Primal

Test

Auch unter Wasser schlägt Jen zu. Auch unter Wasser schlägt Jen zu. GETRENNT ZUSCHLAGEN
Trotz all dieser Schwächen ist Primal aber auf keinen Fall ein Flop. Obwohl die Nerven manchmal arg strapaziert werden will man immer weiterspielen. Das liegt vor allem an der gelungenen Atmosphäre und der spannenden Geschichte. Die wird mit Zwischensequenzen erzählt, die für den ein oder anderen Lacher gut sind. Durch die ordentliche deutsche Synchronisation kommt die Komik auch gut rüber.
Noch mehr als das Zwerchfell wird in den Filmen aber das Auge verwöhnt. Optisch sind diese wirklich exzellent gestaltet. Die fantasievollen Umgebungen und Nebencharaktere sowie das seltsame Paar Scree und Jen könnten direkt aus einem Fantasy-Film entsprungen sein, so natürlich sind sie dargestellt. Im Spiel selbst ist die Grafik genau so gut, allerdings mit einigen Abstrichen. So wackelt die Kamera öfters und die Animationen der Protagonisten wirken manchmal etwas eintönig. Außerdem treten häufig Clipping-Fehler auf, wodurch plötzlich Stücke von undurchdringlichen Wänden für kurze Zeit verschwinden. Das alles hat aber keinen Einfluss auf das Spielgeschehen, ganz im Gegensatz zu den folgenden Kritikpunkten: Besonders anstrengend ist die Kameraführung, wenn Scree Wände hochklettert. Dann dreht sich die Perspektive um 90 Grad und im selben Moment passt sich die Steuerung der Perspektive an. Dadurch klettert man immer erst mal in die falsche Richtung. Etwas weniger schlimm sind die eigentlich coolen Animationen, die aber zu viel Zeit kosten. Wenn Jen sich in einen Dämonen verwandelt, Energie von Scree abzieht oder wenn einer von beiden eine Tür öffnen will, dauert das immer scheinbar endlose Sekunden, in denen man gar nichts tun kann.
Insgesamt hat Primal viele gute Ansätze, aus denen die Entwickler mehr hätten machen können. Dass man zwischen zwei Charakteren wechseln kann, die sich unterschiedlich ins Spiel einbringen, ist eine sehr gute Idee. Allerdings ist man viel zu eingeschränkt bei diesem Wechsel. Und manchmal kann er sogar zum Frust werden. Jen zieht etwa ihre Lebensenergie aus Scree, dieser aus den erledigten Gegnern. Nach einem aufreibenden Kampf lädt man also erst Jens Energie auf, schaltet auf Scree, holt sich die Kraft der rumliegenden Leichen und geht zurück zu Jen, um weiterzukämpfen. Diese kleinen unbedachten Makel im Spieldesign summieren sich, so dass aus einem viel versprechenden Hit doch "nur" ein gutes Action-Adventure geworden ist.

Wertung zu Primal (PS2)

Wertung:

80 /10

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