Spiele-Brachland: Alte Lizenzen, ihre Rechteinhaber und was die Zukunft bringt

Special Max Falkenstern

Erinnert ihr euch an Earthworm Jim, Extreme G Racing oder Re-Volt? Diese und andere Spieleserien liegen seit Jahren brach. Für Fortsetzungen fehlen den Entwicklern oft die Rechte an den Marken. Wir sagen euch, wer die Lizenzen alter Klassiker besitzt und was die Zukunft bringt.

Von Luft und Liebe lässt sich auch in der verrückten Videospielbranche nicht leben. Diese Erfahrung musste unter anderem Kevin Levine, seines Zeichens Gründer von Irrational Games, machen. Unter seiner Leitung veröffentlichte die Entwicklerschmiede vor über elf Jahren das Sci-Fi-Meisterwerk System Shock 2 für den PC. Noch heute rufen die Fans nach einer Fortsetzung der Reihe und auch Levine scheint dem gegenüber nicht abgeneigt. Doch so schmerzlich es ist, ihm sind die Hände gebunden. Denn die Rechte liegen bei Electronic Arts - und die möchten die Marke nicht abtreten. Levine hingegen arbeitet seit mehreren Jahren mit Take-Two zusammen. Auch sein aktuelles Projekt BioShock Infinite wird von dem US-amerikanischen Publisher vertrieben.

Levines Fall ist nur einer unter vielen. Ein ähnliches Schicksal teilt Peter Molyneux, der Strippenzieher hinter so genialen Spielkonzepten wie Dungeon Keeper, Populous und Syndicate. Der heutige Microsoft-Mann gab schon mehrmals zu Protokoll, dass er nur zu gerne die oben genannten Klassiker wiederbeleben würde, er aber nicht Herr und Eigentümer entsprechender Marken ist. Zur Erinnerung: Molyneux gründete 1987 Bullfrog Productions, die Firma hinter Dungeon Keeper und Co.. Sieben Jahre später akquirierte Electronic Arts das Studio, was nach Ansicht des Teams zu erheblichen Einschränkungen hinsichtlich der künstlerischen Freiheit führte. Daraufhin stieg Molyneux aus Bullfrog Productions (und damit EA) aus, der Untergang des Studios war damit praktisch besiegelt.

Dieser Entwicklung lässt sich mit etwas gutem Willen auch etwas Positives abgewinnen. Electronic Arts hat aufgrund seiner dominierenden Marktposition sehr wohl die Möglichkeit die Spiele fortzusetzen - und tut es in vielen Fällen auch. Aus Ultima wurde ein Browserspiel, das nächste Dungeon Keeper wird ein MMO (wobei es ausschließlich in der Region China vertrieben wird) und die Gerüchte um ein Syndicate-Sequel verdichten sich zusehends.

Um andere Lizenzen steht es schlechter. So gingen die Rechte an der Flugsimulations-Reihe Falcon nach dem Ende von MicroProse an Lead Pursuit. Diese versorgten den letzten Ableger Falcon 4.0 mit allerlei Patches und nützlichen Addons. Ob sie jedoch über die nötigen finanzielle Mittel verfügen, um die Serie gebührend fortzusetzen, ist fraglich. Ungeklärt ist auch die Zukunft sämtlicher Acclaim-Titel (darunter Re-Volt und Extreme G) und ob der angeschlagene Videospielentwickler - und publisher Interplay aus seinen Marken (Descent, Conflict: Freespace, MDK, Earthworm Jim) jemals wieder mehr machen werden kann, als aufgemöbelte Neuauflagen, steht auch in den Sternen.

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