Harte Schale, weicher Keks - die US-Elite-Einheit kämpft erneut gegen den Terror!
Explosionen gehören zu den grafischen Highlights.
Lange mussten Fans der Reihe Geduld aufbringen, bis der dritte Teil des erfolgreichsten Online-Spiels für die PS2 endlich fertig war. Europäischen Fans wurde noch mehr Ausdauer abverlangt, denn während die US-Version von SOCOM 3 bereits im Oktober letzten Jahres erschien, findet die deutsche Version erst jetzt den Weg in die Händlerregale. Hat sich die Wartezeit wenigstens gelohnt? Diesen Monat beantworten wir die Frage für Solospieler, in der nächsten Ausgabe widmen wir uns ausgiebig dem Mehrspielerpart.
Terror XXL
Große Veränderungen hatten die Entwickler angekündigt - und auf den ersten Blick hat sich tatsächlich eine Menge getan. Die Umgebungen sind erheblich größer geworden, man darf verschiedene Fahrzeuge (mit holpriger Fahrphysik) steuern, es gibt endlich Checkpoints und aufrüstbare Waffen sorgen für mehr Abwechslung im Terroristenjäger-Alltag.
Am grundsätzlichen Spielgeschehen ändern diese Neuerungen allerdings ziemlich wenig. Man schleicht und kämpft sich durch meist recht karge Landschaften, ballert Terroristen mit einem IQ knapp über Zimmertemperatur nieder, folgt strikt dem linearen Missionsverlauf und fragt sich viel zu oft, wo sich die eigenen Kollegen denn gerade herumtreiben.
Wie schon in den Vorgängern tragen Ihre per Mikrofon oder Gamepad befehligten Kameraden nur wenig zum erfolgreichen Abschluss der Mission bei. Je mehr Sie sich selbst der gestellten Aufgaben annehmen, umso größer sind die Aussichten auf Erfolg. Das ist ziemlich schade, denn ein echtes Teamgefühl will sich nicht einstellen und man fühlt sich - wie so oft in diesem Genre - wie ein Kindergärtner mit Kalaschnikow.
Hat man sich mit dieser Problematik abgefunden, kämpft man sich größtenteils allein durch die Levels und schleift seine Kameraden eben so durch. Doch auch in Sachen Missionsdesign und Inszenierung beweisen die Jungs von Zipper Interactive nicht gerade meisterhafte Kompetenz. Alles wirkt etwas plump und amateurhaft, die Story trieft nur so vor ab-gedroschenen Klischees und feiert die amerikanische Spezial-einheit dermaßen kritiklos, dass einem fast schlecht wird.
Blöd, aber unterhaltsam
Das Powerboot ist schwer bewaffnet.
Reichlich Kritik also - und dennoch ist SOCOM 3 auch im Solomodus kein schlechtes Spiel. Der Umfang stimmt, es wird reichlich Abwechslung geboten, die Spielmechanik ist solide und Fans des Vorgängers werden sicherlich Gefallen daran finden. Bleibt die Frage, warum Taktik-Shooter nicht genauso packend inszeniert sein können wie Ego-Shooter vom Schlage eines Killzone oder Black ...
