Sonic X Shadow Generations: Verdammt, es könnte so viel besser laufen!

Test Carlo Siebenhüner
Sonic X Shadow Generations: Verdammt, es könnte so viel besser laufen!
Quelle: SEGA

Sonic X Shadow Generations ist ein Mix aus Remaster und neuem Content. Doch egal, was alles neu ist - die Probleme des 3D-Sonics sind auch hier wieder an Bord.

Sonic erlebt gerade seinen zweiten Frühling. Nachdem man in den 90ern Nintendo und seinem Latzhosenklempner Paroli bieten konnte, hat der blaue Igel nie so richtig den Übergang ins 3D-Zeitalter geschafft. Seit Jahren gibt es mal bessere und mal sehr viel schlechtere Ableger, aber in die Höhen eines Super Mario hat es Sonic nie wieder geschafft.

In der Popkultur ist der schnellste Igel der Welt durch die Filme dagegen so präsent wie nie. Im Dezember startet bereits Teil 3 in den Kinos und um ein Spiel parat zu haben, kramt Sega dafür Sonic Generations von 2011 aus der Mottenkiste und legt es neu auf. Obendrauf gibt es ein Zusatzkapitel mit dem dunklen Igel-Pendant Shadow, der auch im Film eine große Rolle spielen wird. Doch auch wenn Generations zu den besseren Spielen gehört, zeigt es doch umso mehr, was das Problem der 3D-Sonic-Spiele bis heute ist.

Tritt aufs Nostalgie-Pedal

Gerade ältere Sonic-Fans sind sich einig, dass die alten 2D-Sonics einfach die besseren sind. Deswegen hatte Sega nach einem Jahrzehnt an teilweise abgrundtief schlechten Ablegern (Ich sage nur "Sonic the Hedgehog" von 2006) 2011 die Idee, alt und neu zusammenzubringen. In Sonic Generations kamen damals deswegen die klassischen 2D-Spiele und die 3D-Ableger zusammen - wortwörtlich.

Die Geschichte dreht sich um ein Zeit-Monster, das die verschiedenen Zeitlinien von Sonic durcheinander wirft. Dadurch treffen der rundere 2D-Sonic und der moderne 3D-Sonic aufeinander. Gemeinsam müssen sie mal wieder die Welt retten. Das Zeitmonster sperrt die Igel in einen reinweiß gestrichenen Limbo ein, von wo aus man Zugang zu verschiedenen Welten der Sonic-Geschichte hat, wie Chemical Planet aus Sonic 2 oder Speed Highway aus Sonic Adventure.

Sehr cool ist, dass in den jeweiligen Stages auch neue Versionen der bekannten Soundtracks laufen. Die Songs gehen auch heute noch richtig gut ins Ohr und sind eines der Highlights in Generations.

Der neue und der alte Sonic zusammen Quelle: SEGA Der Gameplay-Clou ist, dass wir mit beiden Sonics die Welten betreten können und dann jeweils eine andere Version davon bekommen. Mit dem neuen Sonic rennen wir durch die Stages im Stil der 3D-Spiele, wie Sonic Adventure. Mit dem alten Sonic erleben wir die Welten in einer 2D-Variante. Das ist eine coole Idee und bringt Abwechslung ins Gameplay.

The Need for 'ne gute Steuerung

Die 2D-Abschnitte gehören zu den Höhepunkten von Sonic Generations. Hier spielt der blaue Igel seine Stärken aus, mit präzisem Jump and Run und dem kleinen Geschwindigkeitskick. Zwischendurch wechselt das Spiel sogar mal kurz in die dritte Dimension, wenn Sonic cool durch Loopings rast oder über Geländer slidet. Dieser 2,5D-Ansatz macht viel Spaß.

Leider unterstreicht das aber auch noch mal die großen Probleme der Sonic-Spiele ab den 2000ern. Während die Schnelligkeit von Sonic in den 2D-Spielen ein cooles Alleinstellungsmerkmal und eine Belohnung war, wenn man keine Fehler in den Levels gemacht hat, ist sie in 3D ein Hindernis. Auch hier laufen wir zwar über vorgegebene Bahnen in wahnwitziger Geschwindigkeit und springen im richtigen Moment über Abgründe oder auf Feinde.

Ein 2D-Level in Sonic X Shadow Generations Quelle: SEGA Allerdings steuert sich das alles grausam! Sobald wir mit Sonic etwas Geschwindigkeit aufgebaut haben, fühlt es sich so an, als würden wir mit Bowlingschuhen auf einer Eisbahn laufen. Ständig rutscht man hin und her. Das Gefühl von Kontrolle, das in einem Jump and Run ja so wichtig ist, haben wir in den 3D-Stages fast nie. Wenn wir mal ausweichen oder Ringe an einem bestimmten Punkt einsammeln mussten, war das fast immer Zufall. Unzählige Male sind wir auch sauber am Ziel vorbeigeschlittert.

Die Geschicklichkeitspassagen verkommen so zum unfairen Trial-and-Error, wenn die Kamera mal wieder zu nah dran ist oder wilde Manöver vollführt, um Sonics Schnelligkeit zu visualisieren, ist es fast unmöglich, das nächste Hindernis zu entschlüsseln. Ständig läuft man irgendwo dagegen, verpasst den Absprung - oder noch schlimmer - hakt sich irgendwo fest. Das passierte in den früheren 3D-Sonics nämlich auch noch immer wieder mal.

Bildergalerie

Die zusätzlichen Herausforderungs-Challenges, die benötigt werden, um die Bossgegner und damit den Fortschritt im Spiel freizuschalten, gießen hier nur noch mehr Öl ins Feuer. Jetzt könnte man uns natürlich fehlenden Skill vorwerfen, allerdings liefert Sonic X Shadow Generations (jetzt kaufen 39,99 € ) selbst den Gegenentwurf zum hakeligen Spieldesign mit seinem neuen Kapitel.

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