Sly Raccoon

Test

Da unten entdeckt der Voodoo-Priester Sly nicht.
Da unten entdeckt der Voodoo-Priester Sly nicht. Eine schwere Kindheit liegt hinter Sly Raccoon. Allerdings nicht, weil der Waschbär in einer Familie voller Krimineller aufwuchs; damit hatte er nie Probleme. Vielmehr stehlen fünf Verbrecher sein Familienerbe, gerade als er es übernehmen sollte: Das Buch der Meisterdiebe, den "Thievieous Raccoonus". In fünf Teile der Welt verstreut lagern die einzelnen Fragmente jetzt in vermeintlich einbruchssicheren Tresoren. Für einen angehenden Meisterdieb gibt es da nur eine Lösung: Er klaut sich das Eigentum zurück. Dazu reist er in alle Welt und nimmt den PlayStation-2-Spieler mit auf diesen Ausflug. Fünf verschiedenartige Umgebungen mit je acht Levels laden zum Springen und Rennen, zum Schleichen und Prügeln ein.

Solid Sly
Auf den ersten Blick wirkt Sly Raccoon wie ein sehr innovatives Jump&Run, das dem Genre einige Neuerungen schenkt. Natürlich muss auch Sly von Plattform zu Plattform springen, lustige Gegner verhauen oder wie Tarzan an Seilen schwingen. Bei einem Einbrecher kommen da jedoch noch weniger laute Fortbewegungsmethoden hinzu. Häufig muss sich der Dieb verstecken und an fiesen Wachen vorbeischleichen. Das ist nicht immer einfach, weil viele der Posten sich gegenseitig zu Hilfe rufen. Ein Gegner der aufmerksam wird, holt dann gleich Verstärkung, gegen die Sly alleine keine Chance hat. Zum Verstecken gibt es aber genug Möglichkeiten, meistens befinden diese sich auch ganz in der Nähe der zu umgehenden Wachen. Hinter Aschenbechern, Wandvorsprüngen oder in Fässern fällt der Held nicht auf und kann angreifen, sobald die Feinde ihm den Rücken zudrehen. Dazu lernt er neben dem Basis-Schlag im Lauf des Spiels verschiedene Spezialattacken. Der Hechtsprung zum Beispiel lässt dem Gegner keine Zeit zu reagieren und der Zeitlupenmodus lässt Sly mehr Zeit zu agieren.
Auf den zweiten Blick wird die Innovation leider aber recht schnell zur Gewohnheit. Die Levels sind allesamt ziemlich kurz und ähneln sich vom Missionsaufbau her nach kurzer Einspielzeit. So rennt man meistens schnell durch, findet am Ende den Schlüssel und wenn man Glück hat auch alle Flaschen, die unterwegs versteckt sind und mit denen die Spezialattacken freigeschaltet werden. Taktische Entscheidungen sind dabei nie zu fällen, die Gegner und Hindernisse lassen sich nur auf eine Weise überwinden. Trotzdem sind die Levels so ansprechend gestaltet, dass einen nie die Lust verlässt. Außerdem gibt es zur Abwechslung noch ein paar Mini-Spiele wie Autorennen oder U-Boot-Ballereien. Und natürlich schließt jede größere Umgebung mit einem starken Zwischengegner ab.

Sly Hawk
Die Bosskämpfe bringen Sly dann jedes Mal eine neue Fortbewegungsart, die in der daraufhin freigeschalteten Umgebung exzessiv zum Einsatz kommt. So lernt er im Spielverlauf etwa, auf winzigen Vorsprüngen zu balancieren oder über schmale Rutschbahnen zu grinden.
Trotz gewisser Mängel macht Sly Raccoon also spielerisch etwas her, genau das Gleiche gilt für die Grafik. Nicht zu bunt, aber trotzdem ausgesprochen witzig - das lässt sich sowohl über die Umgebungen als auch über die Figuren und Zwischensequenzen sagen. Gelegentliche Ruckelanfälle, wenn viel auf dem Bildschirm los ist, fallen da fast überhaupt nicht ins Gewicht.

Bildergalerie

Wertung zu Sly Raccoon (PS2)

Wertung:

83 /10

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