Resident Evil Outbreak File #2

Test

Das Inventar ist umständlich, aber wenigstens übersichtlich. Das Inventar ist umständlich, aber wenigstens übersichtlich. Damit wären wir auch schon beim interessantesten Feature des Spiels angelangt. Endlich darf man online mit bis zu drei Freunden gemeinsam ums Überleben kämpfen. Wir konnten uns bereits vor dem Verkaufsstart auf den Capcom-Servern herumtreiben und trennten die Verbindung mit gemischten Gefühlen. Die Technik ist nicht zu beanstanden, doch da Sie während des Spiels weder per Headset noch per USB-Tastatur mit Ihren Mitstreitern kommunizieren dürfen, spielt sich Resident Evil Outbreak File #2 online eigentlich genauso wie offline.

Sicher, die Kollegen sind menschlicher Natur, doch wirklich spürbar ist dieser Unterschied selten und im Endeffekt können Sie auch ganz allein durch die Levels rennen und fleißig Items sammeln. Capcom baute nicht ohne Grund keinen Support für Headsets ein, um die Atmosphäre nicht zu beeinträchtigen. Doch die Mehrspieler-Erfahrung wäre ungleich größer gewesen.

Nicht drüber nachdenken

Man muss schon ein großer Liebhaber der Serie sein, um vollends mit Resident Evil Outbreak File #2 glücklich zu werden. Spielerisch wirkt die Zombiehatz mittlerweile reichlich angestaubt, Schockeffekte sind kaum noch auszumachen und das umständliche Inventar trägt ebenfalls nicht gerade zur Begeisterung bei. Oder wie glaubwürdig erscheint es Ihnen, dass Ihr Charakter zwar locker fünf Schrotflinten, Besenstiele oder Betonmischer mit sich herumschleppen kann, aber mehr als fünf kleine Münzen den Rahmen des Inventars sprengen?

Es ist diese typische Resident Evil-Logik, die man fast schon vermissen würde, wäre sie nicht vorhanden. Natürlich ist es hanebüchener Blödsinn, wenn das Eingangstor des Zoos über zwei Löwenstatuen gesteuert wird, in die jeweils eine Plakette eingesetzt werden muss, aber gerade Kenner von Resident Evil wundern sich angesichts solcher Ideen schon gar nicht mehr. Leider ist es nicht die Logik allein, von der man sich eine Weiterentwicklung erhoffen würde.

Gespeichert wird nach wie vor an Schreibmaschinen, die erst einmal gefunden werden wollen, und einige Animationen wirken etwas steif. Immerhin konnten die Ladezeiten zwischen den Räumen verkürzt werden. Zwar nervt es immer noch gewaltig, wenn man auf einem Weg von 20 Metern mehr Ladepausen ertragen muss als Gegner, doch im Vergleich zum Vorgänger haben sich die Wartezeiten deutlich verkürzt. Durchschnittlich starrt man im Nachfolger lediglich fünf bis sechs Sekunden auf einen schwarzen Bildschirm.

Renovierung erforderlich

Auch was die Technik anbelangt, spielt Resident Evil Outbreak File #2 in der gleichen Liga wie sein Vorgänger. Die abwechslungsreichen Umgebungen sehen allesamt sehr schick aus, einige nette Lichteffekte versüßen die Optik und stellenweise kann man das Gebotene gar als richtig hübsch bezeichnen. Die Charaktere sehen hervorragend aus und im 60-Hz-Modus läuft das Spiel stets absolut flüssig.

Das stimmungsvolle Intro wurde stilvoll inszeniert und zahlreiche Zwischensequenzen innerhalb des Spiels können sich ebenfalls sehen lassen. Etwas weniger Begeisterung entfacht die englische Sprachausgabe. Nicht alle Sprecher kommen wirklich sonderlich motiviert rüber, was angesichts einiger eher alberner Dialoge aber nicht weiter verwundert. Wer der englischen Sprache nicht mächtig ist, kann die Geschehnisse übrigens in deutschen Untertiteln verfolgen.

Die restliche Akustik könnte ebenfalls eine Frischzellenkur vertragen. Während die Waffen ordentlichen Wums aus den Boxen dröhnen lassen, klingen die Schrittgeräusche meist unpassend und angestaubt. Wer alle Spiele der Serie haben muss und sie schon etliche Male durchgezockt hat, der sollte bei dem günstigen Preis auf jeden Fall zugreifen. Wer sich einfach nur gerne gruselt und Raccoon City nicht mehr sehen kann, ist mit dem Zweispieler-Hit Obscure besser bedient.

Wertung zu Resident Evil: Outbreak File No. 2 (PS2)

Wertung:

78 /10
Fazit

Spielerisch eine Reise in die Vergangenheit, die Fans der Reihe dennoch lange unterhalten dürfte.

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