Pixeljunk Eden 2 im Test: Tolle Fortsetzung für Nintendo Switch
Test
Ein kleines, aber feines Indie-Spiel bekommt eine wohlverdiente Fortsetzung für die Nintendo Switch, und die kann dankenswerterwerterweise ebenfalls überzeugen. Was hinter dem farbenfrohen Pixeljunk Eden 2 steckt, verrät unser Test.
Pixeljunk Eden erschien 2008 für PC und PS3, wer also nur auf Nintendo-Konsolen unterwegs, hat das Indie-Game vermutlich damals verpasst. Macht aber nichts, denn erstens benötigt ihr keinerlei Vorkenntnisse, zweitens ist Pixeljunk Eden 2 dem Vorgänger sehr ähnlich, mal davon abgesehen, dass einiges verbessert und der Umfang deutlich erweitert wurde. Eine klassische Story hinter dem optisch und akustisch eindrucksvollen Indie-Spiel gibt es nicht.
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Ihr verkörpert verschiedene Grimps - das sind Kleinstlebewesen, die an seidenen Fäden schwingen. Euer Ziel ist es, sogenannte Spectra einzusammeln. Das sind leuchtende Blütenembleme, die in den psychedelischen Welten versteckt sind.
Um sie zu erreichen, müsst ihr Samenkapseln zum Keimen bringen, denn nur so könnt ihr von Pflanze zu Pflanze schwingen. Das Wachstum der Sprösslinge löst ihr aus, indem ihr herumschwebende Pollenkapseln per Berührung zum Platzen bringt.
Es darf gesponnen werden
Quelle: PC Games
Dank Spezialgewürz habt ihr die Chance, alle Pollenkapseln im Bild gleichzeitig zu zerstören. Die Pollen lassen wiederum Samenkapseln wachsen.
Das geschieht am einfachsten und elegantesten, indem ihr euren seidenen Faden am nächsten Gewächs festpinnt und dann Runden um euch selbst dreht - je mehr Kapseln ihr erwischt, desto höher der Pollenertrag. Allerdings reißt die Seide nach einigen Umrundungen, und ihr müsst aufpassen, nicht herunterzufallen. Das bedeutet zwar kein Game Over, allerdings kostet es wertvolle Zeit, sich wieder oben absetzen zu lassen. Das Zeitlimit zum Abschließen des Levels - die Welten werden im Spiel Gärten genannt - lässt sich aber an den großzügig verteilten Checkpoints komplett auffrischen, sodass Pixeljunk Eden 2 si ch nicht stressig und frustrierend anfühlt. Das würde auch nicht zum Spielkonzept passen, das euch mit der abstrakten Optik und den sphärischen, elektronischen Klängen in ein fremdes, aber faszinierendes Universum entführt.
Schwingen und springen
Quelle: PC Games
Manchmal ist es gar nicht so einfach, den Überblick bei all den Effekten,
Pollenkapseln, Pflanzen und dem Hintergrund zu bewahren.
Die Steuerung der Grimps ist zunächst ungewohnt. Bei Betätigung des linken Sticks fängt das Tierchen an, am befestigen Seidenfaden herumzuschwingen - vorausgesetzt, es steht auf einer Pflanze, auf steinernem Boden können Grimps ihre Fäden nicht spinnen. Drückt ihr den Stick noch einmal, löst sich der Faden und ihr fliegt in die gewählte Richtung. Drückt ihr den A-Knopf, schwebt der Grimp kurz in der Luft, sammelt so die in der Nähe befindlichen Pollen um sich und kann dann ein weiteres Mal springen. Diese Art der Kontrolle ist einzigartig, aber nicht unintuitiv. Nach ein bisschen Herumprobieren habt ihr den Dreh schnell raus und hüpft von Grashalm zu Grashalm wie Weltmeister. Nach und nach kommen in Form von Spezialgewürzen und den Fähigkeiten der verschiedenen Grimps neue Nuancen zum Spielprinzip hinzu. Der Seidenfaden des Maler-Grimp etwa wird länger, je mehr Pollen er beim Schwingen berührt.
Quelle: PC Games
Bei den meisten Gärten wechseln die Farben während eures Ausfluges.
Hier etwa reicht das Farbspektrum von Blau (im Bild) zu Gelb.
Die Gewürze hingegen bekommt ihr als Belohnungen für die Keimung von Samenzellen, das Einsammeln von Kristallen und Spectra-Blüten. In jeden Garten könnt ihr drei Gewürze mitnehmen, die euch für dieses Level mit netten Boni versorgen, etwa mit einem weiteren Sprung. Außerdem steigt ihr im Spielverlauf im Level auf und schaltet so neue Grimps und Gärten frei. Grundlegend ändert sich aber dennoch nichts an dem, was ihr tut, es gibt auch keinen Ansporn, irgendwelche Highscores zu knacken. So ist Pixeljunk Eden 2, genau wie der Vorgänger, eine Art meditative Unterhaltung, bei der man schnell in einen Flow-Zustand gerät, also Zeit und Umgebung ausblendet, weil man gerade so schön viele Pollenkapseln geöffnet hat. Eben jene Stärke des Spiels ist aber auch die Schwäche, denn diese Art von Unterhaltung muss man mögen, zumal die Optik zwar wirklich hübsch, aber dennoch sehr experimentell ist und dem einen oder anderen vielleicht zu exotisch ausfällt.
Ohrenschmaus
Das gleiche gilt für die Trance-Musik, fernab vom Billig-Techno auf dem Jahrmarkt. Einen Vorwurf kann man Pixeljunk Eden 2 allerdings auch fernab jeder Geschmacksfrage machen, nämlich, dass sich der Titel nur marginal vom Original unterscheidet. Ja, alles ist besser in der Fortsetzung, aber eigentlich ist das Ergebnis eher Pixelkjunk Eden 1.5. Solltet ihr aber bislang noch keine Begegnung mit einem Grimp gehabt haben, ist dieser Kritikpunkt aber zum Glück gar nicht von Belang.
Pixeljunk Eden 2 ist derzeit noch exklusiv für Nintendo Switch erhältlich.