Unter die Erde
Shigeru Miyamoto, der Schöpfer der niedlichen Pflanzen-wesen, hat sich für seine kleinen Lieblinge jede Menge neue Landschaften ausgedacht. Insgesamt gibt es vier Hauptgebiete, in denen Olimar und Louie landen können, um auf Itemjagd zu gehen. Doch noch viel toller ist es, sich in die weitläufigen Höhlen zu begeben. Dort geht der Spaß erst richtig los. Bevor man jedoch in einen der Erdhaufen hineinspringt, die wie Maulwurfshügel aussehen, sollte man sich eine passende Pikmin-Armee zusammenstellen. Sind Captain Olimar und sein Genosse Louie nämlich erst einmal abgetaucht, können keine neuen Pikmin gezüchtet werden, bis sie wieder die Oberfläche erreichen - und das kann bei den Gefahren, die in den dunklen Tiefen lauern, manchmal ganz schön kritisch werden. Noch mehr Würze kommt durch die Zufallsgenerierung der Höhlenlandschaften ins Spiel. Denn dadurch findet man immer wieder neue Höhlen vor, auch wenn man den gleichen Level und die gleiche Landschaft erneut erkundet. Da nicht alle Pikmin-Arten von Anfang an verfügbar sind, ist es ohnehin nötig, öfter mal in Regionen vorbeizuschauen, die man schon einmal besucht hat. Mit neuen, andersfarbigen Pikmin gilt es dann wieder neue Areale zu erobern.
Verbesserte Upgrades
Genial sind bei Pikmin 2 die verbesserten Zusatzfeatures. Zum Beispiel gibt es ein wunderbares Upgrade für Captain Olimar. Normalerweise muss dieser ja jedes Pikmin, das er gezüchtet und gepflanzt hat, einzeln aus der Erde ziehen. Das Upgrade in Form einer verbesserten Pfeife ermöglicht es ihm nun, alle neu gepflanzten Pikmin auf einmal aus der Erde zu locken, ohne überhaupt Hand anlegen zu müssen. Außerdem wachsen manchmal ganz spezielle Beeren an Blumen auf der Oberfläche, die ihr ebenfalls einsammeln solltet, da sie Sonderaktionen ermöglichen.
Bunt und besser
Sowohl grafisch als auch technisch kann Pikmin 2 seinem Vorläufer den Rang ablaufen. Das Wasser sieht unglaublich echt aus. Die dargestellten Gegenstände wurden zum Teil geradezu fotorealistisch umgesetzt. Die Blumen und deren Blätter wehen sanft im Wind und fallen mit dem passenden Geräusch zu Boden. Neigt sich der Tag dem Ende zu, so ändern sich dementsprechend auch die Lichtverhältnisse. Pikmin 2 gewinnt immens durch die Tatsache, dass es in diesem Teil kein Zeitlimit mehr gibt. Es erfolgt lediglich ein Tagescountdown, der aber keinen großen Druck ausübt, weil man am nächsten Tag wieder zum selben Ort zurückkehren kann. Wenn also dieser Countdown beginnt - was übrigens nur an der Oberfläche passieren kann -, sollte man schleunigst damit beginnen, alle Pikmin einzusammeln bzw. zusammenzupfeifen. Wenn der Countdown vorbei ist, verlassen Olimar, Louie und die pflanzlichen Helfer über Nacht die Planetenoberfläche. Dabei fliegen nur die Pikmin mit, die nicht vergessen wurden. Die "ungepflückten" sind am nächsten Tag noch da und warten geduldig darauf, dass sie jemand abholt. Allerdings ist es nicht weiter tragisch, wenn ein Item oder ein unbesiegter Gegner zurückgelassen wird, denn eine erneute Landung in derselben Landschaft ist jederzeit möglich, um das Versäumte ganz einfach nachzuholen.
Insgesamt merkt man deutlich, wie viel Mühe und Liebe zum Detail in Pikmin 2 stecken. Hat man das Spiel erst einmal im Einzelspieler-Modus durch, bietet die Mehrspieler-Variante eine nette Abwechslung. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieser Titel durchaus das Zeug zum absoluten GameCube-Kult-Klassiker wird.
