BILD: N-ZONE
So sind (jedenfalls außerhalb der Kämpfe) subtile Perspektiv-Effekte möglich, die es so bisher noch in keinem Spiel gegeben hat. Doch was sich recht spannend anhört, ließ sich leider nicht gerade ideal auf den DS umsetzen. Durch dessen geringe Bildauflösung muss man ständiges Flimmern beim Laufen ebenso in Kauf nehmen wie unschöne Pixel-Verzerrungen der Figuren im Vordergrund. So gut die Idee auch war, klassische Game-Boy-Optik wäre im Endeffekt wohl die bessere Wahl gewesen. Darin hätten die gelegentlichen 3D-Effekte wie sanft aufschwingende Türen, plätschernde Springbrunnen oder rotierende Weltkugeln gleich viel schöner gewirkt. Die japanische Version enthält außerdem einen absolut unverzeihlichen Grafikfehler: Die Pixelreihen an den vier Bildschirm-Rändern werden allesamt fehlerhaft dargestellt.
Die Touchscreen-Einbindung ist hingegen routiniert umgesetzt, aber letztlich sehr unpraktisch. Den Touchscreen zum Auswählen von Attacken oder Items im Kampf zu nutzen oder mit ihm die Seiten eines Pokédex-Eintrages umzublättern, dauert jedenfalls deutlich länger als der Einsatz von Knöpfen und Steuerkreuz. Zumal man seine Spielfigur ohnehin nur damit steuern kann. Die Glanzstunde des Touchscreens kommt hingegen, wenn der Spieler seine Pokétch erhält - das erste wirklich neue Element im Spiel.
Keine Zeit! Keine Zeit!
BILD: N-ZONE
Erstmals seit der Gold/Silber/Crystal-Ära auf dem Game Boy Color kehrt die Zeit wieder als zentrales Spielelement zurück. Zwar enthielten auch Rubin, Saphir und Smaragd zeitabhängige Elemente wie das Wachstum der Beeren, aber erst mit Pearl und Diamond wirkt sich die reale Zeit wieder direkt auf die gesamte Spielwelt aus.
Bestimmte Pokémon tauchen nur nachts auf, andere Ereignisse finden nur tagsüber statt. Beeren, die ein paar Tage brauchen, um zu voller Reife zu kommen, gibt es natürlich ebenfalls wieder. Und selbstverständlich korrespondiert die gesamte Spieloptik mit der aktuellen Tageszeit - tagsüber ist Shin'ô sonnendurchflutet, in dunklen Nächten erhellen nur die beleuchteten Fenster die Stadt. So ganz hat der Realismus bei Nintendo aber noch nicht Einzug gehalten: Noch immer laufen dieselben Personen 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag an derselben Stelle herum, ohne müde zu werden.
Aber zurück zur Pokétch. Bei dieser neuen Spielerei für alle Pokémon-Trainer handelt es sich um eine Hightech-Armbanduhr (Daher der Name: Pokémon Watch), die weit mehr kann, als nur die aktuelle Tageszeit zu vermitteln. Im Laufe des Spieles sammelt ihr immer neue Updates für den Mini-Computer ein. So ermöglicht es die Pokétch auch, einen schnellen Blick aufs Team oder Pokémon in der Aufzuchtstation zu werfen oder eure Schritte zu zählen - und ein Taschenrechner ist auch noch dabei. Klingt überflüssig, erweist sich aber schnell als nützlich. Ein kurzes Durchrechnen, ob ein bestimmtes Item effektiv ist, wird so ebenfalls vereinfacht wie das Ausbrüten von Pokémon-Eiern - was ja bekanntlich von den gegangenen Schritten der Spielfigur abhängt.
