Chris Taylor schrieb Gaming-Geschichte - mit Total Annihilation, Dungeon Siege und Supreme Commander. Wir blicken auf seine bewegte Laufbahn, analysieren nie veröffentlichte Spiele wie Kings and Castles und verraten euch, was Taylor heute macht.
Doch Taylor und seine Truppe lassen sich davon nicht unterkriegen und suchen ihr Glück in einem umfangreichen Sequel zu Supreme Commander - diesmal mit Square Enix als Publisher. Hauptaugenmerk der Entwicklung liegt diesmal darauf, die Zugänglichkeit spürbar zu verbessern, die Diversität der Fraktionen zu erhöhen und die Schlachtfelder interessanter zu gestalten.
All diese Vorhaben kann Gas Powered Games erfüllen, als das Spiel Anfang März 2010 zunächst auf PC und dann Mitte März auf Xbox 360 durchstartet. Nichtsdestotrotz büßt Supreme Commander 2 viel Reputation bei der Fan-Gemeinde ein.
Die nämlich will sich nicht so recht mit den zahlreichen Vereinfachungen, dem zusammengekürzten Ressourcen-System, der reduzierten Gebäude- und Einheitenvielfalt sowie den weniger mächtigen Prototypeneinheiten anfreunden und empfindet das Gameplay häufig als eine Light-Fassung des Ursprungsspiels. Dennoch: Geht's nach der Datenbank VGChartz, dann hat sich Supreme Commander 2 auf dem PC knapp 1,05 Millionen Mal verkauft.
Ein Ex-Comedian entdeckt Social Media für sich
Noch bevor Supreme Commander 2 erscheint, kündigt der Star unseres Artikels außerdem schon sein nächstes Unterfangen an. Die Rede ist von Chris Taylor's Kings and Castles, einem weiteren Echtzeitstrategietitel für PC und Konsole.
Quelle: Gas Powered Games
Chris Taylor's Kings and Castles
"Bei diesem einzigartigen Erlebnis schlüpfen die Spieler in die Rolle eines von drei mächtigen Königen, die um die Kontrolle über eine völlig neue, originelle Fantasiewelt wetteifern", heißt es damals vollmundig in der offiziellen Pressemitteilung. Gleichzeitig kündigt das Studio an, die Entwicklung intensiv auf seinen Social-Media-Kanälen zu begleiten.
Chris Taylor - der 1989 übrigens mal als Stand-up-Comedian in Vancouver auftrat - wird dabei zum Sprachrohr des Studios und begleitet die Entwicklung unter anderem auf dem Youtube-Kanal von Gas Powered Games.
Zwischen dem 13. Februar und dem 9. Oktober 2010 entstehen so insgesamt 35 verschiedene Vlogs. Das eigentliche Spiel - das laut Folge 35 bereits die Vorproduktionsphase hinter sich hatte - erblickt jedoch nie das Licht der Gaming-Welt.
Ein wichtiger Grund hierfür ist Age of Empires Online, das sich ursprünglich bei Robot Entertainment in der Mache befindet. Weil das texanische Studio Schwierigkeiten hat, den Titel termingerecht abzuliefern, überträgt Publisher Microsoft die Entwicklung am 24. Februar 2011 offiziell an Chris Taylor und seine RTS-erfahrene Truppe.
Quelle: Gas Powered Games / Microsoft
Age of Empires Online
Hier kniet man sich voll rein und schafft es tatsächlich, das Free2Play-Spiel am 16. August 2011 auf den Markt zu bringen und auch in den Monaten danach mit weiteren DLC-Inhalten zu versorgen. Zum Kassenschlager reicht's aufgrund der turbulenten Entwicklungsgeschichte und einer überteuerten Premium-Inhalte-Strategie allerdings nicht.
Das traurige Ende von GPG
Gas Powered Games hat in dieser holprigen Phase zunehmend mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, woraufhin Kings and Castles zunächst auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt wird und sich Taylor für das zweite Projekt des Studios nach anderen Geldquellen umschaut. Eine davon ist die Crowdfunding-Plattform Kickstarter, auf der zu dieser Zeit immer mehr Spieleentwickler um Aufmerksamkeit buhlen.
