Die wohl größten Marketing-Fails der Spiele-Industrie - John Romero und sein Baby Daikatana

Special Max Falkenstern
Voll in die Hose gegangen: Die wohl größten Marketing-Fails der Spiele-Industrie (4)
Quelle: Foto-Quellen v. l. n. r.: Eidos, Gametrailers.com, Sony - Montage: PC Games

Der Gamesmarkt ist ein hartes Pflaster. Im Wettbewerb um die Gunst der Spieler ziehen Entwickler und Publisher mit immer größer werdenden Marketingbudgets zu Felde. Einige Werbekampagnen verfehlen allerdings ihre Wirkung, schlimmer noch: Sie gehen unerwartet nach hinten los. Wir lassen heute die wohl größten Marketing-Fails der Spiele-Branche Revue passieren.

John Romero's about to make you his bitch!

Vor der Jahrtausendwende befand sich Entwickler John Romero auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Der US-Amerikaner gehört zu den Gründern der legendären Shooter-Schmiede id Software und hat an Meisterwerken wie Doom und Quake mitgearbeitet. Der Erfolg scheint im offensichtlich zu Kopf gestiegen zu sein. Nachdem er zusammen mit seinem id-Freund Tom Hall sein eigenes Entwicklerstudio namens Ion Storm gründete, bezog er im JPMorgan Chase Tower in Dallas ein riesiges Büro und ließ dort den Fußboden mit feinstem Marmor ausschmücken.

Sein erstes Projekt sollte der Ego-Shooter Daikatana werden. Von sich selbst vollkommen überzeugt, spuckte Romero im Vorfeld große Töne versprach nichts weiter als eine Revolution. Pressevertreter schenkten ihm Glauben, denn die ersten Konzeptzeichnungen und Screenshots sahen einfach umwerfend aus und gaben keinen Grund zum Zweifeln. Das positive Medienecho dürfte Romero wohl endgültig den Verstand vernebelt haben. Der Entwickler setzte sich wie in Rockstar ins Szene und ließ anlässlich der bevorstehenden Veröffentlichung von Daikatana eine beispiellose Marketingkampagne vom Stapel - eine Aktion, die er später bereuen sollte.

Ion Storm buchte in diversen Magazinen Werbeseiten. Auf einem roten Hintergrund prangte der Slogan "John Romero's about to make you his bitch. Suck it down." Neben dem Titel fanden sich nur noch Logos von Ion Storm und Eidos auf der Seite, jedoch kein Hinweis auf das geworbene Spiel. Der Spott, der über Romero nach diesem Egotrip hereinbrach, hätte sich vermutlich in Grenzen gehalten, wenn sein Spiel den hohen Erwartungen standgehalten hätte. Daikatana entpuppte sich allerdings als Mega-Flop, Journalisten gaben teilweise vernichtende Kritik ab. Romero entschuldige sich später für sein Verhalten, doch für seine Karriere war es da schon zu spät.

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