Star Control - Origins: Damit hätte auch Douglas Adams seine Freude gehabt - das Weltraumabenteuer im Test

Test Matti Sandqvist
Star Control - Origins: Damit hätte auch Douglas Adams seine Freude gehabt - das Weltraumabenteuer im Test
Quelle: Stardock

Es gibt Klassiker, die niemals in Vergessenheit geraten. Aber ebenso sind in den vergangenen 30 Jahren Spiele-Hits erschienen, die heute kaum noch jemand kennt. Star Control 2 dürfte eher zu der letzteren Sorte gehören und daher waren wir ein wenig verwundert, dass Stardock mit Star Control: Origins eine Neuauflage des Weltraumepos herausgebracht hat. Ob der Titel nur für die ehemaligen Fans der Reihe geeignet ist, verraten wir euch in unserer Review.

In den Neunzigern wurden die Grundsteine für unglaublich viele, noch heute präsente Weltraum-Spielereihen gelegt - man denke nur an legendäre Titel wie Master of Orion, Wing Commander oder Homeworld. Einige der damals erfolgreichen Serien sind aber heute fast schon vergessen, zu denen leider auch die Star Control-Reihe gehört. Den Höhepunkt erreichte die Mischung aus Adventure- und Action-Spiel mit dem zweiten Teil im Jahr 1992. Star Control 2: The Ur-Quan Masters setzte zwar weiterhin auf die kurzweiligen Arcade-Weltraumkämpfe aus der 2D-Vogelperspektive, erzählte aber zudem eine Geschichte über den Überlebenskampf der Menschheit und deren Befreiungskrieg gegen das sklaventreibende Alien-Volk der Ur-Quan. Dabei nahm sich das Spiel aber trotz der eigentlich düsteren Endzeit-Thematik nie zu ernst, eines der Highlights und zugleich Markenzeichen von Star Control 2 war viel mehr der eigenwillige Humor. Während unseres unglaublich langen Abenteuers trafen wir auf Außerirdische wie die paranoiden Spathi, die selbstmörderischen Shofixti sowie die stets feiernden Orz und mussten immer wieder eher merkwürdige Aufgaben für sie erledigen, damit sie unserer Allianz gegen die Ur-Quan beitraten.

Star Control - Origins im Test: Remake oder Reboot?

Mit Star Control: Origins will Stardock Entertainment (Galactiv Civilizations-Reihe) nun die einstmals mehr oder minder erfolgreiche Weltraumspiel-Serie wiederbeleben. Der neue Ableger ist irgendwo zwischen einem Reboot der Serie und einem Remake des zweiten Teils angesiedelt, sprich uns erwartet eine fast identische, aber grafisch aufgeputschte Spielmechanik von Star Control 2 mit einer frischen Handlung. Dieses Mal geht es zwar nicht gegen die Ur-Quan, sondern die Scryve. Die neue Bedrohung für die Menschheit ist aber am Ende ähnlich mit den Fieslingen des Originals. Auch die Scryve verweigern weitestgehend die Kommunikation mit unserer angeblich primitiven Rasse und möchten uns sicherheitshalber statt zu versklaven, einfach auslöschen. Damit wir die Erde retten können, gilt es wie schon in der Vorlage, die riesige Galaxis zu erkunden und außerirdische Völker davon zu überzeugen, dass sie unserer Allianz der freien Planeten beitreten.
Unser Schiff statten wir im Laufe des Abenteuers mit vielen Upgrades aus, die nicht nur die Waffen, sondern ebenso die Geschwindigkeit oder Reichweite verbessern. Quelle: PC Games Unser Schiff statten wir im Laufe des Abenteuers mit vielen Upgrades aus, die nicht nur die Waffen, sondern ebenso die Geschwindigkeit oder Reichweite verbessern. Für die Aufgabe steht uns das einzige mit einem Hyperdrive ausgestattete Schiff der Menschheit zur Verfügung, das wir im Laufe des Spiels mit allerlei Upgrades versehen. Grundbaustein von Star Control: Origins sind nämlich weiterhin die Arcade-Kämpfe im Weltraum, die man auch separat von der Hauptkampagne gegen einen anderen Spieler ausfechten darf. Die Gefechte steuern sich zwar relativ simpel, werden aber im Laufe des Abenteuers immer herausfordernder. So treffen wir auf Alien-Schiffe, die etwa deutlich mehr Trefferpunkte haben oder über weitaus schlagkräftigere Waffensysteme verfügen. Damit wir gegen sie gewappnet sind, müssen wir entweder Aufträge für die Außerirdischen erledigen und so ihre Schiffsmodelle für unsere Flotte freischalten oder mit unserem Lander auf Planeten landen und dort Ressourcen einsammeln. Auch das Einsammeln ist wie die Kämpfe ein eigenes Mini-Spiel. Hier fliegen wir mit unserem Lander über stark verkleinerte Planeten und müssen darauf achten, dass wir nicht von Droiden, Vulkanen, Strahlung oder giftigen Gasen ausgeschaltet werden. Wie für die Gefechte können wir auch unseren Lander im Laufe des Spiels verbessern und gelangen so auf Planetenoberflächen, auf denen wir sonst innerhalb weniger Sekunden verglüht wären.

Star Control - Origins im Test: Auf den Humor kommt es an

In den Weltraumkämpfen können wir unser Hauptschiff  oder auch eines der angeheuerten Vehikel der anderen Völker steuern. Wenn wir aber unser Hauptschiff verlieren, ist das Spiel zu Ende. Quelle: PC Games In den Weltraumkämpfen können wir unser Hauptschiff  oder auch eines der angeheuerten Vehikel der anderen Völker steuern. Wenn wir aber unser Hauptschiff verlieren, ist das Spiel zu Ende. Die Weltraumgefechte und das Einsammeln der Ressourcen sind zwar insgesamt ganz nett gemacht, aber beileibe nicht die wirkliche Stärke von Star Control: Origins. Wie schon beim Original sind es die abgedrehte Handlung und vor allem die oftmals überaus lustigen Außerirdischen, die zum Weiterspielen motivieren. Zu Beginn helfen uns etwa schneckenähnlichen Tywom, die sich aus unerklärlichen Gründen die TV-Serien der Erde angeschaut haben und nun stets Vorschläge für deren Verbesserung haben. Außerdem haben sie gar einen Androiden bauen lassen, damit sie immer mit uns kuscheln können - was sie auch immer mit "kuscheln" genau meinen. Die oktopusartigen Mukay sind wiederum überall auf der Suche nach Fisch, weil sie angeblich die Meeresbewohner als eine große Bedrohung ansehen, aber in Wirklichkeit einfach nur unheimlich gefräßig sind. Alle Dialoge mit den Aliens sind exzellent (leider nur auf Englisch) vertont und auch die relativ simpel animierten Modelle der Außerirdischen überzeugen. Ein wenig schade ist nur, dass uns oftmals eine Entscheidungsfreiheit vorgegaukelt wird, die am Ende aber kaum Auswirkungen hat.

Das ist aber insgesamt leicht zu verschmerzen. Star Control: Origins ist ein äußerst liebevoller Fanservice, der sich aber auch an Leute richtet, die mit den Original wenig bis gar keine Erfahrungen gesammelt haben. Wer Lust auf ein Weltraumabenteuer im Stile von Douglas-Adams-Romanen hat, aber nicht ein AAA-Sci-Fi-Epos im Stile von Mass Effect erwartet und ein wenig Zeit mitbringt, wird mit der Neuauflage garantiert glücklich - auch wenn die einzelnen Spielelemente eher nett als grandios sind und der Wiederspielwert aufgrund der recht linearen Struktur gering ist.

Star Control - Origins im Test: Meinung und Wertung

Meinung

Wertung zu Star Control: Origins (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Eines der bis dato humorvollsten WeltraumspieleRiesige Spielwelt, die dank der vielen Alien-Völker zum Entdecken einlädtKurzweilige WeltraumgefechteExzellente (englische) VertonungInteressante Handlung
Keine wirkliche EntscheidungsfreihetGeringer WiederspielwertDie einzelnen Spielmechaniken sind relativ simpelSchlichte Inszenierung, wenige ZwischensequenzenSchwache deutsche Übersetzung

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