Hochkarätiger Westentaschen-Thriller oder liebloser Schnellschuss?
Was wäre Sam ohne
sein hochmodernes Spielzeug
wie das Kamerageschoss?
Nachdem Ubisoft erst kürzlich mit Prince of Persia: Revelations eine PSP-Umsetzung veröffentlicht hat, die nicht ganz die Qualität des PS2-Originals erreicht hat, versucht jetzt Sam Fisher sein Glück. Leider erfüllt der Titel nicht ganz die hohen Erwartungen eines echten Splinter Cell-Fans. Eines der Probleme von Splinter Cell Essentials ist die etwas überladene Steuerung.
Jede Taste der PSP ist doppelt belegt, mit Ausnahme der Schultertasten. Veteranen müssen sich daher erst etwas in Geduld üben, bevor sie Sam zielstrebig durch die Levels lotsen können. Dazu kommt die ständige Herausforderung, Sams Aktionen und die Kamerasteuerung vernünftig unter einen Hut zu bekommen.
Denn jede der beiden zur Verfügung stehenden Steuerungsvarianten hat einen Schwachpunkt. Während die Standardeinstellung den Spieler zum Stillstehen verbannt, solange er die Umgebung näher inspiziert, muss man bei der zweiten Alternative eine unschöne Doppelbelegung der X-Taste in Kauf nehmen, die sich bei der Kamerajustierung und gleichzeitiger Interaktion störend bemerkbar macht.
Dunkelheit überall
Das letzte Drittel beschert dem Spieler einen kleinen Vorgeschmack auf Double Agent.
Splinter Cell Essentials ist der letzten Agentenepisode auf der PS2 in einem Punkt sehr ähnlich: der Dunkelheit. In vielen Teilen des Spiels ist der Einsatz des Nachtsichtgerätes erforderlich, was spielerisch zwar keine negativen Auswirkungen hat, den Titel aber über weite Teile hinweg normalen Lichtverhältnissen gegenüber sehr empfindlich macht.
Gerade gegen Ende des Spiels wird die Dunkelheit zu einem großen Hindernis, da Sam in den letzten drei Missionen ohne Nachtsichtgerät oder ähnliches Third-Echelon-Spielzeug unterwegs ist und so im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln tappt. Dadurch erkennt man bei normalen Lichtverhältnissen kaum noch etwas auf dem Bildschirm.
Die insgesamt neun Levels bieten einen gelungenen Mix aus neuen Zielen in bekannten Umgebungen und recycelten Missionen. Gerade das letzte Drittel dürfte für Fans sehr interessant sein. Hier wird nämlich ein kleiner Vorgeschmack auf den kommenden vierten Teil Double Agent gewährt. Die allgegenwärtige Dunkelheit wirkt sich zudem unvorteilhaft auf die ansonsten gute Grafik aus.
Der vermehrte Einsatz des Nachtsichtgerätes lässt die ansehnlichen Umgebungen grafisch doch sehr unspektakulär wirken. Und das obwohl das Spielgeschehen überwiegend flüssig läuft und manche Orte durch gute Texturen und Lichteffekte glänzen. Auf akustischer Seite gibt es, abgesehen von gelegentlichen Problemen mit der Sprechgeschwindigkeit, nichts zu beanstanden.
Solide Umsetzung
Auch auf der PSP beherrscht Sam Fisher das schnelle Ausschalten von Gegnern.
Die Entwickler hatten mit der PSP-Umsetzung des Agententhrillers eine schwere Aufgabe vor sich und haben sie ordentlich gelöst. Wie zuvor angedeutet, bleibt Essentials hinter den hohen Erwartungen zurück: Viele Umgebungen sind zu dunkel geraten, die Steuerung ist überladen und auch die Ladezeiten sind in der vorliegenden Version deutlich zu lang.
Splinter Cell-Fans, die von Sam auch unterwegs nicht die Finger lassen können und einen interessanten Ausblick auf Double Agent bekommen möchten, können sich den Titel trotz der angesprochenen Macken holen. Leider konnten wir den kabellosen Mehrspieler-Modus bis zum Redaktionsschluss noch nicht testen und verzichten daher zu diesem Zeitpunkt auf eine Wertung.
