Kevin wurde von einigen Zombies überrannt und ist ihnen hilflos ausgeliefert.
Als Resident Evil Outbreak erstmals angekündigt wurde, erregte das die Gemüter der Fangemeinde. Die Möglichkeit, jetzt auch online auf Zombiehatz zu gehen, klang verlockend. Zudem ist Outbreak nach etlichen Spielen für den GameCube der erste "richtige" neue Resident Evil-Titel für die PS2. Die Vorfreude war dementsprechend groß und der Erfolg des Spiels schon so gut wie sicher. Leider kam der etwas schleppende Verkauf des Netzwerk-Adapters für die PS2 dazwischen und Capcoms Befürchtungen, dass sich deswegen zu wenige Zombiejäger online tummeln würden, führte zu der Entscheidung, einen Offline-Modus in das Spiel einzubauen. Allerdings merkt man zu jedem Zeitpunkt, dass Outbreak als Online-Titel konzipiert war und in dieser Form für Einzelspieler einfach nicht so gut funktioniert. Als Zusatz zu den Online-Szenarien ist das zwar trotzdem ein netter Zeitvertreib, sollte Outbreak hierzulande aber ausschließlich offline erscheinen, wäre das ein großer Verlust für europäische Spieler.
Fünf Szenarien und keine Story
Outbreak ist in fünf unterschiedliche Szenarien unterteilt. Diese sind lediglich dadurch miteinander verbunden, dass sie alle in Raccoon City spielen. Eine durchgehende Story wie in den alten Resident Evil-Titeln gibt es nicht. Dies ist einer der Hauptgründe, warum Resident Evil Outbreak im Online-Modus zwar gut funktionieren könnte, offline aber nicht halb so aufregend ist wie alte Teile der Serie. Daran ändert auch der Wiederspielwert nichts: Es gibt insgesamt acht Charaktere, mit denen Sie jedes Szenario spielen können, sowie zahlreiches Bonusmaterial, das aber erst einmal freigeschaltet und anschließend mit Punkten, die Sie als Belohnung für jedes Szenario erhalten, erkauft werden muss.
Halt den Mund und lade endlich
Die Spielmechanik selbst hingegen funktioniert recht gut. Kenner der Serie werden sich dank einer nur wenig veränderten Steuerung und typischer Resident Evil-Rätsel schnell zurechtfinden, wobei viele Rätsel sogar einfach nur recycelt und beinahe 1:1 aus alten Teilen der Serie übernommen wurden. Hier hätte Capcom ruhig ein bisschen einfallsreicher sein können. Ein echtes neues Element hingegen ist die Möglichkeit zur Kommunikation. Auch wenn Sie offline spielen, werden Sie von zwei weiteren Charakteren begleitet. Von diesen können Sie Items anfordern oder Sie können sie um Hilfe im Kampf gegen die Zombiehorden bitten. Allerdings besteht auch hier ein Problem: Es gibt nur einige wenige Standardkommandos, die Sie mit dem rechten Analogstick erteilen. Die Macher von Outbreak haben sich gegen eine Headset-Funktion entschlossen, um die Atmosphäre des Online-Spiels nicht durch Privatgespräche der Spieler zu gefährden. Das klingt verständlich, aber wenn die computergesteuerten Charaktere im Offline-Spiel permanent selbst sinnlose Befehle oder Ausrufe von sich geben, wirkt sich das wohl negativer auf die Atmosphäre aus als ein freundliches "Und, was machst du so am Wochenende?" eines menschlichen Mitspielers. Ansonsten funktioniert die KI aber ganz gut und nur selten verflucht man das Verhalten der virtuellen Gefährten. Auch auf eben angesprochene Befehle reagieren die anderen Figuren in den meisten Fällen recht schnell. Weniger flott geht allerdings der Wechsel von einem Raum in einen anderen vonstatten. Sie denken, die Türanimationen vergangener Resident Evil-Zeiten seien nervig gewesen? Die waren nicht halb so schlimm wie der zehn Sekunden lange Blick auf einen schwarzen Bildschirm. Solche Ladezeiten sind nicht akzeptabel, besonders nicht bei einem Spiel, in dem man ständig durch Türen schreiten muss. Das geht sogar so weit, dass Sie bei manchen raumübergreifenden Kombinationsrätseln mehr Zeit vor dem Ladebildschirm als mit dem Lösen des Rätsels selbst verbringen werden. Wer die Ladezeiten verkürzen will, kann sich in Japan die Festplatte für die PS2 besorgen, für den europäischen Markt ist diese aber noch nicht angekündigt.
