Sonic Colours Ultimate im Test: Rasanter Platformer oder lahmer Port?

Test Lennard Fink Lukas Schmid
Sonic Colours Ultimate im Test: Rasanter Platformer oder lahmer Port?
Quelle: Sega

Mario bei Nintendo, Crash Bandicoot bei Sony und Sonic bei SEGA. Alles bekannte Größen des Jump&Run-Genres. Und alle haben über die Jahre eine Vielzahl an Spielen spendiert bekommen, manche gut und manche eher weniger gelungen. Nun rennt das SEGA-Maskottchen in einer Neuauflage des 11 Jahre alten Spiels Sonic Colours über die Bildschirme. Ob sich der Remaster den Beititel Ultimate verdient oder ob Spieler hier ein blaues Wunder erleben, klären wir im Test.

Wenn ein Spiel den Beinamen Ultimate hat, kann man schon mal etwas Ultimatives erwarten. So hat sich beispielsweise der neueste Ableger der Smash Bros-Reihe diesen Titel redlich verdient, da dessen Umfang schon ziemlich, naja, ultimativ ist. Nun hat also das neue, alte Sonic-Abenteuer rund um einen Weltall-Freizeitpark diesen verheißungsvollen Namen spendiert bekommen. Zu Recht? Wir finden nicht.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Außerirdische Story

Sonic kämpft im Spiel gegen ganze Raumschiffe. Dabei reicht Buttonmashing. Quelle: PC Games Sonic kämpft im Spiel gegen ganze Raumschiffe. Dabei reicht Buttonmashing. Die Story hinter Sonic Colours: Ultimate (jetzt kaufen 59,25 € ) ist schon mal nicht das Gelbe vom Ei (Farbwitze werdet ihr in diesem Test häufiger lesen) und hat sich im Vergleich zum Original nicht verändert: Sonic-Erzfeind Dr. Eggman hat einen Freizeitpark im Weltall gebaut. Überraschung! Nicht etwa, weil er unter die Schausteller gegangen ist, sondern natürlich, um seine bösen Absichten zu verfolgen. Also begeben sich der blaue Igel Sonic und sein bester Freund Tails in benannten Park, um die Pläne des verrückten Wissenschaftlers zu vereiteln.

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind die sogenannten Wisps, kleine Geisteraliens, die von Eggman gefangen genommen wurden, um seine teuflischen Gerätschaften mit Kraftstoff zu betreiben. Die kleinen Dinger haben nämlich Fähigkeiten, von denen auch Sonic profitiert. Die Story richtet sich klar an ein jüngeres Publikum, was sich erstens am Design der Wisps, aber auch an den Dialogen erkennen lässt.

Die semicoolen Sprüche Sonics und die ständigen Fehlinterpretationen von Tails Übersetzer-Gerät, dass er mit sich herumträgt, finden wohl nur die Jüngsten wirklich lustig, aber das ist auch überhaupt kein Problem. Denn in den meisten Jump&Runs rückt die Story ja eh in den Hintergrund. Wenn Bowser zum hundertsten Mal Prinzessin Peach entführt, beschwert sich auch niemand über die fehlende Tiefe der Geschichte oder zu vorhersehbare Wendungen. Immerhin sind die jetzt auch auf Deutsch vertonten Cutscenes ansehnlich und versprühen eine Menge Charme. Genau wie die verschiedenen Welten und Level.

Planetenhopping

Sweet Mountain ist nur eine der liebevoll gestalteten Welten. Quelle: PC Games Sweet Mountain ist nur eine der liebevoll gestalteten Welten. Im Spiel verschlägt es euch auf verschiedene Planeten und andere Himmelskörper, die sich thematisch stark unterscheiden und alle sehr liebevoll gestaltet sind. Auf dem Heimatplaneten der Wisps flitzt ihr beispielsweise durch Wälder und über Wiesen oder springt durch große Bauten Eggmans, der den Himmelskörper bis zur Erschöpfung ausgebeutet und die Einwohner entführt hat. Ein anderer Planet besteht aus Süßigkeiten und ihr rutscht auf Zuckerstangen durch die Level, während ihr woanders per Achterbahn durch ein Asteroidenfeld düst (Han Solo wäre gelb vor Neid). Für Abwechslung ist also gesorgt - ach ja, Wasserlevel gibt es auch.

Jede Welt besteht aus sechs Levels und einem Bosskampf. Je nach Zeit und/oder Punkten schließt ihr den Level mit einem Rang zwischen dem schlechtesten Rang D und dem besten Rang S ab. Ihr sammelt die Serien-typischen Ringe, Tails-Saves, um im Falle eines Todes an derselben Stelle wieder beginnen zu können, oder rote Münzen, die für den Sonic-Simulator benötigt werden. In diesem könnt ihr allein oder im Multiplayer Level im Retro-Stil abschließen und mit ein wenig Geduld sogar den quasi unbesiegbaren Super Sonic freischalten. Für Sonic-Veteranen sicherlich nichts Neues.

Mit Park-Tokens könnt ihr den Igel jetzt mit neuen Schuhen oder Boost-Effekten ausstatten, die aber keinerlei Auswirkungen haben und lediglich kosmetischer Natur sind. Genutzt haben wir das ergo auch kein einziges Mal, weil die Belohnungen für nicht genug Motivation sorgen. Neu ist auch, dass ihr im Modus Rival-Rush gegen Metal-Sonic antreten könnt.

Careless Wisps

Mit dem neuen Jade-Wisp steigt ihr in luftige Höhen auf. Quelle: PC Games Mit dem neuen Jade-Wisp steigt ihr in luftige Höhen auf. Hilfe bekommt ihr bei eurem Abenteuer von den bereits genannten Wisps. Diese Geisteraliens verfügen über individuelle Fähigkeiten, die sich Sonic zunutze machen kann. Während es im Original noch sechs verschiedene Wisps gab, die man freischalten konnte, wartet in der Neuauflage ein weiterer: der Jade-Wisp, mit dem ihr euch für kurze Zeit in einen Geist verwandelt, um an höher gelegene oder durch Wände getrennte Orte zu gelangen.

Andere Wisps lassen euch an Wänden hinaufflitzen, durch den Boden bohren oder alles zerstören, was euch in den Weg kommt, seien es Blöcke oder Gegner. Die Wisps helfen euch nicht nur bezüglich eines schnelleren Abschlusses der Level, sie lassen euch auch in bereits abgeschlossenen Levels Bereiche betreten, die davor unerreichbar waren. Es lohnt sich also, die Planeten noch einmal durchzuspielen, um an alle Collectables zu kommen.

Je nachdem, was für eine Art Spieler man ist, sind diese Helfer Fluch oder Segen. Denn sie machen den ohnehin schon äußerst einfachen Schwierigkeitsgrad ultimativ leicht (haha). Diejenigen unter euch, die masochistisch veranlagt sind oder einfach nur gefordert werden wollen, sollten das beachten.
Oft surft ihr rasant auf solchen Schienen durch die Level. Quelle: PC Games Oft surft ihr rasant auf solchen Schienen durch die Level.

Interstellares Springen und Rennen

Gefühlt braucht man nur zwei Knöpfe, um das Spiel zu beenden: den Sprungknopf und den Laufknopf (?). Um Gegner zu besiegen, drückt man nämlich denselben Knopf wie zum Springen. Wird euch ein roter Kreis bei einem Gegner angezeigt, braucht ihr nur ebendiesen Knopf zu drücken und Sonic schaltet ihn automatisch aus. Neu ist, dass ihr, wenn ein grüner Kreis erscheint, einen Geschwindigkeitsboost erhaltet, wenn ihr im richtigen Moment angreift.

Vor allem bei Bosskämpfen, die übrigens nicht sehr variieren, reicht simples Buttonmashing, um eine hohe Wertung zu erzielen und den Störenfried zu besiegen. Diese Steuerung kann aber auch frustrieren, beispielsweise, wenn ihr an einen Sammelgegenstand gelangen wollt, aber automatisch das nächste Sprungbrett anvisiert. Dann heißt es oftmals: Level neu starten und erneut versuchen. Auch das Rennen ist nicht so rasant, wie man es bei einem Sonic-Spiel vermuten würde. Oft müsst ihr auf Plattformen warten oder ihr werdet durch hakelige Plattformer-Sequenzen ausgebremst. "Gotta go fast" ist hier also zeitweise nicht das Motto.

Wirklich ultimativ?

Sweet Mountain ist nur eine der liebevoll gestalteten Welten. Quelle: PC Games Sweet Mountain ist nur eine der liebevoll gestalteten Welten. Was also ist so ultimativ an Sonic Colours Ultimate ? Die kleinen neuen Gameplay-Inhalte, wie sage und schreibe EIN neuer Wisp, ein Ingame-Shop, in dem ihr mit Ingame-Währung Zebra-Schuhe kaufen könnt und neue Remixes des alten Soundtracks sind da zu wenig. Gut, die grafische Aufwertung kann sich halbwegs sehen lassen, aber auch sie befindet sich unterhalb der aktuellen Standards. Die Farben sind satter und die Lichteffekte wurden ebenfalls überarbeitet. Auf der Switch läuft das Spiel jedoch maximal mit 30fps bei 720p. Auf den anderen Konsolen PS4 und Xbox One und dem PC werden stabile 60fps erreicht.

In einem Artikel kurz nach dem Launch berichteten wir über den katastrophalen Zustand von Sonic Colours Ultimate. Grafik-Glitches, massenhaft Bugs und einbrechende Framerates machten das Spiel nahezu unspielbar, vor allem auf der Nintendo-Konsole. Hier hat sich durch Updates inzwischen zum Glück einiges getan. Während des ganzen Tests über begegnete uns nicht ein einziger Bug, die Framerate war stets stabil und die Ladezeiten fielen recht kurz aus. Hier sind die Entwickler von Blind Squirrel Games nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen.

Jetzt kommen wir aber mal zum Punkt: Beim Namen Ultimate hätten wir uns schon ein bisschen mehr erhofft. Einen neuen Planet zum Beispiel oder verschiedene Schwierigkeitsgrade. Die kleinen Neuerungen sind einfach zu wenig. Sonic Colours Ultimate ist trotzdem ein guter Remaster eines der besten Sonic-Spiele. otz der Schwächen, die auch schon das Original hatte, macht es wieder Laune, mit dem blauen Igel durch liebevoll gestaltete Level zu hetzen.

Sonic Colours Ultimate ist am 7.September für Nintendo Switch, PS4, Xbox One und PC via Epic Games Store erschienen, soll bald aber auch über Steam erhältlich sein

Meinung

Wertung zu Sonic Colours: Ultimate (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Sonic Colours: Ultimate (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Sonic Colours: Ultimate (NSW)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Sonic Colours: Ultimate (XBO)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Liebevoll gestaltete LevelRasantes Gameplay...Rival Rush-ModusDeutsche SprachausgabeGute Sprecher
Zu leichter SchwierigkeitsgradTeilweise überraschend langsamNur minimale NeuerungenCustomization-MöglichkeitenHakelige Steuerung
Fazit

Spieler, die das Original für die Wii nicht kennen, können hier auf jeden Fall zugreifen, um eines der besten Sonic-Spiele im Gewand zu erleben. Sonic-Veteranen müssen für sich entscheiden, ob die kleinen Neuerungen das Geld wert sind.

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk