Die Grafik vermittelt eine grandiose Atmosphäre.
Die deutschen Xbox-Fans mussten sich zwar besonders lange gedulden, bis der persische Prinz auch auf ihrer Konsole sein fesselndes Märchen zu erzählen begann, doch sollten sie sich deswegen nicht davon abhalten lassen, ihm zu lauschen. Es ist eine Geschichte von Macht und Ruhm, Habgier und Verrat, von Leid und Leidenschaft und vor allem eine Geschichte über die Zeit. Dass man mit der nicht rumspielen sollte, wird schnell deutlich, als im Laufe der Geschichte der so genannte Sand der Zeit und damit ein uralter Fluch freigesetzt wird und fast alle Bewohner des Landes in zombieartige Wesen verwandelt. Der persische Prinz und die Tochter des indischen Maharadschas bleiben davon verschont und kämpfen fortan darum, die Katastrophe wieder rückgängig zu machen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei ein magischer Dolch, der dem Prinzen nicht nur im Kampf gegen die Sandzombies unschätzbare Dienste leistet, sondern ihm vor allem die Fähigkeit verleiht, kurzfristig die Zeit zu kontrollieren ...
Wie der Vater, so der Sohn
Ubisofts Montreal-Team hat es meisterlich verstanden, den Geist des klassischen Originalspiels einzufangen, ihn in die dritte Dimension herüberzuretten und das Ganze durch zahlreiche neue Elemente zu einem originellen Spielerlebnis zu machen. Drei Faktoren machten ursprünglich den Reiz von Prince of Persia aus: cleveres Leveldesign mit unzähligen Fallen, einfache und doch spannende Schwertkämpfe und nicht zuletzt absolut wegweisende Animationen. All dies findet sich in The Sands of Time in zeitgemäßer und erweiterter Form wieder: Einstürzende Bodenplatten, Druckschalter, aus dem Boden fahrende Stachel-Fallen und nervenaufreibende Sprung- und Klettereinlagen - alles schon aus dem Original bekannt (und mehr als offensichtlich von Core Design für Tomb Raider abgekupfert). Doch die dritte Dimension und die beeindruckende Architektur der Spielwelt lassen all diese Grundelemente hier um ein Vielfaches eindrucksvoller wirken. Der "neue" Prinz ist wesentlich akrobatischer als sein Urahn und läuft auch schon mal Mauern entlang, um besonders weite Abgründe zu überqueren, oder Vorsprünge hinauf, wo ein normaler Sprung nicht ausreicht. Das Abstoßen von Wänden ist nicht nur für spektakuläre Aktionen gut, sondern will im Verlauf des Spiels auch clever genutzt werden. So kann sich der Prinz in engen Räumen von einer Wand zur nächsten katapultieren und so federnderweise nach oben gelangen. Der Clou: Sollten Sie mal einen wichtigen Sprung verhauen oder wider Erwarten nicht weit genug springen, um sich am Vorsprung festzuhalten, können Sie - genügend Sand der Zeit vorausgesetzt - die Zeit einfach per Knopfdruck zurückspulen und es noch einmal versuchen! Wirklich einfacher werden die Geschicklichkeitspassagen dadurch eigentlich nicht - beim nächsten Versuch ist die Aufgabe schließlich dieselbe wie zuvor -, doch wird durch dieses Feature Experimentierfreude geweckt. Frust kommt daher so gut wie nie auf und man kann sich praktisch immer auf die aktuellen Aufgabenstellungen konzentrieren.
