Um den Ball zu kriegen, tun die Spieler alles.
Trends sind eine merkwürdige Sache. Einer findet was gut und plötzlich machen alle mit. Das ist in der Modebranche nicht anders als in der Softwareindustrie. In letzterer sind diesen Sommer Tennisspiele en vogue. Auch Infogrames schickt mit Slam Tennis eine weitere Variation des so genannten weißen Sports auf den Centre-Court. Das Geld für eine Lizenz haben sich die Entwickler dabei anscheinend geschenkt. Zu den Duellen auf den 11 Rasen und Sandplätzen treten Sie mit insgesamt 16 Spielern an, die zwar die Nachnamen bekannter Tenniscracks, wie Moya oder Kafelnikov tragen, aber mit keinerlei Ähnlichkeit aufwarten. Beeindruckend sind die Figuren vor allem wegen ihrer Masse. Sucht man anfangs noch die monströsen PAL-Balken, die als Ursache in Betracht kämen, erkennt man schnell, dass die Entwickler wahrscheinlich nur mehr auf mollig stehen. Dennoch bewegen sich die Figuren erstaunlich schnell und recht ordentlich animiert über das Feld. Die Steuerung reagiert prompt und mit den vier Grundschlagarten ist man den meisten Situationen gewachsen. Größere KI-Schwächen sucht man vergeblich und so erwarten den Spieler abwechslungsreiche Ballwechsel, die letztendlich aber, genau wie das gesamte Spiel, nicht sonderlich spektakulär sind. Das mag an der letztlich etwas altbackenen Grafik liegen, oder auch einfach daran, dass ein Tennisspiel heutzutage mehr bieten muss, als ordentliche Ballwechsel, einen Turniermodus und vier extra Spaßmodi.
