Das Abzapfen der Psi-Energie wurde optisch cool gestaltet.
Noch mehr Geisteskraft entlockt man seinen Gegenübern aus dem Hinterhalt. Schleicht man sich von hinten an einen Soldaten heran und tankt bei ihm Psi-Energie, quittiert der arglose Kerl dies kurz darauf mit dem Verlust seines Kopfes. Das klingt nicht nur brutal, das ist es auch. In dieser Beziehung bleibt sich Midway treu und wie im Kassenschlager Mortal Kombat Deadly Alliance fließt Blut gleich literweise. Eigentlich schade, denn wirklich nötig hat der Titel diese Effekthascherei nicht. Wer also seinem Magen nicht zu viel zumuten möchte, sollte auf die entschärfte PAL-Version warten. Auf die spielerischen Qualitäten hat diese Gewaltdarstellung natürlich keinen Einfluss. Trotz der recht komplexen Steuerung und der vielen Möglichkeiten gehen selbst aufwendige Aktionen leicht von der Hand und man fühlt sich schnell wie ein Jedi-Ritter an der Schwelle zur dunklen Seite der Macht. Auf den Boden der Tatsachen bringen einen erst wieder die zahlreichen und fulminant inszenierten Boss-Gegner. Diese besonders zähen Brocken beherrschen meist eine der Psi-Kräfte ausnehmend gut und sind nur mit der richtigen Taktik zu besiegen. Hier sei im Speziellen der Kampf gegen den Telekinese-Experten Barret hervorgehoben, der mit ganzen Güterwaggons um sich schmeißt und durch diesen Lärm so manches Zocker-Wohnzimmer erzittern lässt. Zwar sind die Boss-Kämpfe allesamt nicht allzu schwer, dennoch: Die rasante Inszenierung und der krachende Sound lassen den Puls rasen.
Nicht perfekt
Das klingt doch alles richtig super, wieso also kein Hit? Nun, zum einen ist das Spiel zwar sehr unterhaltsam, aber auch nicht übertrieben umfangreich. Viele Orte müssen mehrmals besucht werden und stellenweise wird der Titel künstlich in die Länge gezogen. Dabei fällt vor allem die nahezu unbrauchbare Kartenfunktion negativ auf. Auf dieser sind nämlich sämtliche Einsatzziele verzeichnet, leider auch bereits erledigte. Zoomen oder drehen kann man den Wegweiser leider auch nicht und im Zusammenspiel mit den teilweise etwas vagen Missionsbeschreibungen geistert man nicht selten recht planlos durch die Gegend. Etwas zu kurz kommt auch die Abwechslung. Unterirdische Forschungsanlagen, Bürogebäude oder eine Militärbasis klingen auf dem Papier sehr facettenreich, im eigentlichen Spiel dagegen sehen sich viele Einsatzorte recht ähnlich. Gegen Ende darf man zwar noch in einem verlassenen Tempel zu Werke gehen, allerdings dämpfen hier stark gepanzerte Gegner und extrem nervige Kreaturen der Zwischenwelt den Spielspaß. Umso unterhaltsamer ist der zweite Durchlauf, denn dann kennt man alle Umgebungen und der Fokus liegt auf der möglichst originellen Beseitigung der Gegner. Die technische Seite ist grundsolide und stellenweise sieht der Titel sogar richtig gut aus. Coole Effekte, eine flüssige Darstellung und natürlich die hervorragend implementierte Physik sind durchaus ansehnlich. Die Zwischensequenzen sind allesamt gerendert und sehen klasse aus, besonders das fetzige Intro erscheint selbst nach mehrmaligem Anschauen nicht langweilig. Saubere Arbeit, Midway!
