Japanologiestudenten jetzt aber aufgepasst: Hier spielen Sie historische Schlachten aus der fernöstlichen Geschichte nach.
Im Hintergrund naht schon die Verstärkung der gegnerischen Truppen.
In Zeiten, in denen Videospiele am besten ausschließlich an hochauflösenden Fernsehgeräten betrieben werden sollen, krachender Dolby-Digital-Sound zum Standard geworden ist und Gamepads ohne Schnur seltsamerweise trotzdem noch funktionieren, gibt es nur wenige Spieleserien, die schon zu 8-Bit-Zeiten ihr Publikum in den Bann gezogen haben. Auch wenn Samurai Warriors erst in die dritte Runde geht, reichen seine Wurzeln doch bis in die 80er-Jahre zurück, denn die Reihe ist im Grunde genommen ein Spin-off des Spin-offs von Romance of the three Kingdoms, das bereits 1985 in Japan veröffentlicht wurde.
Obwohl auch Samurai Warriors 2 Empires wie seine zahlreichen (Quasi-)Vorgänger im Fernen Osten die größten Erfolge feiert und direkt auf dieses Publikum zugeschnitten ist, scheint man auch im Westen zumindest so große Hoffnungen in das Spiel zu setzen, dass man den Titel auf hiesige Spieler loslässt. Grund genug für uns in das virtuelle Samurai-Kostüm zu schlüpfen.
Interessanterweise fühlt sich die Empires-Rüstung des japanischen Kämpfers nicht so viel anders an als die, die wir schon für Samurai Warriors 2 angelegt haben. Mit anderen Worten: Die Änderungen zum Vorgänger halten sich stark in Grenzen. Die wichtigste Neuerung finden Sie im Campaign Mode, der Sie vor eine ganz simpel erklärte Aufgabe stellt: Vereinen Sie das in kleine Staaten aufgeteilte Japan unter Ihrer Herrschaft.
Dieser Modus setzt sich dabei vor allem aus zwei Elementen zusammen. Den größten Teil macht das typische Gameplay der Serie aus, das Sie möglicherweise schon aus dem Vorgänger kennen. In einer Hack‘n‘Slay-Passage versuchen Sie unter Zeitdruck ein bestimmtes Gebiet zu übernehmen. In der Praxis spielt sich das nach dem immer gleichen Muster ab: Sie knöpfen sich einen oder mehrere Gegner vor, die Sie in bester Button-Meshing-Manier unter Einsatz von maximal drei Knöpfen eliminieren. Viele Ihrer Gegner sind bestenfalls Kanonenfutter, die Gebietsbosse und gegnerischen Offiziere sind deutlich zäher.
Auf diese Weise nehmen Sie nach und nach auf Ihrem Feldzug die einzelnen Basen im jeweiligen Gebiet ein, bis Sie am Hauptstützpunkt Ihres Gegners angekommen sind, den Sie schließlich ebenfalls übernehmen. Damit haben Sie das Territorium erobert, Sie und Ihre Offiziere erhalten wie bei einem Rollenspiel Erfahrungspunkte, die Ihre Fähigkeiten entsprechend steigern. Leider wirkt sich das nur minimal auf das Spielgeschehen aus.
Das andere Element ist nun das mehr oder weniger wichtige Drumherum. Zwischen den Kämpfen dürfen Sie kleinere Aktionen durchführen wie beispielsweise Kundschafter aussenden, die Ihnen Informationen über die anderen Gebiete zukommen lassen oder neue Waffen kaufen, aber auch wilde Pferde fangen, die wiederum für Ihre Feldzüge nützlich sind. Haben Sie Ihnen einen Befehl gegeben, beginnen bereits wieder Ihre Schlachtvorbereitungen. Wenn Sie Ihre Offiziere gewählt haben, die Sie bei Ihrer Eroberung be gleiten sollen, stürzen Sie sich ins nächste Getümmel. Wollen Sie einen Ihrer Freunde an diesem japanischen Hack‘n‘Slay teilhaben lassen, kann Ihnen dieser im Splitscreen kooperativ zur Seite stehen.
Abgesehen von kleinen Details dürfen Sie spielerisch nicht viel mehr von Samurai Warriors 2 Empires erwarten. Zwar haben die Entwickler ausschließlich historische Schlachten aus der japanischen Geschichte verwurstet, besondere Abwechslung ist dennoch nicht zu erwarten. Grafisch hatten selbst die meisten Launchtitel mehr zu bieten, auch wenn die Zwischensequenzen von Samurai Warriors 2 Empires hübsch anzusehen sind. Fans mit einer besonders großen Affinität zum Land der aufgehenden Sonne und wenig spielerischem Anspruch könnten sich am Spiel begeistern, alle anderen sparen sich besser die 35 Euro.
