Dass gute Videospiele Liebe fürs Detail brauchen, wissen auch die Pokémon-Entwickler und sind daher stets bemüht, neue, phantasievolle Wesen zu kreieren. Pokémon-Experte Wenlok Holmes aus dem PokéWiki analysiert für euch, was die Designer sich bei Exemplaren wie dem Glücksbringer Chaneira oder Arceus, dem Schöpferwesen der Pokémon, gedacht haben und erklärt euch, warum diese Pokémon sind, wie sie sind.
Arceus – Schöpfer des Universums und der Pokémon
Quelle: The Pokémon Company
Arceus ist A und O, Anfang und Ende des Pokémon-Universums.
Mit ihrer sagenhaften Macht haben in der Mythologie schon viele Götter die Welt erschaffen und vermutlich noch mehr haben sie auch wieder vernichtet. Da ist es klar, dass der Schöpfergott der Taschenmonster, Arceus, sich ähnlich eindrucksvoll präsentieren muss wie der Blitze schleudernde Zeus oder der Kriegsfürst Odin mit seiner walhallanischen Wikingerarmee. Grund genug für die Spielentwickler, Arceus zum "stärksten" aller Pokémon zu machen – zumindest, wenn man seine Statuswerte ansieht: Mit einer Basis von 120 für jeden Wert (zum Vergleich: Simsalas Spezialangriff liegt bei 135) besticht das "Alpha"-Pokémon in jeder Hinsicht.
Eindrucksvoll bleibt es auch bei einem Blick auf die Attacken: Arceus kontrolliert mit Erdanziehung die Gravitation, erreicht mittels Turbotempo unglaubliche Geschwindigkeiten, kann mit Seher die Zukunft vorhersagen und lässt beim Einsatz von Erdkräfte den Erdboden beben und Feuer spucken – wie es sich für den Herrscher des Universums eben gehört. Philosophischer wird es hingegen bei Arceus' Fähigkeit Variabilität: Als Erschaffer des Alls ist Arceus in allem und alles ist in ihm – genauso die 17 Typen, von denen Arceus jeden mit Hilfe einer Schrifttafel annehmen kann. Diese wiederum sind im Übrigen eine Anspielung auf die Schrifttafeln, die Moses von Gott erhalten hat, um seinem Volk die zehn Gebote zu verkünden. Biblisch geht es dann auch weiter mit der Spezialattacke Urteilskraft: Sie spielt auf das Jüngste Gericht an, den Weltuntergang in der Bibel, und macht Arceus damit nicht nur zum Anfang des Pokémonuniversums, sondern auch zu dessen Ende. Eine bedeutende Rolle, die ihm sogar eine Erwähnung in der Arzt-Serie "Dr. House" verschafft hat, bei der der mürrische Fernsehdoktor seinem Team verkündet, es sei jenes Taschenmonster gewesen, welches das Universum mit drei Aggregatszuständen erschaffen hätte. Betrachtet man nun Arceus' erste drei Schöpfungen und ihre Typen – Dialga (Stahl/Drache), Palkia (Wasser/Drache) und Giratina (Geist/Drache) – könnte er sogar recht haben.
