Astreine Steuerung
Großes Lob gebührt dagegen der Steuerung. Diese funktioniert einwandfrei und steigert regelrecht den Spielspaß. Problemlos sprintet Bishop bei gedrücktem linkem Bumper in Richtung der nächsten Wand. Drückt man dort die linke Schultertaste geht er dahinter automatisch in Deckung. Mit dem linken Ministick lässt man ihn links oder rechts hervorlugen. Auch blindes Feuern aus dem geschützten Bereich heraus ist möglich.
Taktik-Shooter Rainbow Six: Vegas 2
Kontextsensitivität lautet darüber hinaus das Zauberwort. Mit der A-Taste etwa scheucht man die Kameraden durch die Gegend, an bestimmten Punkten abseilen, Bomben entschärfen, an einer Tür Stellung nehmen, und so weiter. Gerade letzteres zählt zu Ihrer wichtigsten Taktik. Weil fast alle Räume mehrere Eingänge bieten (manchmal sogar komplett andere Zugriffswege, wie etwa durch das Dach), spielt sich das folgende Szenario regelmäßig von Neuem ab: Ihre Kollegen gehen neben einer Tür in Position während Sie bis zu zwei Gegner durch die Snake Cam markieren, die Sie unter der Tür hindurch schieben. Anschließend gehen Sie aufs Dach oder zu einem Nebeneingang und geben den Befehl zum Zugriff. Jedesmal, wenn man Terroristen erfolgreich von zwei Seiten gleichzeitig in die Zange nimmt, möchte man vor Freude jauchzen. Befehle wie das Werfen einer Blend-, Rauch- oder Splittergranate oder das Anbringen einer Türladung erweitern das taktische Repertoire. Das alles gab es allerdings bereits im Vorgänger.
Innovationen auf Sparflamme
Neu hingegen ist das A.C.E.S.-Beförderungssystem. Dieses ist unterteilt in die Kategorien Meisterschütze, Nahkampf und Sturm und ist im Grunde nichts weiter als eine Statistik, die anzeigt, welche Vorgehensweise der Spieler bevorzugt. Schießen Sie am liebsten mit dem Scharfschützengewehr aus dem Hinterhalt, erhalten Sie Extrapunkte für das Töten aus großer Entfernung. Landen Sie einen Kopftreffer, gibt es ebenfalls einen Extrapunkt. Klar, dass sich die USK daran stört, daher ist damit zu rechnen, dass Ubisoft dieses Punktesystem in der deutschen Version entfernen wird. Dann entfällt aber auch das von der Vorgehensweise abhängige Belohnungssystem, denn Meisterschützen schalten weitere Scharfschützengewehre frei, Nahkämpfer Schrotflinten und Sturm-Experten (Jene, die mit Granaten und C4-Sprengstoff töten) Maschinenpistolen.
Taktik-Shooter Rainbow Six: Vegas 2 - Sturmgewehre Teil 2
Macht aber nichts, schließlich unterscheiden sich die Waffen innerhalb der Waffenkategorien kaum voneinander. In Sachen Durchschlagskraft und Genauigkeit erhält der Spieler relativ früh Spitzenmodelle, so dass sich die Motivation, auf den nächsten freigeschalteten Schießprügel umzusteigen arg in Grenzen hält. Dieser fühlt sich noch dazu ganz genauso an, wie die alte Waffe.
Wenig motivierend ist auch die wirre Geschichte, die in kleinen eingeblendeten Videofenstern erzählt wird und belanglos vor sich hin plätschert. Hier und da müssen Sie eine Bombe entschärfen, Sie wissen schon. Emotionen kochen lediglich hoch, sobald Sie mit Schrecken feststellen, dass Sie einen Anschlag nicht werden verhindern können. Die fast schon kindische und noch dazu unlogische Aufklärung der Geschichte am Ende enttäuscht aber auf ganzer Linie.
Segensreicher Mehrspielermodus
Mit sieben Modi wartet der Mehrspielerbereich auf, darunter Koop und die aus dem Vorgänger bekannte Terroristenjagd. Austoben dürfen Sie sich auf 12 sehr abwechslungsreichen Karten, die jedoch alle so groß sind, dass es erst ab 6 Spielern aufwärts so richtig Spaß macht. Der Modus Angriff und Verteidigung erinnert an Counter Strike, denn ein Terror-Team muss eine Bombe legen, während die angreifende Anti-Terror-Einheit selbige entschärfen muss.
Überleben sowie Team-Überleben entspricht dem klassischen (Team-)Deathmatch. Neu und wirklich gelungen sind die Varianten Totale Eroberung und Team-Anführer. Im erstgenannten gilt es, drei Radarstationen zu erobern und zu halten, bis der anschließende Countdown abgelaufen ist. Am besten gefiel jedoch der Team-Anführer-Modus. Zwei Teams kämpfen gegeneinander. Das Besondere: die jeweiligen Anführer können sich in Form eines auch durch Wände sichtbaren Sterns mit Entfernungsanzeiger sehen. Damit sind geschickte Ablenkungsmanöver und Hinterhalte möglich. Denn es gilt, den jeweils anderen Anführer entweder zu eliminieren, oder mit dem eigenen Team die Sicherheitszone zu erreichen. Getroffene Nicht-Anführer respawnen in der Nähe ihres Anführers. Für die Portion Extraspaß sorgt die Tatsache, dass das gesamte Taktik-Repertoire aus der Kampagne verfügbar ist und sogar erweitert wurde. So sind Scherzartikel wie begrenzt benutzbare Bewegungssensoren, Radarblocker, Gasmasken und Tränengas vorhanden, die es im Einzelspielermodus nicht gibt. Alles in allem ist der Mehrspielermodus von Rainbow Six: Vegas 2 der Hauptgrund, sich das Spiel zu kaufen.
