Rygar: The Legendary Adventure

Test Wolfgang Fischer

Die deutsche Übersetzung sorgt für den einen oder anderen Lacher. Die deutsche Übersetzung sorgt für den einen oder anderen Lacher. Gladiator Rygar ist mächtig sauer: Erst schnappen sich ein paar übermächtige Wesen die hübsche Prinzessin Harmonia vor seinen Augen, und dann werfen sie den Recken auch noch in einen bodenlosen Schlund. Glücklicherweise hat die gütige Göttin Argo ein Einsehen und rettet den Helden vor dem sicheren Tod. Dies ist der Auftakt für Tecmos Actionknaller, bei dem Sie als Rygar durch sieben mythologisch angehauchte Levels streifen um die bösen Titanen zu stellen und die Prinzessin zu retten. Über die Story des Actiontitels sollten Sie sich aber besser keine großen Gedanken machen. Tecmo hat nach Gutdünken Elemente griechischer, römischer und ägyptischer Mythologie mit einer Prise Weltgeschichte zu einem undefinierbaren, klischeebeladenen Handlungsbrei vermischt.

Hanebüchene Handlung
Glücklicherweise trösten optisch ansprechende Locations und abwechslungsreiches Gameplay über die storytechnischen Unzulänglichkeiten hinweg. Der Held springt, klettert und metzelt sich gekonnt durch malerische Landschaften und umfangreiche Levels. Um sich gegen die angreifenden Würmer, Zyklopen, Spinnen und anderes Getier verteidigen zu können, hat Rygar von der Göttin Argo einen mystischen Kampfschild erhalten, einen so genannten Diskarmor. Zu Beginn ist der legendäre Actionheld nur mit der Hades-Version des Schilds ausgerüstet. Dieser dient natürlich in erster Linie zum Kampf, wird im Laufe des Spiels aber auch für die zahlreichen Jump&Run-Passagen genutzt. Zwei weitere Schilde, jeder mit besonderen Fähigkeiten, kommen im Laufe des Spiels hinzu. Jeder Diskarmor verfügt eine magische Spezialattacke, bei der eine Art Schutzgeist beschworen wird. Darüber hinaus ist es möglich, alle drei Waffen auf verschiedene Arten aufzubessern.

Einstürzende Levelbauten
Dies geschieht zum einen durch magische Sphären, Sfaira genannt, die so mancher besiegte Gegner bei sich trägt. Aber nicht nur Feinde führen diese wertvollen Gegenstände mit sich, sie sind obendrein über alle Spielabschnitte verteilt. Mit Hilfe des Diskarmors werden Säulen, Steine und Wände dank der vielfältigen Fähigkeiten des Kampfschilds in Sekundenschnelle zu Staub verwandelt. Hinter vielen dieser zerstörbaren Aufbauten verstecken sich neben den schon erwähnten Sphären, Upgrades, Extras, neue Combos und mächtige Juwelen, die ebenfalls genutzt werden können um die Diskarmors aufzubessern. In der höchsten Ausbaustufe fasst jeder Kampfschild vier Edelsteine. Diese erhöhen die Angriffskraft, sorgen für mehr kritische Treffer oder ermöglichen dem Helden sogar neue Attacken. Dank der gelungenen Steuerung ist es ohne viel Übung möglich, alle Varianten des Diskarmors und die zugehörigen Special Moves problemlos zu beherrschen.

Gelungene PAL-Anpassung
Obwohl Rygar nicht über einen 60Hz-Modus verfügt, kann man die Anpassung des Spiels an den europäischen Markt als gelungen bezeichnen. Der Actiontitel läuft durchgehend flüssig und im Vollbild. Bis auf das allgegenwärtige Kantenflimmern, unter dem der Titel leidet, ist an der Grafik nichts auszusetzen. Levels, Charaktere und vor allem Animationen sind vom Feinsten. Dies gilt auch für die orchestrale Hintergrundmusik, die für eine perfekte Atmosphäre sorgt. Während alle Menüs und Bildschirmtexte übersetzt wurden, hat man sich nicht die Mühe gemacht, die englische Sprachausgabe ins Deutsche zu synchronisieren. In den jeweiligen Zwischensequenzen sorgen jedoch (teilweise unfreiwillig komische) deutsche Untertitel für Verständnis.

Bildergalerie

Wertung zu Rygar - The Legendary Adventure (PS2)

Wertung:

83 /10

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