Samurai Warriors 2

Test Bernd Holtmann

Jetzt wird in Japan gekämpft: Wir haben das Spin-off zu Dynasty Warriors für Sie in die Schlacht geschickt.

Keiji Maeda rettet unserem Helden mehr als einmal die Haut - und zeigt ihm, wie man im Herzen ein echter Krieger ist. Wie poetisch. Keiji Maeda rettet unserem Helden mehr als einmal die Haut - und zeigt ihm, wie man im Herzen ein echter Krieger ist. Wie poetisch. Auch wenn die Serie in Deutschland nicht sehr bekannt ist, so hat das japanische Actionspiel Dynasty Warriors hierzulande doch eine kleine, aber eingeschworene Fangemeinde. Die dürfte sich umso mehr freuen, denn nach der Xbox-360-Umsetzung von Dynasty Warriors 5: Empires bringt Publi­sher THQ nun auch das in Japan spielende Spin-off in die Ladenregale. Die Schlachtfelder sind nach wie vor riesig, Gegner finden sich zuhauf - und auch magische Kräfte und fette Spezialangriffe stehen wieder an der Tagesordnung: Willkommen im mittelalterlichen Japan von Samurai Warriors 2!

Im Storymodus geht es um einen riesigen Konflikt um 1575, der aus der Sicht von sieben Charakteren beleuchtet wird. In jeweils fünf bis sechs Missio­nen pro Charakter können Sie deren eigene Geschichte nachspielen, doch das ist nicht besonders spannend: Die kleinen Handlungsfilmchen vor und nach jeder Mission sind farbarm, leicht verrauscht und sehr stark mit japanischem Pathos überladen - nur echte Fernost-Fans werden dem etwas abgewinnen können.

Etwas interessanter ist das Spielprinzip, an dem sich seit dem ersten Serien­teil nichts verändert hat: Sie starten auf einer riesigen Karte, die in der Regel durch Gänge, Mauern, Gebäude sowie Flüsse und Brücken derart verschachtelt ist, dass man sich nicht wie in Ninety-Nine Nights linear durch die Levels bewegt. Hier und da warten gegnerische Gruppen mit Anführern, die Sie erledigen können, um sich den Weg zum nächsten Ziel zu bahnen. Bis zum Beispiel ein feindlicher "Reserve Captain" im Dreck liegt, ruft er nämlich immer wieder neue Feinde an die Front. Die bringen zwar Punkte, kosten aber Zeit, die Sie nicht haben.

Solche Scharmützel bestimmen nicht den Ausgang der Schlacht. Das Spiel selbst schickt Sie dorthin, wo Ihre Kampfkraft als Nächstes gebraucht wird. Oft werden Sie von einem gerade begonnenen Kampf an der Front abkommandiert, um die eigene Basis zu beschützen - ein anderes Mal sollen Sie zwei Mitstreiter zu einem Invasionspunkt begleiten, einen Belagerungsturm oder einen wichtigen Heerführer beschützen. Wenn auch nur eines dieser Ziele nicht erreicht wird, ist das Spiel vorbei. Das ist auch unser Hauptkritikpunkt, denn oft reicht nicht einmal mehr der Galopp auf dem eigenen Streitross, um rechtzeitig zum Ziel zu gelangen.

Die Nahkämpfe selbst sind ziemlich anspruchslos, denn Ihre Attacken entstehen allein durch das wiederholte Drücken auf die Tasten X und Y. Die Angriffe sind fast ausschließlich etwas fürs Auge und keine wirkliche Hilfe im Kampf gegen schwerere Gegner. Welche Tasten Sie drücken, ist im Endeffekt egal. Durch immer mehr Bildschirmsiege gewinnt Ihr Charakter Erfahrungspunkte und sammelt von erledigten Gegnern Gold ein, mit dem er sich zwischen den Missio­nen neue Fähigkeiten und Upgrades kaufen kann. Doch Ihre Feinde lassen auch kurzzeitige Upgrades zurück, die zum Beispiel 30 Sekunden lang Ihre Rüstung oder den verursachten Schaden verdoppeln - geschickt eingesetzt, führen Sie diese unscheinbaren Helfer eher zum Sieg als das maue Combo-System.

Auch im Bereich der Spielgrafik hätte man ruhig etwas mehr Arbeit investieren sollen, denn Samurai Warriors 2 sieht ohne Übertreibung wie ein Xbox-1-Spiel aus. Gerade beim Test auf einem HDTV kommt die detailarme, triste Spielgrafik besonders schmerzhaft zum Vorschein - ein Kollege witzelte sogar darüber, einen Award für schlechte Spielgrafik zu vergeben. So weit wollen wir nicht gehen, doch Sie sehen schon, dass Samurai Warriors 2 besonders die optisch verwöhnten Spieler nicht glücklich macht. Generell brauchen Spieler für die historischen Anspielungen, japanischen Namen und Kommentare ein dickes Fell, sodass wir dieses Spiel ausschließlich Fans empfehlen können. Und selbst die werden im Vergleich zum Vorgänger kaum Neuerungen finden - schade.

Bildergalerie

Wertung zu Samurai Warriors 2 (X360)

Wertung:

61 /10
Pro & Contra
Große Auswahl an CharakterenDynamisches Gameplay ohne Taktik
Schwache HandlungKomplett englischMäßige Spielgrafik
Fazit

Mäßige Grafik, altbackenes Gameplay - nur Fans der Vorgänger können dem mäßigen Aufguss etwas abgewinnen. Kaum empfehlenswert.

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