusehen. Dafür ist zum Großteil aber auch das Charakterdesign an sich verantwortlich. Unter den 108 Figuren befinden sich Ritter, Piraten, Meerjungfrauen, mannsgroße Katzen und sogar ein König, der am liebsten in Bermudashorts und Hawaii-hemden herumläuft. Erfreulicherweise gelingt der Stufen-anstieg der Charaktere recht flott, was Ihnen die Möglichkeit gibt, die Gruppenmitglieder regelmäßig auszuwechseln und mit sämtlichen Figuren auf Abenteuerreise zu gehen. Damit setzt Suikoden IV auf altbewährte Stärken der Serie: eine spannende Story, garniert mit massig Charakteren. Einige dieser machen sogar bemerkenswerte Wandlungen im Verlauf des Spiels durch und verleihen der Geschichte zusätzlich an Tiefe. Die Klasse der Vorgänger erreicht die Story deswegen aber leider trotzdem nicht ganz. Die Gefahr ist groß, dass sich Kenner der Serie mit dem vierten Teil etwas langweilen könnten. Auch deshalb, weil der Titel durch das flotte Aufleveln der Charaktere sehr leicht wird. Rollenspiel-Neulinge finden in Suikoden IV hingegen einen perfekten Einstieg ins Genre.

Bildergalerie

Wertung zu Suikoden IV (PS2)

Wertung:

80 /10
Fazit

Nicht so gut wie erhofft, dank vieler Charaktere und drei Kampfsystemen aber ein gutes Rollenspiel.

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