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Sie kennen Kudos nicht? Das kann nur daran liegen, dass Sie kein Rennspielfan sind, oder schlichtweg den gelungenen Xbox-Launch-Titel Project Gotham Racing verpasst haben. Bereits hier gab es nämlich schon diese speziellen Kudos-Punkte zu gewinnen, die beispielsweise für exzellente Drifts, waghalsige Überholmanöver oder eine perfekte Linie vergeben wurden. Ursprünglich stammt das Belohnungs-System vom Dreamcast-Hit Metropolis Street Racer und wird natürlich auch beim neuen Project Gotham Racing 2 in leicht abgewandelter Form eingesetzt.
Das Ding mit den Kudos
Bei PGR 2 ist es nun wesentlich einfacher, anständig Punkte zu kassieren. Früher wurde durch jede Berührung der Fahrbahnabsperrung (etwa nach einem zu heftigen Drift) der gerade erreichte Bonus zunichte gemacht. Jetzt wird zumindest ein Teil der Punkte gutgeschrieben und nur eventuelle Combo-Boni (für fehlerfreie Aneinanderreihung mehrerer Kudos-trächtiger Manöver) gelöscht. Warum wir das alles erklären? Ganz einfach: Ohne Kudos läuft bei Project Gotham Racing 2 gar nichts. Nur genügend Punkte auf dem Konto ermöglichen den Kauf unglaublicher Traumsportwagen wie Ferrari Enzo oder Porsche Carrera GT.
Wettbewerbe am laufenden Band
Die insgesamt 14 Rennserien im Kudos-Weltmeisterschafts-Modus sind jeweils in knapp zehn Events unterteilt. Hier stehen neben normalen Rennen gegen äußerst ausgebuffte Computergegner auch zahlreiche Herausforderungen zur Verfügung, bei denen Sie sich ganz alleine auf der Bahn befinden. Folglich gibt es unter anderem Aufgaben, bei denen Sie Ihr Fahrzeug möglichst elegant durch eine mit Pylonen abgesteckte Slalomstrecke bewegen sollen. Vor jedem Rennen können Sie die angestrebte Medaille vorgeben, was sich direkt auf den Schwierigkeitsgrad auswirkt. Gemein: Das Programm hält sich immer an die Vorgabe. Beispiel: Sie wählen die Goldmedaille, schaffen aber einen perfekten Turn, der ausreichend Punkte für eine Platin-Medaille hergibt. Natürlich erhalten Sie dafür "nur" Gold und da Sie ehrgeizig sind, probieren Sie dieselbe Herausforderung noch 20 bis 30 Mal auf der Platinvorgabe, um die begehrte höchste Auszeichnung und damit die meisten Kudos-Punkte zu erhalten.
Hervorragendes Gameplay
Allerdings muss ein Spiel unheimlich motivieren, damit man solche Strapazen hinnimmt. PGR 2 hat in dieser Hinsicht einiges zu bieten. Je länger man spielt, umso besser gehen einem die Fahreigenschaften der unterschiedlichen Boliden in Fleisch und Blut über. Jeder Feh- ler, den man macht, passiert dann meist aus reiner Selbstüberschätzung und wird gerade bei den hohen Medaillenvorgaben prompt durch überholende Konkurrenten geahndet. Die exzellente Steuerung ermöglicht gefühlvolle Drifts und kann auf Anhieb überzeugen. Wichtig ist es aber, sich passende Bremspunkte auf den insgesamt 92 teils spektakulären Strecken zu merken. Die hohen Schwierigkeitsgrade erfordern nämlich die Einhaltung der Ideallinie, um als Sieger aus dem Rennen hervorzugehen.
Monströse Texturen
Für die Austragung der Events wurden illustre Metropolen wie Chicago, Stockholm oder Florenz ausgewählt. Insgesamt 10 Städte haben die Entwickler von Bizarre Creations aufgrund von Stadtkarten und zahlreichen Fotografien von Vor-Ort-Teams in digitale Form gebracht. Die Umgebungs-Texturen wurden direkt von den Fotografien gescannt und sind von bestechender Qualität. Dazu kommt als Bonus eine exakte Nachbildung des Nürburgrings , die aufgrund eines Original-CADs des Rennstreckenbetreibers erstellt wurde. Zu dem authentischen Drumherum gesellt sich eine höchst realistische Szenerie auf Basis ausgefeilter Licht-und-Schatten-Effekte. Der Winkel des Sonneneinfalls wird bei sämtlichen Schatten in Echtzeit berücksichtigt.
Hervorragende Modelle
Kleine, aber feine Details wie die Außenspiegel mit eigenen Schatten und nicht zu vergessen die fantastischen Spiegelungen auf den polierten Automobilen sorgen für offene Münder. Bei der Fahrzeugauswahl aus aller Herren Länder drückt sowieso jeder Autofan eine dicke Freudenträne aus dem Auge. Allein die zahlreichen Ferrari- und Porsche-Modelle lohnen den Kauf des Spiels. Wo sonst hat man schon die Möglichkeit, einen mindestens 800.000 Euro teuren Ferrari Enzo gegen die Wand zu setzen? Deutsche Autonarren freuen sich außerdem auf einen BMW M3 oder den Golf R32 unter den insgesamt 102 lizenzierten Wagen. Die Boliden wurden akribisch digitalisiert und sehen so detailliert aus, dass es einem beinahe das Herz bricht, wenn der polierte Lack an den Häuserzeilen kratzt. Das Schadensmodell stellt dabei die entstehenden Unfall-Auswirkungen dar, wirkt sich aber nicht auf das Fahrverhalten aus. Die perfekte Xbox-Live-Unterstützung ist das Tüpfelchen auf dem i und macht PGR 2 zum Must-have für Rennspiel-Freaks.
