Test zu Relicta: Gelungener Physik-Puzzler mit magnetischer Anziehungskraft
Test
Rätselfreunde aufgepasst: Im neuen Physik-Puzzler Relicta werden eure vergessen geglaubten Kenntnisse der physischen Gesetze auf die Probe gestellt. Wer kreative Lösungsansätze liebt und ein paar Grübelfalten nicht scheut, der findet in unserem Test heraus, was genau ihn erwartet.
Die Gesetze der Physik sind für uns so selbstverständlich, dass wir sie selten bewusst wahrnehmen. Entwickler Mighty Polygon gräbt die für viele Spieler vermutlich schon lang vergessenen Grundlagen der Physik aus und verpackt diese in ein gelungenes Rätselspiel.
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Gameplay nach dem Portal-Prinzip
Wie auch das bekannte Rätselgame Portal setzt Relicta auf physikbasierte Denkspiele in der der First-Person-Perspektive. Statt zu einem Meister der Portale werden wir in Relicta aber zum Physik-Bändiger.
In unseren Händen halten wir die Macht über Magnetismus, Polarität und Schwerkraft. Jedoch nur, wenn wir besondere Handschuhe tragen, die uns optisch an Smartphonehandschuhe erinnern - aber solche aus der über-über-übernächsten Generation.
Quelle: PC Games
Kreative Möglichkeiten, Magnetfelder und mächtige Handschuhe sind eure Mittel zum Erfolg.
Mit unseren machtvollen, wenn auch nicht modischen, Accessoires müssen wir spacige Würfel und Magnetfelder so kontrollieren, dass wir die Quader am Ende auf elektronischen Schnittstellen platzieren können. Nur wenn alle Schaltkreise für die undurchdringbare Barriere geschlossen sind, erhalten wir Zutritt zur nächsten Aufgabe. Hierbei treffen logisches Denken und Kreativität auf eine wundervolle Weise aufeinander. Die teils innovativen und kreativen Lösungswege haben uns gefordert, aber auch viel Spaß bereitet.
Zwischen Knobelfrust und Rätselfreude
Quelle: PC Games
Hindernisse erschweren den Weg zum Ziel. Würfel können beispielsweise die violetten Wände nicht passieren. Wie bekommt ihr den Quader also auf die andere Seite? Knifflig.
Vor einer Sache braucht ihr in Relicta (jetzt kaufen 19,99 € ) keine Angst haben: Zu leichten Rätseln. Das Tutorial beginnt noch wie dezentes Gehirnjogging, doch bereits im ersten Aufgabengebiet müssen eure grauen Zellen endgültig in den Tryhard-Modus wechseln. Das Spiel ist mit seinen Aufgaben wirklich schonungslos und gibt verzweifelten Rätselratern weder Lösungen noch Tipps an die Hand.
Ein paar Hints hätten auch wir als hilfreich empfunden, denn die Autorin dieser Zeilen musste über eine Stunde in der Denkerpose verweilen, bis sie eine besonders knifflige Aufgabe lösen und mit dem Spiel fortfahren konnte. Das Knobelpotenzial ist also nicht nur eine relative Größe. Google-affine Gamer werden mit Sicherheit einen Weg finden, um sich außerhalb des Puzzlers eine Lösung zu beschaffen, das nimmt einem aber natürlich viel des Puzzlespaßes.
Immersion und Storytelling on point
Quelle: PC Games
Die Story wird hauptsächlich durch digitale Kommunikation zwischen den Charakteren vermittelt.
In der Forschung allerdings ist man immer auf sich selbst gestellt. Tipps oder Komplettlösungen gibt es in der Naturwissenschaft leider nicht. Dieser Realität muss sich auch Protagonistin Dr. Angelica Patel täglich stellen. Als Physikerin arbeitet sie in einer Forschungseinrichtung auf dem Mond, die von einer außerirdischen Kristallstruktur mit Energie versorgt wird. Um das Geheimnis des kristallinen Relikts lüften zu können und um wichtige Personen zu retten, muss Dr. Patel die anspruchsvollen Physikrätsel lösen.
Die Story ist für ein Puzzlespiel wirklich interessant und vor allem gut umgesetzt. Es fiel uns sehr leicht, uns in die Physikerin einzufühlen. Zudem sorgen die detailreiche Umgebung und der subtile Soundtrack für ein immersives Erlebnis. Ein Spiel, bei dem wir nicht nur um des Knobelns Willen weiterkommen wollen, sondern auch, um die authentische Story voranzubringen.
Wer suchet der findet
Quelle: PC Games
Schläuche, Kabel und markierte Türen leiten unseren Weg - Können eine gescheite Minimap jedoch nicht ersetzen.
Um zu den unterschiedlichen Rätselgebieten zu gelangen, müsst ihr euch durch die Forschungseinrichtung zu verschiedenen Arealen begeben. Der Weg dorthin ist manchmal bereits ein kleines Rätsel für sich. Zwar bekommt ihr ein paar subtile Hinweise, wo es wohl langgehen soll, absolut eindeutig sind diese aber nicht.
Ein weiteres Problem ist der fehlende Questlog. Eure Aufgabe wird nur kurz eingeblendet und bleibt danach für immer verschollen. Relicta verlangt euch also auch außerhalb der Rätselareale ein gutes Gedächtnis und eine hohe Konzentration ab. Nach langem Suchen findet man in der größentechnisch überschaubaren, aber optisch sehr gleichartigen Forschungsstation aber immer wieder auf den richtigen Weg zurück. Uns hat der Mangel an Information bei der Wegfindung und den Quests jedoch etwas irritiert, denn anders als bei den eigentlichen Puzzles handelt es sich hier offensichtlich um Designschwächen.
Gehirnsprint für Fortgeschrittene
Insgesamt ist Relicta aber wirklich ein gelungenes Spiel, an dem es wenig zu beanstanden gibt. Schnelles Rätselraten zwischendurch ist mit diesem Puzzler allerdings nicht möglich. Für Knobelprofis und Physik-Nerds sowie alle, die ihren Kopf mal wieder so richtig zum Qualmen bringen wollen, bietet dieser Titel anspruchsvolle Rätsel mit kreativen und innovativen Lösungswegen. Relicta ist seit dem 4. August 2020 für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Happy Puzzling!
