Richard Burns Rally

Test

Richard Burns und Colin McRae haben einiges gemeinsam: Beide kommen aus Großbritannien (Burns aus England, McRae aus Schottland), beide wurden exakt einmal WRC-Rallye-Weltmeister (Burns 2001, McRae 1995) und beide feierten ihre größten Erfolge in einem Subaru Impreza WRX. Neuerdings gibt es sogar noch ein viertes übereinstimmendes Merkmal: Beide haben ein eigenes Videospiel! Nachdem Colin McRae bereits seit Jahren mit seinem eigenen Spiel am Start ist, darf jetzt auch Richard Burns über die virtuellen Strecken der Xbox rasen.

Unterschiedliche Spiele
Trotz all der Gemeinsamkeiten der beiden Ausnahmerennfahrer unterscheiden sich deren Rallye-Spie-
le gravierend voneinander. Während die Codemasters-Entwickler bei Colin MacRae einen Kompromiss aus realistischem und arcadelastigem Fahrverhalten gewählt haben, setzen die Programmierer von Warthog bei ihrem Werk auf knallharten Realismus. So verwundert es nicht, dass es bei keinem anderen Rallye-Spiel ein dermaßen wirklichkeitsnahes und anspruchsvolles Fahrverhalten gibt wie bei Richard Burns Rally. Der
Spieler muss ständig wohldosiert mit Gas, Bremse und Handbremse umgehen, um auf der Strecke zu bleiben. Das Fahrverhalten ist dabei sogar so fordernd, dass man selbst auf langen Geraden nicht ständig mit Vollgas heizen kann, sondern regelmäßig vom Gas gehen und kleine Kurskorrekturen vornehmen muss. Anfangs ist der Spieler damit regelrecht überfordert und schafft nahezu keinen Streckenabschnitt, ohne dabei mehrmals von der Strecke abzukommen. Erst wenn man die umfangreiche und gute Rallye-Schule absolviert, sich von Richard Burns persönlich Renntipps abgeholt und erste Gehversuche bei den Einzelrennen gemacht hat, ist man halbwegs fit für die Rallyemeisterschaft. Ob einem dieser wirklich unglaublich ho-he Realitätsanspruch (mitsamt der benötigten Einarbeitungsphase) letztendlich liegt oder nicht, muss jeder für sich selber entscheiden - Anfänger sollten jedenfalls tunlichst die Finger von Richard Burns Rally lassen!

Gravierende Mängel
Was allerdings nicht gelungen ist und nicht zum realistischen Fahrverhalten von Richard Burns Rally passt, ist die viel zu niedrige Spielgeschwindigkeit. Wenn man mit 100 km/h über die Strecke fährt, hat man ständig das Gefühl, man würde mit knapp 30 km/h durch die Wildnis tuckern. Dadurch wird leider viel vom angestrebten Realismus wieder zerstört. Die höchst durchschnittliche und abwechslungsarme Grafik (verwaschene Texturen, schwache Wettereffekte), die gerade mal mit 30 Bildern pro Sekunde dargestellt wird und mit regelmäßigen Rucklern zu kämpfen hat, ist ein weiterer Kritikpunkt. Da letztendlich auch der Umfang des Spiels (nur 6 Rallyes, 8 Autos und 37 Strecken) größere Defizite aufweist, ist Richard Burns Rally wirklich nur eingefleischten Realismusfans zu empfehlen.

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