Palworld 1.0 bietet mehr Inhalte und eine bessere Spielwelt, schöpft sein Potenzial aber noch nicht vollständig aus. Für wen sich das Spiel lohnt.
Wer nun aber von einem großen Anwesen auf dem offenen Meer träumt, muss leider weiterträumen. Basen können weiterhin nur an Land nach eigener Vorliebe gebaut werden. Egal ob Holz, Stein, Glas oder ein anderes Material - selbst Farben können individuell ausgewählt werden. Einziger Knackpunkt: Der Lagerradius ist weiterhin begrenzt. Wer also groß denkt, muss sich an New York orientieren und seinen eigenen Wolkenkratzer bauen.
Doof nur, dass das einige Pals ganz und gar nicht mögen. Zumindest haben wir sie nie Treppen steigen sehen, auch wenn nach unseren Reisen trotzdem auf mysteriöse Weise Items in unseren Truhen auftauchten und einige Arbeiten getan waren. Da hat jemand wohl kräftig an den Animationen und an der Leistung gespart.
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Fakt ist: Wenn alles so läuft, wie es soll, ist das ein gutes Gefühl und bringt merklichen Fortschritt. Nervig wird es aber dann, wenn die Planung wegen eines faulen Pals versagt und man sich selbst die Hände schmutzig machen darf. Besonders, wenn man irgendwann mehrere Basen hat und dann nur noch damit beschäftigt ist, zu prüfen, ob denn auch alle fleißig malochen.
Die Spielwelt lässt Potenzial liegen
Die Spielwelt von Palworld ist groß. Verschiedene Biome mit eigenen Pals laden zunächst zum Erkunden ein, bis man dann feststellt, dass auch mit der 1.0 weiterhin größere Points of Interest ausbleiben. Stellenweise locken Höhleneingänge zum Erkunden kleinerer Dungeons. Die Karte ist gespickt mit Raids und Bosskämpfen in Türmen, wurde mittlerweile aber auch um neue Türme erweitert, die wir einnehmen und durch die wir einen besseren Blick über die Welt und einen Schnellreisepunkt bekommen. Einige andere bergen kleine Rätselaufgaben, die bei erfolgreichem Lösen Bauteile droppen. Da hat man sich also wieder mal an anderen Spielen des Genres bedient.
Quelle: PC Games
Leider ist die Spielwelt auch in der Vollversion stellenweise leer und langweilig.
Und auch wenn mittlerweile deutlich mehr Quests verfügbar sind, Dörfer und Städte integriert wurden und es neue Basen gibt, die man zu Klump ballern kann - so richtig viel zu tun gibt es immer noch nicht. Die Dialoge sind weiterhin belanglos und enden höchstens in irgendwelchen Fetch-Quests oder Kopfgeldaufträgen.
Die Gebiete zwischen den einzelnen Dörfern sind weiterhin karg und werden nur durch Ressourcenspots und neue Pals aufgelockert. Diese Spots wirken aber oft so, als hätte man mit einem Dartpfeil auf die Karte geworfen und dann an den Einschlägen Ressourcen platziert. Ein gescheites System lässt sich nicht erkennen.
Um die Wege zu verkürzen, wurden neue Schnellreisetürme und -statuen platziert. Während die in der Early-Access-Fassung noch eher rar gesät waren, werden wir jetzt gnadenlos damit zugestellt.
Ganz nett sind immerhin die neuen Naturschutzgebiete, die zuvor nur hässliche Metallkonstruktionen auf dem Meer waren. Mittlerweile sind das echte Reservoirs geworden, die uns langfristig aber nicht vom Hocker hauen konnten. Beim ersten Besuch haben wir uns aber immerhin gefreut, ein sehr schön gestaltetes Gebiet besuchen zu können.
Quelle: PC Games
An anderen Orten zeigt sich die Schönheit der Welt im Anime-Look.
Da hat sich das Spiel ohnehin sehr positiv entwickelt. Palworld sieht deutlich besser aus als noch im Early Access. Was dennoch bleibt, ist ein Anime-Look, der nicht jedem gefallen wird. Hätte uns jemand vor ein paar Jahren gesagt, dass das Fortnite ist, hätten wir das wohl auch geglaubt.
Palworld will mit seinem kunterbunten Look aber auch keine Hardcore-Survival-Spieler abholen. Es richtet sich eher an all die Pokémon-Fans von damals, die sich sehnsüchtig ein Open-World-Spiel mit kleinen Monstern wünschen. Oder an Sadisten, die drauf stehen, kleine putzige Monster zu versklaven und für ihre Kriegsmaschinerie auszubeuten.
An wen es sich nicht richtet, das sind all die Menschen, die sich lieber in umfangreiche Abenteuer oder Realismus stürzen. Auch wenn es auf dem Papier das gleiche Genre ist, schwimmt Palworld nicht unbedingt im gleichen Wasser wie Enshrouded, The Forest oder Valheim.
Ein Spiel für Liebhaber
Was genau möchte Palworld denn nun sein? Das ist auch mit dem Release der 1.0-Fassung schwer zu sagen. Palworld bringt Shooter, Crafting, Survival, Taming, Sammeln und haufenweise weitere Elemente in einem Spiel unter. Das Ergebnis ist "Pocketpairs Monster der erfolgreichen Spielmechaniken". Das macht am Ende aber noch kein gutes Spiel aus.
Quelle: PC Games
Türme, die erobert werden und uns einen Überblick verschaffen ... das kennen wir doch irgendwo her.
Seit dem Early-Access-Start hat sich viel getan - das erwarten wir aber auch. Schaut man konkret auf die Vollversion, fehlt es einfach noch an einigen Ecken und Enden an Inhalt. Palworld bietet eine große Sandbox, die durch den Lagerradius und immer gleich aufgebaute Welten eingeschränkt wird. Gleichzeitig sind die neuen Story- und Quest-Aspekte einfach zu flach und belanglos. Der echte Kern und der Wiederspielwert ergeben sich aus dem Fangen und Sammeln der Pals sowie der Basisoptimierung.
Meinung
Palworld macht dennoch Spaß, besonders mit Freunden oder wenn man ein bisschen an den Multiplikatoren herumspielt. Doch irgendwann stellt man sich als Spieler die Frage: Was mache ich als Nächstes? Und darauf weiß Palworld nicht allzu viele, geschweige denn gute Antworten zu geben.
Wer nach der Arbeit den Kopf für ein paar Stunden freibekommen und nicht gnadenlos von Story und Gameplay überfordert sein möchte, wird viel Spaß haben. Wer sich stundenlang in einer spannenden Erzählung voller Entdeckergeist verlieren möchte, sollte sich dann doch lieber nach anderen Vertretern des Survival-Genres umschauen.
