Nachdem wir in der letzten Ausgabe bereits Guitar Hero World Tour unter die Lupe genommen haben, trudelte für diese Ausgabe auch endlich die hierzulande zeitgleich veröffentlichte Fortsetzung von Rock Band bei uns ein. Während erstgenannter Titel vor allem auf die Möglichkeit setzt, selbst Songs einspielen zu können, versucht Harmonix‘ Band-Spiel mit einer schier unüberschaubaren Auswahl an Musikstücken zu punkten (siehe Extrakasten). Ansonsten erwarten euch in Rock Band 2 viele altbewährte Elemente und ein paar Detailverbesserungen, die aber noch einmal einiges an Spielspaß bringen.
Sex, Lebkuchen & Rock ’n’ Roll! Lebkuchen gibt’s separat beim örtlichen Bäcker, den Rest in Rock Band 2!
Weg zum Ruhm
Herzstück einer jeden Bandkarriere ist neben den diversen Alkohol- und Drogenexzessen natürlich das Touren durch die Weltgeschichte. Und das ist in Rock Band 2 vorbildlich eingefangen worden. Je nach der Anzahl an verfügbaren Bandkollegen erstellt ihr einen bis vier Musiker, weist Instrumente und Schwierigkeitsgrad zu - beides kann diesmal übrigens jederzeit geändert werden - und los geht's! Sehr angenehm ist, dass es keine Trennung zwischen Single- und Multiplayer-Modus gibt. Sind Freunde zur Hand, können diese jederzeit eurer Band beitreten und wenn sie nach ein paar absolvierten Gigs wieder ihres Weges ziehen, tauscht ihr diese einfach gegen CPU-Musiker aus und spielt weiter.
It's a dirty job ...
Dies ist vor allem deshalb eine äußerst weise Entscheidung der Entwickler gewesen, da es der riesige Umfang des Tour-Modus zu einer ziemlich nervigen Angelegenheit machen würde, ihn sowohl alleine als auch mit Band durchspielen zu müssen. Weiterhin bekommt ihr pro Song bis zu fünf Sterne, je nachdem wie perfekt ihr diesen spielt. Da ihr diese braucht, um weitere Locations und Gigs freizuschalten, kommt es also nicht nur darauf an, einen Track zu überstehen, ohne von der Bühne gebuht zu werden. Neben der Möglichkeit, die einzelnen Tracks abzuarbeiten, ist es nämlich zudem notwendig, diverse Gigs zu absolvieren, bei denen ihr eine Setlist vorgegeben bekommt oder selbst eine erstellt. Einziges Problem dabei ist, dass ihr so genötigt werdet, einige Stücke öfter zu spielen, als euch vielleicht lieb ist. Um etwas Abwechslung ins Tour-Leben zu bringen, werden euch immer wieder einige Extra-Aufgaben gestellt, wie einen Song ohne Overdrive zu absolvieren, oder ihr müsst ein Musikvideo drehen. Zudem könnt ihr Personal anheuern, das euch mehr Fans oder Geld bringt. Bis ihr schlussendlich im ultimativen Gig um die Aufnahme in die Rolling-Stone-Rockliste spielen werdet, vergeht also einige Zeit.
... but someone's gotta do it!
Und als wäre das alles nicht schon genug, beglückt euch Harmonix diesmal mit einem zusätzlichen Modus, in dem ihr bestimmte Herausforderungen absolvieren müsst, um Boni und weitere Challenges freizuschalten. Heruntergeladene Songs werden hier übrigens genauso verwendet wie im Tour-Modus. Das ist an sich eine coole Sache, wenn ihr eigene Setlists für Gigs zusammenstellt, kann aber auch stören, wenn die CPU dies für euch tut. Ihr solltet euch also gut überlegen, ob ihr z. B. Blackened von Metallica wirklich herunterladet, wenn ihr dem Titel nicht während eines Gigs begegnen wollt.
Das alte Lied von den Liedern
Ein Musikspiel steht und fällt mit seiner Auswahl an Songs. Während letzten Monat Guitar Hero World Tour mit seiner etwas befremdlichen Setlist für Stirnrunzeln gesorgt hatte, weiß jene von Rock Band 2 deutlich mehr zu gefallen (siehe auf den nächsten Seiten). Dass euch doppelt so viele Stücke wie beim Vorgänger zur Auswahl stehen, hat aber nicht nur Vorteile. Einige der Tracks kommen nicht über Lückenfüller-Niveau hinaus und zu Beginn des Tour-Modus dauert es eine Weile, bis richtige Kracher freigespielt sind. Dennoch ist die Songauswahl insgesamt rockiger und härter als jene des direkten Konkurrenten, auch wenn einige Titel in beiden Spielen enthalten sind. Ein großes Plus von Rock Band 2 ist die beachtliche Auswahl an Download-Stücken. Von Mötley Crüe über Nirvana bis hin zu den Nine Inch Nails ist hier vieles vertreten, was das Rockerherz höher schlagen lässt.
