Saints Row 4 im Test: Mehr Matrix-Mod als neu, aber unterhaltsam

Test Sebastian Stange

Saints Row 4 im Test: Im neuesten Saints Row besucht ihr erneut die Stadt Steelport, doch diesmal ist alles anders! Der Schauplatz des irren Open-World-Titels ist nur eine virtuelle Welt und eure Spielfigur hat plötzlich Superkräfte! Doch reicht das, um auf Dauer zu unterhalten?

Saints Row 4 im Test: Mit Saints Row 4 erwartet euch ein wirklich eigenwilliger Open-World-Titel. Ursprünglich als Download-Pack für Teil 3 geplant, entwickelte die Spielidee ein derartiges Eigenleben, dass sich Entwickler Volition entschloss, ein eigenes Spiel draus zu machen. Doch dann kam es richtig dick: Publisher und Volition-Eigentümer THQ ging Anfang des Jahres pleite und das Studio wanderte samt seiner Spielemarken in die Hände von Koch Media. Es waren denkbar ungünstige Umstände, unter denen Saints Row 4 entstand. Und das merkt man dem Titel an: Inszenierung und Technik wirken altbacken und wir wurden trotz der 4 im Titel den Eindruck nicht los, hier einen umfangreichen DLC zu zocken. Die gute Nachricht: Trotz allem unterhält das Spiel prima!

Am Anfang kommt es richtig dick!

Ganz in der Tradition der Reihe ist die Handlung von Saints Row 4 reichlich albern und großzügig mit allerlei Unsinn ausgeschmückt. Eure Spielfigur, wie bereits im Vorgänger in allen erdenklichen Aspekten frei erstellbar, ist vom Bandenboss zum Präsident der Vereinigten Staaten aufgestiegen. Wollt ihr den Hunger auf der Welt oder lieber Krebs besiegen? Mit solchen Fragen schlagt ihr euch im witzigen Spieleinstieg herum. Doch damit ist bald Schluss, denn die fiese Alien-Rasse Zin fällt auf der Erde ein, nimmt die Weltbevölkerung auf ihrem Raumschiff gefangen und sprengt den blauen Planeten. Fortan verbringt ihr den Großteil der Spielzeit in einer virtuellen Version von Steelport – ähnlich wie die aus dem Kino bekannte Matrix, nur bevölkert von allerlei Alien-Gefängniswärtern. Genauso wie im Vorgänger dient die Stadt trotz Alien-Einfluss vor allem als Spielplatz für eure übermächtige Spielfigur. Die beherrscht nun, weil sie eben nicht in der realen Welt unterwegs ist, einige krasse neue Tricks!
Saints Row 4 im Test: Mit der Stampfattacke schleudert ihr alle Gegner um euch herum von den Füßen. Besonders praktisch, wenn ihr auf Hausdächern kämpft. Quelle: Koch/PC Games Saints Row 4 im Test: Mit der Stampfattacke schleudert ihr alle Gegner um euch herum von den Füßen. Besonders praktisch, wenn ihr auf Hausdächern kämpft.

Bekanntes Spiel, neuer Anstrich

Recht schnell im Verlauf der Story erhaltet ihr ein buntes Repertoire an Superkräften. Ähnlich wie in Prototype 2 werft ihr mit Feuerbällen, wirbelt per Telekinese Autos durch die Luft, lauft Hauswände hinauf oder gleitet große Strecken durch die Luft. Es ist erstaunlich, wie sehr diese Elemente das Spielgefühl verändern, und wir verstehen nun, warum die Macher gleich einen Vollpreistitel aus ihrer DLC-Idee machten. Dennoch: Die Spielwelt ist trotz einiger Alien-Modifikationen im Großen und Ganzen immer noch das Steelport aus Saints Row 3. Viele Waffen, Autos und Klamotten wurden unverändert übernommen und auch viele Nebenaufgaben kehren in bekannter Form zurück. Gang-Stützpunkte sind zu Alien-Hotspots geworden, aber das Prozedere bleibt gleich: Ihr müsst alle Ziele erledigen, um die Zone für euch zu gewinnen. Auch Verwüstungs-Herausforderungen oder das Stellunghalten gegen mehrere Gegnerwellen kehren zurück. Hierbei bringen die Superkräfte zumindest Abwechslung ins Spiel.

Super, diese Kräfte!

Es hat schon was, der lästigen Alien-Brut mit Feuerbällen und gewaltigen Stampfattacken aus großer Höhe einzuheizen, anstatt mit Maschinengewehr und Schrotflinte. Und es wird so schnell nicht langweilig, mit Riesensätzen über Häuser zu springen oder die einzelnen Bezirke Steelports im Supersprint zu durchqueren – besonders wenn man ihn mit einer Tornado-Funktion aufwertet, sodass Autos und Passanten von eurem Tempo mitgezogen werden. Später gibt es sogar noch eine Feuer- oder Elek­tro-Aura für noch mehr Chaos. Generell lässt sich ständig etwas freischalten, aufsammeln, abhaken, einkaufen und verbessern. Hier öffnet ihr Geschäfte mittels Hacking-Minispiel, dort erledigt ihr Auftragsmorde oder simple Rennen und überall in der Spielwelt sind Hunderte blau leuchtende Datenfragmente verstreut, mit denen ihr eure Superkräfte noch besser macht. Wer einen ausgeprägten Sammel- und Vollständigkeitstrieb besitzt, wird das Gamepad so schnell nicht loslassen. Ja, das Gamepad! Zwar steuert sich der Titel auch mit Maus und Tastatur ganz okay, wir empfinden ein klassisches Konsolenpad jedoch als das eindeutig bessere Eingabegerät, zumal das Interface voll und ganz darauf ausgelegt ist.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Saints Row 4 - Test Seite 1 und Testvideo
  2. Seite 2 Saints Row 4 - Test Seite 2, Fazit und die 10 kurios-bescheuerten Dinge im Video
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