Planet Coaster 2 ist ein toller Baukasten mit markanten Problemen - Test!

Test Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Planet Coaster 2 ist ein toller Baukasten mit markanten Problemen - Test!
Quelle: Frontier Developments

Freizeitpark-Vergnügen mit Kreativoptionen oder mühsamer Baukasten mit Handling-Chaos? Die Wahrheit liegt bei Planet Coaster 2 irgendwo dazwischen.

Um die Gebäude mit Energie zu versorgen, bauen wir entweder Generatoren oder Solarpanels sowie entsprechende Verteiler und ziehen Leitungen. Das System ist vergleichsweise simpel, jedoch recht zeitintensiv. Denn auch Generatoren und Pumpen gehen mit der Zeit kaputt und müssen entsprechend ersetzt oder gewartet werden.

Schöner ist besser

Beim Bau neuer Attraktionen legen wir die Position von Ausgang und Eingang fest. Das überarbeitete Wegebau-Tool leistet insgesamt gute Arbeit. Zuerst klicken wir auf den Startpunkt, dann auf das Ziel - und in der Regel sollte der Weg dann automatisch angelegt werden. Im Test gab es hier nur selten Schwierigkeiten.

Wenn, dann hingen sie meist mit Höhenunterschieden im Terrain oder unglücklich gewählten Startpunkten zusammen. Zum Glück lassen sich Gebäude auf Tastendruck verschieben und Wege löschen. Außerdem haben wir die Möglichkeit, unsere Straßen selbst zu konfigurieren. So legen wir beispielsweise die Breite fest und bestimmen damit, wie viele Computermenschen gleichzeitig auf ihnen flanieren können.

Pool mit Park rundherum Quelle: Frontier Developments Die Bewertung und damit die Attraktivität unseres Parks hängen nicht nur von der Masse an Fahrgeschäften und Achterbahnen ab. Wir können das Gelände auch mit Szenerieobjekten ausstatten und so dem Ganzen eine persönliche Note verleihen. Zu den vorgefertigten Deko-Objekten gehören zum Beispiel Wikinger- und Aquatic-Teile. Mithilfe der umfangreichen Editoren basteln wir aber auch frei eigene Gegenstände. Alternativ laden wir Community-Objekte direkt aus dem Frontier Workshop.

Komplex, aber auch sehr fummelig

In Planet Coaster 2 greifen wir aber nicht nur auf bestehende Fahrgeschäfte zurück, sondern dürfen dank vielfältiger Baukastensysteme auch selbst Hand anlegen. So basteln wir beispielsweise Achterbahnen, Wasserrutschen und sogar Poolanlagen. Den kreativen Möglichkeiten sind hier fast keine Grenzen gesetzt, allerdings machte uns die Steuerung im Test immer wieder das Leben schwer.

Vor allem beim Bau von Achterbahnen und Rutschen traten Probleme auf: Das Einstellen von Kurven- und Neigungswinkeln erweist sich als Geduldsprobe und erfordert höchste Präzision. Wenn wir beim Bauen die Maus auch nur ein bisschen zu weit bewegen, verändern wir schon die Parameter.

Mit dem Gamepad ist dieses Unterfangen noch etwas fummeliger. Störend fällt dabei auch die wackelige Kameraperspektive auf. Nicht selten fährt die Ansicht wild umher oder springt sogar in andere Objekte hinein. Beim Bauen den Überblick zu behalten und nicht die Nerven zu verlieren, ist gerade in den ersten Spielstunden eine echte Herkulesaufgabe.

Park bei Nacht Quelle: Frontier Developments Mit dem ersten Konzept einer selbstgebauten Achterbahn und Rutschen ist es nämlich meist nicht getan. Danach testen wir das neue Gefährt und finden so etwa heraus, ob die Gondeln nicht auf halber Strecke stecken bleiben. Auch das Reparieren und Zusammenbauen erfordert viel Zeit und Fingerfertigkeit. Aber keine Sorge, Planet Coaster 2 ist nicht nur Frust.

Das Spiel bietet auch Hilfsfunktionen und so schrauben wir lose Schienen per Tastendruck zusammen oder montieren vorgefertigte Spezialteile wie Loopings und Schrauben im Handumdrehen. Und wenn der eigenhändig aus dem Boden gestampfte Höllenritt erst einmal läuft, stellt sich auch ein wohliges Gefühl der Befriedigung ein. Wer für diese Strapazen aber keine Geduld hat, kann natürlich auch auf vorgefertigte Modelle oder hochgeladene Community-Bahnen zurückgreifen.

Als deutlich einfacher erweist sich dagegen die Gestaltung der Pools. Wir stanzen ihre Form aus der Spielwelt aus und bearbeiten sie dann mit weiteren Werkzeugen. Hier gefallen uns die Erweiterungsmöglichkeiten sehr gut: Wir platzieren Sprungbretter und Liegestühle oder engagieren einen Bademeister, der von seinem Stuhl aus nach dem Rechten sieht.

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