Star Wars KoTOR 2 im Retro-Special - Seite 2
Special
Star Wars: Knights of the Old Republic 2 erscheint im Juni für Nintendo Switch. Wir blicken zu diesem Anlass zurück auf den unterschätzten Klassiker.
Telos ist mit seinem generischen Questdesign und seiner leblosen Oberwelt fast noch unerträglicher als der Einstieg auf Peragus. Die Hauptquest, bei der wir uns zwischen der bösen Czercha Corporation und einer Gruppe engagierter Ithorianischer Umweltschützer entscheiden müssen, ist nicht nur furchtbar abgedroschen, sondern zieht sich auch noch über mehrere Phasen, bei denen wir für verschiedene NPCs den Laufburschen spielen müssen. Das Ganze gipfelt dann in einer finalen Mission an der Planetenoberfläche, die aus einem weitläufigen Areal besteht. Dort reihen sich dann etliche Kämpfe mit den immer gleichen Gegnertypen aneinander, bis wir endlich zu unserem Raumschiff zurückkehren und den Teil des Spiels starten können, der tatsächlich Spaß macht. Dort nimmt dann auch der Plot endlich Fahrt auf.
Vor nicht allzu langer Zeit in einer weit entfernten Galaxis
Unsere Hauptfigur, deren Jedi-Klasse, Geschlecht und Fähigkeiten wir vor Spielbeginn festlegen können, ist kein RPG-typisches unbeschriebenes Blatt, sondern hat bereits eine Beziehung zu diversen Figuren der Geschichte. So erfahren wir, dass wir aufgrund unserer Handlungen in den Mandalorianischen Kriegen vom Jedi-Orden ausgeschlossen wurden.
In diesem Artikel
Dieser blieb aufgrund eines selbstauferlegten Pazifismus-Gelübdes untätig, was zu einem Bruch zwischen uns und unseren Vorgesetzten führte. Die Jedi und späteren Sith-Lords Revan und Malak führten gegen den Willen des Rates eine Gegenoffensive aus, der sich auch unsere Spielfigur anschloss, was das Exil zur Folge hatte. Auf Peragus fühlten wir zum ersten Mal seit langer Zeit wieder den Einfluss der Macht und die Rückkehr unserer Jedi-Kräfte.
Quelle: PC Games
Star Wars: Knights of the Old Republic 2 im Retro-Special: Die letzten Jedi sind das Letzte (10)
Das Ausmaß unserer vergangenen Taten enthüllt sich uns erst vollständig im Laufe des Spiels, doch auch die Gegenwart erfordert unsere Aufmerksamkeit - und drastische Entscheidungen: Ein Sith Lord mit dem äußerst subtilen Namen Darth Nihilus macht Jagd auf die letzten Jedi der Galaxis, inklusive uns.
Die restlichen Mitglieder des Jedi-Konzils, die für unseren Ausschluss verantwortlich waren, verstecken sich auf den Planeten Dantooine, Korriban, Dxun, Onderon und Nar Shaddaa und können von uns entweder gewarnt und vereint oder endgültig ausgeschaltet werden. Je nachdem, ob wir uns dazu entscheiden, der hellen oder der dunklen Seite der Macht zu folgen. So weit, so Star Wars.
Quelle: PC Games
Star Wars: Knights of the Old Republic 2 im Retro-Special: Die letzten Jedi sind das Letzte (4)
Je tiefer wir jedoch in die Geschichte eindringen, desto mehr zeigt sich, was das Entwicklerteam um Lead-Autor Chris Avellone (Planescape: Torment, Fallout: New Vegas) eigentlich vorhat: Das binäre Moralsystem, das dem gesamten Franchise bereits seit 1977 zugrunde liegt, kritisch zu analysieren und nach allen Regeln der Kunst auseinanderzunehmen.
Jenseits von Gut und Böse
Dieser Gedanke spiegelt sich besonders in den Interaktionen mit Begleiterin Kreia wider. Kreia ist nicht nur die erste Figur, der wir im Spiel über den Weg laufen, sondern wird zudem zur Mentorin für unsere Spielfigur. Sie ist durch ein mächtiges Band mit uns verbunden und erinnert mit ihren Weisheiten an Jedi-Meister wie Obi-Wan oder Yoda.
Allerdings stellt sich ihre Perspektive zur Macht als deutlich nuancierter heraus. Kreia lehnt die Lehren der Jedi ebenso ab wie den blinden Eifer der Sith. Sie vertritt nach außen hin eine objektivistische Ideologie und lehnt Wohltätigkeit aus ideologischen Gründen ebenso ab wie sinnlose Grausamkeit.
Quelle: PC Games
Star Wars: Knights of the Old Republic 2 im Retro-Special: Die letzten Jedi sind das Letzte (5)
Dass der ewige Konflikt zwischen den Jedi und den Sith - und der Einfluss der Macht selbst - für den Rest des Universums alles andere als vorteilhaft ist, zeigt sich auch in den Ansichten vieler anderer Figuren und NPCs.
Unser zweiter Begleiter Atton Rand kann Kreias Lektionen über die Macht und die Philosophien der Jedi und Sith zwar schon aus Prinzip nicht ausstehen, teilt aber immerhin ihre Verachtung für beide Parteien. Aus seiner Perspektive ist es für normale Leute schnurzegal, ob ein Machtnutzer auf der hellen oder der dunklen Seite steht. Sowohl in den Handlungen der Republik als auch der Sith erkennt er Gleichgültigkeit gegenüber der gemeinen Bevölkerung der Galaxis.
