Das Katapult wird durch das simultane Drehen der Analogsticks aufgeladen.
Mit Robin Hood: Defender of the Crown feiert einer der größten Klassiker der Spielgeschichte sein Comeback: Der ehemalige Amiga-Hit erstrahlt in neuem Glanz und soll - geht es nach den Entwicklern von Cinemaware - möglichst genauso erfolgreich werden wie seine Vorgänger. Wer mit dem bekannten Spielenamen gar nichts anfangen kann, hier eine kurze Einführung. Die Geschichte ist altbekannt: Der allseits geschätzte König Richard hat England verlassen, um sich mit seiner Armee an den Kreuzzügen zu beteiligen. Nachdem man eine Zeit lang nichts von ihm hört, wird fälschlicherweise angenommen, dass Richard im Krieg gefallen wäre. Das nutzt sein böser Bruder, Prinz John, gnadenlos aus und kürt sich mal ebenso zum neuen König von England. Durch dessen selbstherrliche Regentschaft geht es dem Volk aber dermaßen schlecht, dass es schon bald zu ersten Aufständen kommt, die später in einem regelrechten Bürgerkrieg enden.
Auf in den Kampf
Im Spiel stehen sich insgesamt sechs englische Feldherren gegenüber und einer davon sind Sie: Robin Hood. Ihre Aufgabe besteht darin, die anderen fünf Haudegen zu vernichten, König John zu besiegen und König Richard wieder auf den Thron zu hieven. Ihr Ziel erreichen Sie dadurch, dass Sie auf einer Landkarte ein feindliches Territorium nach dem anderen einnehmen. Gekämpft wird dabei auf einem grafisch schmucklosen 3D-Schlachtfeld. Dort befehligen Sie mit wenigen Knopfdrücken Ihre Einheiten und planen die taktisch sehr einfach geratenen Angriffe bzw. Verteidigungen. Zum Attackieren stehen Ihnen Bauern, einfache Soldaten, Ritter, Bogenschützen und Katapulte zur Verfügung, die allesamt unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Wie der Kampf letztendlich ausgeht, entscheidet nicht nur die gewählte Taktik, sondern auch die reine Anzahl an Einheiten.
Minispiele
Um sich während der Kämpfe möglichst viele Einheiten kaufen zu können, benötigen Sie natürlich Kleingeld. Dieses beschaffen Sie sich auf drei verschiedene Arten: Zum einen können Sie sich als Bogenschütze betätigen und in verschiedenen Waldlichtungen auf Beute warten. Dabei zielen Sie aus der Ego-Perspektive auf die vorbeitrabenden Soldaten des Feindes und schießen einen nach dem anderen aus dem Sattel. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Plünderung gegnerischer Burgen: Hier stehen Sie Ihren Gegnern wie bei einem Prügelspiel gegenüber und versuchen, mit geschickten Angriffscombos das Schwertkampfduell für sich zu entscheiden. Als Letztes steht Ihnen noch die Möglichkeit der Teilnahme an einem Ritterturnier offen. In der Disziplin "Lanzengang" treten Sie gegen die anderen Feldherren des Landes an, wobei neben dem Geld auch die Ehre und Ländereien auf dem Spiel stehen.
Kaum Spieltiefe
Das größte Manko der spaßigen Minispielchen ist, dass sie allesamt äußerst simpel aufgebaut sind, sich ständig wiederholen und eigentlich nichts anderes als Geschicklichkeit und eine gute Reaktionsfähigkeit zählen. Die Spieltiefe tendiert dabei fast gegen null. Auch die Grafik ist bei den Missionen sehr schlicht gehalten und reizt die Power der PlayStation 2 nicht im Geringsten aus. Die Verkaufsversion wird übrigens mit deutschen Untertiteln versehen sein.
