Diesmal ohne Filmvorlage - Spideys neuestes Abenteuer für die 360
Filmanspielung. Hier hängt Spidey nicht mit Mary Jane, sondern mit Black Cat ab.
Wenn Sie von einem Spiel über Spider-Man erwarten, dass man sich mit dem Helden durch die Häuserschluchten von New York schwingen können muss, dann schminken Sie sich das gleich wieder ab oder kaufen sich Spider-Man 3. Das neueste Spiel um den Helden in der blauen Netzstrumpfhose, Freund oder Feind, ist eine Mischung aus Prügelspiel und Jump & Run, in dem Spidey mehr rennt als am Faden hängt.
Die Geschichte um einen Meteoriten, dessen Fragmente den Willen von Spider-Mans Feinden kontrollieren, ist komplett neu und wird von den guten deutschen Sprechern mit einer Menge Humor in Szene gesetzt. Man muss allerdings schon die Comics von Marvel kennen, um mit den zahlreichen Charakteren etwas anfangen zu können. Allen voran Colonel Nick Fury, Commander der Anti-Terror-Organisation S.H.I.E.L.D. , Agentin Black Cat oder der Bösewicht Skorpion (vor dem der weibliche Computer des fliegenden Hauptquartiers warnt, er habe "einen großen Schwanz").
Wer die Filme gesehen hat, erkennt unter anderem Doc Ock und den grünen Kobold wieder. Insgesamt wird der Spieler ein gutes Dutzend Charaktere spielen können, deren Spezialfähigkeiten sich meist grundlegend voneinander unterscheiden - auch wenn sich Silver Sables Strahlenblaster und der Plasmastrahl von Skorpion stark ähneln. Spaß bringt es allemal, mit deren mächtigen Waffen nach links und rechts zu schwenken und die Feinde auf Distanz zu halten. Spideys Netzattacken inklusive explosiver Netzgeschosse dürfen natürlich nicht fehlen. Zwar hat der grüne Kobold seinen Gleiter in der Garage gelassen, dafür ist es eine Freude, mit Doc Ocks Metalltentakeln Gegner zu verprügeln.
Beim Gegnergekloppe liegt aber der Hund begraben, denn diese Freizeitaktivität eines Superhelden neigt schnell zu langweiliger Monotonie. Dem begegnen die Entwickler mit kurzen (wenngleich hässlich texturierten) Spielarealen, die es - stets zu zweit - nach versteckten Bereichen und Boni abzusuchen gilt, mit denen nach und nach eine Bildergalerie freigeschaltet wird. Außerdem stehen alle paar Levels neue Charaktere zur Verfügung, die allesamt einige unterschiedliche Kombo-Attacken mitbringen, um die Gegner - Phantome genannt - zu besiegen. So hängt sich der Skorpion an den Hals größerer Gegner und trommelt das Knie in deren Rücken. Auch die Charakterentwicklung - bessere Netzgeschosse, mehr Kraft oder weitere Spezialfähigkeiten - weiß zu motivieren. Erwarten Sie aber keinen verzweigten Fähigkeitenbaum, wie man ihn aus Rollenspielen kennt.
Grafisch ist Freund oder Feind kein Überflieger. Positiv ist dagegen die Tatsache, dass Koop-Spieler jederzeit dem laufenden Spiel beitreten können - und zwar ohne Splitscreen, den viele als störend empfinden.
