R: Racing Evolution

Test Christian Schönlein

Silva wird nervös und Vicoso beschwert sich für unser Fahrverhalten. Silva wird nervös und Vicoso beschwert sich für unser Fahrverhalten. Bei den Begriffen "Namco" und "Rennspiel" denkt man automatisch an Ridge Racer. Entsprechend groß war die Vorfreude, als das neue Rennspiel R: Racing Evolution angekündigt wurde - aber auch sehr groß die Enttäuschung, als man hören musste, dass der neue Titel nichts mehr mit den arcadelastigen Rennspielen von früher zu tun haben soll. Tatsächlich könnte man R: Racing Evolution viel eher mit Titeln wie Gran Turis-mo vergleichen. Das Gameplay ist nun realistischer; wer sich verbremst, fliegt gnadenlos von der Strecke. Durch Kurven driften ist also nicht mehr. Da- mit sich Anfänger mit der simulationslastigeren Steuerung zurechtfinden, hat man einen "Bremsassistenten" eingeführt, der für Sie das Bremsen übernimmt. Dadurch wird das Spiel allerdings so einfach, dass sich Rennspielfans schnell langweilen. Wenn Sie sich also spannende Kopf-an-Kopf-Rennen liefern wollen, stellen Sie diese Funktion lieber aus.

Der Weg zum Ruhm
Verpackt hat man die Rennsimulation in eine einfache Story, in der der Spieler in den hautengen Rennanzug von Rena Hayami schlüpft. In 14 Missionen behaupten Sie sich in klassischen Rennen, Rallyes und Drag-Rennen (siehe Info "Vielfältiges Fahren") und werden so von der Newcomerin zur Spitzensportlerin. Zwischen den Rennen wird das Auge der (männlichen) Spieler mit Videosequenzen verwöhnt, die die seichte Story weitererzählen. Wieso Rena ihren Overall immer bis unter die Brust aufgezogen hat, ist uns ein Rätsel - beschweren wollen wir uns deswegen aber nicht. Schließlich sind diese freizügigen Videosequenzen mit das Ansehnlichste an R: Racing Evolution, denn grafisch sieht der Titel aus wie ein PS2-Spiel der ersten Generation. Die Rennstrecken verursachen dank Dauergeflimmer Kopfschmerzen und die Treppchenbildung an den Fahrzeugen sieht einfach unschön aus. Ein gutes Geschwindigkeitsgefühl kommt zudem nie wirklich auf - trotz der extrem flüssigen Darstellung. Dafür hält einen die Soundkulisse mit treibenden Techno- und Funk-Beats auf Trab. Der Gesprächsfunk, durch den Sie wertvolle Tipps aus der Boxengasse erhalten oder aber Beleidigungen der Gegner an den Kopf geworfen bekommen, sorgt zusätzlich für Atmosphäre. Lediglich die nervenden Motorengeräusche stören die ansonsten gut geratene Sounduntermalung.

Schon nervös?
Dennoch kann man mit dem Titel Spaß haben, wenn man sich damit abfindet, es nicht mit einem Ridge Racer zu tun zu haben. Gameplay-Elemente wie die Nervositäts-Leiste verleihen dem Spiel Realismus: Bleiben Sie dicht an einem Rivalen, füllt sich diese Leiste, die über seinem Fahrzeug angezeigt wird. Je voller sie ist, desto nervöser der Fahrer - und je nervöser der Fahrer, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich verbremst. Besonders im hohen Schwierigkeitsgrad müssen Sie diese Taktik geschickt einsetzen, um hohe Platzierungen herauszufahren. Für gewonnene Rennen erhalten Sie dann "Reward Points". Mit diesen Siegpunkten kaufen Sie neue Fahrzeuge oder schalten im Event-Modus bis zu 166 Herausforderungen frei, in denen Sie zum Beispiel Duelle gegen nur einen anderen Fahrer antreten oder vor Ablauf eines Zeitlimits durchs Ziel fahren müssen. Für die eine oder ande- re kurzweilige Herausforderung kann man den Titel also immer wieder mal aus dem Regal holen. Das ist zumindest fesselnder als der lahme Mehrspielermodus. Lediglich zu zweit und ohne jegliche computergesteuerte Gegner begibt man sich hier auf die Rennstrecke.

Bildergalerie

Wertung zu R: Racing (PS2)

Wertung:

70 /10

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