PCG Garage: MotoGP 26, RIDE 6 und Co. - Körperverlagerung, Motorrad-Know-How und Frust

Special Michael Grünwald
PCG Garage: MotoGP 26, RIDE 6 und Co. - Körperverlagerung, Motorrad-Know-How und Frust
Quelle: Milestone

Es geht in der PCG Garage aber auch um andere Schwierigkeiten von Motorrad-Simulationen. Das Frustpotenzial ist durch bestimmte Faktoren äußerst hoch.

Ein Fremdkörper

Zur perfekten Umsetzung gehört eben auch die Körperverlagerung auf den jeweiligen Motorrädern und die lässt sich nicht simulieren. Ein Bike steuert sich nicht nur mit Lenker, sondern auch durch das Neigen des Körpers auf eine bestimmte Seite.

Wer schon einmal ein Rennen der Superbike-WM oder der MotoGP gesehen hat, oder vielleicht einfach selbst auf einem Roller, Moped oder Motorrad unterwegs ist, der weiß, dass Gewichtsverlagerungen die Kurvenfahrten deutlich vereinfachen.

Auch die allgemeine Haltung spielt eine wichtige Rolle. Je professioneller ich unterwegs bin, desto wichtiger wird auch der Einsatz von Knien und Ellbogen. Rennfahrer neigen ihr Bike so weit, dass sowohl Knie- als auch Ellbogenschoner am Boden schleifen. Vor allem junge Piloten haben einen extremen Fahrstil mit einem niedrigen Körperschwerpunkt.

Es gibt im Motorradsport unterschiedliche Fahrstile, doch vor dem heimischen Bildschirm ist das aufgrund fehlender Hardware egal. Quelle: PC Games Es gibt im Motorradsport unterschiedliche Fahrstile, doch vor dem heimischen Bildschirm ist das aufgrund fehlender Hardware egal. Solche Dinge lassen sich schlichtweg nicht simulieren und dadurch verlieren Motorradspiele ihre Immersion. Bei Fahrzeug-Simulationen fehlen mir zuhause im Rig oder am Lenkrad lediglich die Fliehkräfte; bin ich auf einem virtuellen Zweirad unterwegs, muss ich etliche Abstriche machen.

Fehlendes Know-How und Frustpotenzial

Ein weiterer Punkt, den man nicht unterschätzen darf, ist der geringere Kenntnisstand über Motorräder. Es besitzen deutlich mehr Leute einen Führerschein für Autos und haben deswegen auch mehr Interesse an den Vehikeln.

Motorräder müssen anders abgestimmt werden, um das Optimum herauszuholen. Das Setup eines Bikes lässt sich insgesamt nicht so intuitiv wie bei einem Fahrzeug einstellen und ist für Quereinsteiger um einiges komplexer.

Das fängt schon bei den unterschiedlichen Reifenmischungen an, die über Sieg und Niederlage entscheiden und hört bei Fahrwerksanpassungen auf. Eine falsche Abstimmung kann beispielsweise dazu führen, dass mein Motorrad komplett unfahrbar wird.

Wie ein Bike abgestimmt wird, kann über Sieg und Niederlage entscheiden. Bei Rennwagen funktionieren Setup-Einstellungen jedoch intuitiver. Quelle: PC Games Wie ein Bike abgestimmt wird, kann über Sieg und Niederlage entscheiden. Bei Rennwagen funktionieren Setup-Einstellungen jedoch intuitiver. Es braucht ein gutes Zusammenspiel zwischen Setup und der Körperverlagerung. Durch fehlende Hardware und Immersion bleibt das Feedback des Bikes auf einem Gamepad aber aus. Dadurch sind Verbesserungen deutlich schwerer nachvollziehbar als auf vier Rädern.

Das kann genauso schnell frustrieren wie die Tatsache, dass Stürze auf der Tagesordnung stehen. Die hochgezüchteten Bikes sind gewaltig motorisiert, wiegen deutlich weniger als ein Rennwagen und dennoch muss ich mich an viele Besonderheiten gewöhnen.

Ziehe ich zu früh am Gashebel, bricht mein Hinterrad aus und ich werde spektakulär vom Sattel geworfen. Lehne ich mich zu stark in die Kurve, rutscht mein Vorderrad und ich liege auch am Boden. Trotz des geringen Gewichts sind Bremswege außerdem länger als in Fahrzeugen, was ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist.

Aufgrund von schmaleren Bremsscheiben sind die Bremswege auf Zweirädern trotz geringerem Gewicht deutlich länger als in F1-, GT3- oder Hypercar-Boliden. Quelle: PC Games Aufgrund von schmaleren Bremsscheiben sind die Bremswege auf Zweirädern trotz geringerem Gewicht deutlich länger als in F1-, GT3- oder Hypercar-Boliden. Stürze gehören zu Motorradrennen dazu, selbst mehrmalige Weltmeister wie Marc Marquez legen sich mehrmals in einer Saison - manchmal sogar an einem einzigen Grand-Prix-Wochenende - auf die Nase. Es geht darum, sich ans Limit zu tasten. Während F1-Piloten meistens mit einem Dreher im Training davonkommen, fliegen Motorradfahrer eben von ihrem Bike. Komplette Neulinge brauchen zunächst mehrere Stunden auf der Strecke, um sich an das Handling und Funktionen wie den richtigen Einsatz der Hinterradbremse zu gewöhnen. Das kann abschrecken und sorgt ebenfalls dafür, dass es Motorradspiele auf dem Markt nicht einfach haben.

  1. Seite 1 Einleitung und Sim-Racing-News
  2. Seite 2 Motorradspiele und fehlende Hardware
  3. Seite 3 Körperverlagerung, Motorrad-Know-How und Frust
  4. Seite 4 Geringes Budget, KI-Probleme und Fazit
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