Star Wars KoTOR 2 im Retro-Special - Seite 3
Special
Star Wars: Knights of the Old Republic 2 erscheint im Juni für Nintendo Switch. Wir blicken zu diesem Anlass zurück auf den unterschätzten Klassiker.
Passend dazu erfahren wir im Lauf der Geschichte mehr über Revan, eine der zentralen Figuren des KoTOR-Mythos. In perfektem Einklang mit den Motiven der Geschichte wird Revans Verrat an der Republik und sein Versuch, ein neues Sith-Imperium zu erschaffen, nicht so einseitig präsentiert, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheinen mag. Der moralische Absolutismus der Jedi und des Star-Wars-Universums wird durch seine Handlungen und den zentralen Konflikt zwischen dem Rat und unserer Spielfigur infrage gestellt. Anders als beispielsweise im - gelinde gesagt - kontrovers aufgenommenen Spielfilm "The Last Jedi", wo ebenfalls kurz angedeutet wird, dass die alten Wege der Jedi und Sith ausgedient haben könnten, geht The Sith Lords noch einen Schritt weiter und stellt die Idee der Macht selbst auf den Prüfstand. Das Gleichgewicht der Macht und ihr stetiger Einfluss auf sensible Individuen ist für jemanden wie Kreia das Kernproblem. Und sie hat in unserer Figur möglicherweise einen Weg gefunden, das Universum von diesem zu befreien.
Blackjack und Hutten
Das Star Wars Universum von KoTOR 2 ist allgemein um einiges rauer als noch im ersten Teil. Unter unseren Begleitern befinden sich lauter Figuren, deren Leben durch Krieg geprägt wurden. Viele von ihnen waren durch ihre individuelle Situation gezwungen, ethisch fragwürdige Entscheidungen zu treffen, um zu überleben.
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Das wird auch in den Beziehungen zueinander reflektiert. Wo die Figuren in KoTOR noch recht schnell lernten, einander zu vertrauen, gehen sich unsere Begleiter in Teil 2 ständig gegenseitig an die Gurgel. Die Anspannung an Bord mag für harmoniebedürftige Jedi ein Graus sein, die Konflikte geben den Figuren aber auch Tiefe, die es sonst im Star-Wars-Universum selten zu sehen gibt. Vor allem von Figuren, die keine prophezeiten Helden sind.
Quelle: PC Games
Star Wars: Knights of the Old Republic 2 im Retro-Special: Die letzten Jedi sind das Letzte (1)
Sklaverei, Zwangsprostitution, Glücksspiel, Korruption, Folter und Co. waren immer schon Teil von KoTOR, The Sith Lords rückt diese Elemente aber noch stärker in den Fokus. Insbesondere auf dem Moloch-Planeten Nar Shaddaa und dem Republik-Außenposten Onderon sehen wir deutlich den Verfall der Republik. Gangster kontrollieren die Wirtschaft und im Volk erheben sich Populisten, die das Volk zur Revolution anstacheln wollen. Der Status quo ist Elend, aber die Alternativen sind meist sogar noch schlimmer.
Selbst heroische Taten fühlen sich weniger an wie lebensverändernde Rettungsaktionen als vielmehr Tropfen auf den heißen Stein, was uns Kreia auch häufig unter die Nase reibt.
Dadurch sind wir gezwungen, das große Ganze im Blick zu haben und zu überlegen, welchen Einfluss unsere Taten tatsächlich auf die Welt und ihre Bewohner haben. Was sich dann auch gleich in einer der zentralen Mechaniken des Spiels niederschlägt.
Führen und Verführen
So sind unsere Begleiter in ihrer moralischen Ausrichtung nicht länger statisch, sondern können durch Dialoge und Handlungen in eine gewisse Richtung gedrängt werden.
Quelle: PC Games
Star Wars: Knights of the Old Republic 2 im Retro-Special: Die letzten Jedi sind das Letzte (6)
Bei positivem Einfluss folgen die Charaktere unserer Ausrichtung zur dunklen oder hellen Seite der Macht, bei negativem bewegen sie sich in die Gegenrichtung.
Sogar einige angedeutete Romanzen entwickeln sich im Spielverlauf, diese führen aber passend zum Vibe der Story vor allem zu Eifersucht und Zickereien. Haben wir genug Einfluss auf eine Figur, schaltet dies weitere Dialogoptionen und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung frei. Je nachdem, in welche Richtung wir die Person gedrängt haben, können wir sie dann sogar zu einem Jedi oder Sith ausbilden.
