Oninaki in der Vorschau: Mit dem Tod auf Du und Du - Update mit Vorschau-Video
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Oninaki? Gesundheit! Hinter diesem Wort verbirgt sich nicht nur das Potenzial für einen schlechten Dad Joke, sondern auch das neue Werk der Macher von I Am Setsuna und Lost Sphear. Wir waren bei Square Enix zu Besuch und konnten in das überraschend düstere Abenteuer hineinspielen. In unserer Vorschau erklären wir, worauf Rollenspiel-Fans sich freuen können.
Irgendwann müssen wir alle sterben, manche früher, manche später. Es ist dies eine unangenehme Wahrheit, mit der jeder Mensch sich irgendwann einmal auseinandersetzen muss.
Schon deprimiert? Nun, dann sei angeraten, einen großen Bogen um Oninaki (jetzt kaufen 19,00 € ) zu machen. Das beginnt nämlich damit, dass wir auf ein Elternpaar treffen, welches nicht will, dass ihr dahingeschiedener Sohn im Totenreich alleine ist. Ihre Lösung: Der Freitod. Und zwar durch unsere Hand. Als wir ihnen ihren makaberen Wunsch erfüllen, wird der Bildschirm schwarz, das Geräusch unserer Klinge ist zu hören und der Spieltitel wird eingeblendet. Zack. Das hat gesessen.
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Der Weg ins Jenseits
Quelle: PC Games
Die Kamera ist zwar nicht frei beweglich, allerdings wird die in 3D berechnete Umgebung für Kamerafahrten in Zwischensequenzen genutzt.
Oninaki. Die erste Silbe "Oni" kann (laut Internet) grob übersetzt werden mit "Dämon" oder "ruhelose Seele". Das passt, denn wenn Menschen in der Welt des Abenteuers sterben, sind sie nicht einfach weg respektive wandern automatisch ins Totenreich. Nein, sie müssen erst von sogenannten Wächtern dorthin geleitet werden. Und geschieht das nicht beziehungsweise sind die Herzen jener, die in der Welt der Lebenden zurückbleiben, zu sehr mit Trauer erfüllt, so verwandeln sie sich in unbarmherzige, Dämonen; auf ewig dazu verdammt, die noch nicht Verstorbenen anzugreifen.
Allgegenwärtiger Tod
Quelle: PC Games
Oninaki schreckt nicht vor sehr düsteren Momenten zurück. Wir können uns nicht erinnern, schon einmal in einem Spiel jemandem beim Selbstmord geholfen zu haben.
Einer dieser die Seelen leitenden Wächter sind wir. In dieser Funktion haben wir auch den trauernden Eltern ihren düsteren Wunsch erfüllt. Worauf die Handlung genau hinauslaufen wird, lässt sich noch nicht genau sagen. Sie wird aber auch uns als Individuum betreffen, sind da doch dieses seltsame Mädchen namens Linne, welches seit unserer Kindheit und offenbar nicht alternd in unseren Gedanken auftaucht; und der Nachtteufel, welcher Seelen bewusst davon abhält, ins Jenseits zu gelangen. Viele Elemente der Handlung entspringen dem JRPG-Einmaleins. So erwarten uns natürlich auch unsere beste Freundin aus Kindheitstagen, ihr gestrenger Vater und andere Figuren und Begebenheiten, die man so schon unzählige Male gesehen hat. Aber eben immer gemischt mit jeder Menge emotional extrem hartem Tobak, der die USK-16-Einstufung auch ohne drastische Gewaltdarstellung sehr nachvollziehbar macht.
Unsere erste Mission nach der Zusammenführung des verstorbenen Sohnes mit seinen Eltern führt uns auf die Suche nach einem Selbstmord-Clan und ihrem Anführer. Entgegen der Regeln der Spielwelt haben sich diese das Leben genommen; 30 ruhelose Seelen mit dem Potenzial, sich in Monster zu verwandeln und wir müssen sicherstellen, dass dies nicht passiert. Diese Verwebung von sehr realen Problemen mit Fantasy-Elementen sieht man in Spielen nicht häufig, gerade in japanischen. Die Handlung und die bedrückende Atmosphäre haben auf jeden Fall reichlich Potenzial.
Diesmal in Echtzeit
Quelle: PC Games
Das Action-Kampfsystem bringt keinerlei Innovationen mit sich, funktioniert aber gut. Vor allem der Wechsel zwischen den Daemonen sorgt für etwas Abwechslung.
Spielerisch hingegen wird klassischere, aber ebenfalls vielversprechende Kost geboten. Anstatt in einer offenen, zusammenhängenden Welt wählen wir die Orte, die wir besuchen wollen, auf einer hübsch gestalteten Übersichtskarte aus. Dort führen uns unsere unterschiedlichen Aufgaben hin, mal Haupt, mal Nebenmissionen. Gut 30 bis 40 Stunden soll es nach Entwicklerangaben dauern, die Haupthandlung durchzuspielen. Will man alles erledigen, sind es noch einmal zehn Stunden mehr. Für ein japanisches Rollenspiel ist das nicht ewig viel, aber in etwa so umfangreich wie schonI Am Setsuna und Lost Sphear zuvor, welches ebenfalls aus der Feder des Entwicklerstudios Tokyo RPG Factory stammt. Ob Oninaki wie die anderen beiden Abenteuer auch zum Budgetpreis angeboten wird, ist hingegen noch nicht bekannt. Sind wir nicht gerade in Städten unterwegs, kaufen Items oder plaudern mit NPCs, so verschlägt es uns in deutlich gefährlichere Gebiete. Monster streifen dort umher und es liegt an uns, ihren Existenzen ein Ende zu bereiten. Die rundenbasierten Gefechte der beiden geistigen Vorgänger sind Geschichte, stattdessen finden die Kämpfe genau dort statt, wo wir uns befinden und laufen völlig in Echtzeit ab. Tatsächlich sind die rein auf unsere Figuren bezogenen Aktionen stark beschränkt. Wir können lediglich einen Standardangriff ausführen oder uns mit Items heilen. Für alle anderen Aktionen benötigen wir unsere sogenannten Daemonen.
Der Daemon an meiner Seite
Quelle: PC Games
Auf Knopfdruck wechseln wir in das Reich der Toten. Dort treffen wir nicht nur auf andere und stärkere Gegner, sondern müssen auch Rätsel lösen und finden Items.
Dabei handelt es sich um spezielle Geister, von denen wir im Kampf bis zu vier mit uns führen und jederzeit zwischen ihnen wechseln können. Einerseits erhalten wir durch sie einen Ausweich-Move, der von Daemon zu Daemon anders ist. Mit dem weiblichen Geist Aisha an unserer Seite etwa können wir eine Art kurzen Sprint ausführen, während der deutlich wuchtigere Zaav es uns ermöglicht, einen Sprung zu vollführen. Was für welche Situation besser geeignet ist, hängt vor allem von den Feinden ab. Bodenwellen müssen übersprungen werden, Flächenattacken entkommt man eher mit dem Sprint. Mit weiteren Daemonen kommen zusätzliche Bewegungsmanöver hinzu. Zusätzlich beeinflusst der gewählte Daemon unsere Bewegungsgeschwindigkeit und die Waffe, die wir schwingen. Um bei den Beispielen Aisha und Zaav zu bleiben: Diese geben uns Schwerter respektive Speere an die Hand, von denen wir nach und nach in Diablo-Manier immer neue Exemplare finden können, wenn auch der Loot-Drop deutlich geringer ausfällt als in Blizzards Monsterhatz. Spätere Daemonen wie Izana und Will lassen uns dann Sensen oder Äxte schwingen.
Ebenfalls an Diablo erinnern die aus einer Auswahl an Angriffen wählbaren Attacken der gewählten Daemonen. Diese werden auf bis zu vier Buttons gelegt und dann ausgelöst, wobei sich nach Einsatz erst eine entsprechende Leiste füllen muss, bevor sie wieder verwendet werden können. Und als kleines Risk-Reward-System erwartet uns eine Leiste, die unsere Verbundenheit mit dem gewählten Daemon anzeigt unsere Angriffe kurzzeitig stärker macht, sobald sie 100 Prozent erreicht. Gehen wir über 100 hinaus, steigt die Angriffskraft sogar noch weiter, allerdings sinkt proportional dazu unser Verteidigungswert. Riskieren wir bei einem mächtigen Boss also unsere eigene Gesundheit, um dafür härter zuschlagen zu können, oder gehen wir lieber auf Nummer Sicher?
Wanderer zwischen den Welten
Quelle: PC Games
Nur ausgewählte Szenen sind vollkommen vertont, und dann nur in Japanisch. Meist wird auf leicht animierte Standbilder und Wortfetzen zurückgegriffen.
Das Kampfsystem ist wahrlich nicht sonderlich kreativ, funktioniert aber gut. Man findet schnell in die unterschiedlichen Systeme hinein und dank Loot, verschiedener Talentbäume für unsere Daemonen und anderer Anpassungsmöglichkeiten lässt sich unser Held relativ individuell gestalten. Lediglich der Ausweich-Move zehrte teilweise an unseren Nerven, da er bereits gestartete Aktionen wie Angriffe nicht unterbrechen kann und wir so feindlichen Attacken oft tatenlos zusehen müssen. Hier wäre es schön, könnten wir dynamischer reagieren. Kämpfen wir gerade nicht, erforschen wir die verschiedenen Abschnitte, öffnen Schatzkisten und mehr. Der Clou: Jedes Gebiet existiert in zwei Versionen. Als Wanderer zwischen der Welt der Lebenden und der Toten können wir jederzeit frei zwischen diesen beiden Realitäten wechseln, inklusive verschiedener Schätze und unterschiedlicher Feinde. Ratsam ist dies allerdings erst, wenn wir in jedem Areal einen besonders markierten Feind erledigt haben, der ein spezielles Portal zum Totenreich enthüllt.
Ansonsten ist diese Dimension in Schatten gehüllt und selbst schwache Widersacher erledigen uns mit nur einem Schlag. Was wie ein nettes optisches Gimmick wirkt - und es zugegebenermaßen oft genug auch ist -, hat ab und an auch mehr Bedeutung. Viele Umgebungsrätsel erfordern den geschickten Wechsel zwischen den Welten. So kann es sein, dass ein in der einen Realität verschlossenes Tor in der anderen offensteht, oder aber dass in der Welt der Toten ein Portal existiert, welches wir in der Welt der Lebenden nicht sehen können. Zumindest in der Zeit, die wir mit dem Spiel verbringen durften, ließen richtige Kopfnüsse sich noch nicht blicken. Das Potenzial für interessante Umgebungsrätsel ist aber definitiv da und wird im späteren Spielverlauf hoffentlich auch genutzt.
Farbenfrohe Traurigkeit
Quelle: PC Games
Ohne Klischees kommt auch Oninaki nicht aus. Natürlich kämpfen wir an der Seite unserer Kindheitsfreundin, natürlich wird mit allerlei Herzschmerz nicht gespart.
Einen deutlichen Schritt nach vorne im Vergleich zu I Am Setsuna und Lost Sphear machen die Entwickler hinsichtlich der Technik. Nein, ein Blockbuster-Budget stand ihnen auch diesmal definitiv nicht zur Verfügung. Wohl aber erwarten uns anstatt der hübschen, aber simplen und stilistisch von SNES-Zeiten inspirierten Welten der beiden genannten Titel deutlich aufwändiger inszenierte 3D-Areale. Die Kamera ist zwar noch immer nicht frei drehbar, doch in Zwischensequenzen und besonderen Momenten wird auch mal mit hübscheren Kamerafahrten gearbeitet. Auch der Chibi-Look der letzten beiden Titel aus dem Hause Tokyo RPG Factory ist passé. Ein realistischer Stil erwartet uns nach wie vor nicht, aber doch einer, der deutlich mehr Eigenständigkeit mit sich bringt und den Figuren mehr Details verleiht. Interessant: Prinzipiell ist Oninaki ein ziemlich farbenfrohes Abenteuer, was im krassen Gegensatz zu der düsteren, melancholischen Geschichte steht. Auch die Soundkulisse ist gelungen. Die Musikstücke, die wir zu hören bekamen, waren nicht gerade ohrwurmverdächtig, untermalten das Geschehen aber passend. Auf eine englische oder gar deutsche Synchronisation wurde verzichtet, stattdessen ertönen die Dialoge im japanischen Original. Das passt gut, zumal die Sprecher - soweit wir das beurteilen können - einen guten Job machen. Schade bloß, dass vergleichsweise wenige Momente überhaupt vertont sind. Meistens ist man auf Lesen angewiesen, dann aber freilich englischer oder deutscher Bildschirmtexte.
Alter Wein in neuen Schläuchen
Quelle: PC Games
Unsere Daemonen können wir im Rahmen relativ weitverzweigter Talentbäume nach und nach weiterentwickeln und ihnen auf diese Weise neue Fähigkeiten verpassen.
Das JRPG-Rad neu erfinden wird Oninaki eindeutig nicht. Es setzt bewährte Gameplay-Tugenden aber gut um und vermengt sie mit einer interessanten, wenn auch extrem düsteren Atmosphäre. Zudem ist es den Entwicklern hoch anzurechnen, dass sie sich nach zwei doch sehr ähnelnden Titel etwas aus ihrer Komfortzone bewegen und hier mit Oninaki neue Elemente und einen stärkeren Fokus auf Präsentation wagen. Von allen Spielen aus dem Hause Tokyo RPG Factory ist dieses hier definitiv das ambitionierteste. Übrigens: Wessen Interesse an dem Spiel geweckt wurde, der kann sich eine Demo, welche den Anfang des Abenteuers umfasst, aus dem Playstation Store laden; diese umfasst einen Teil der Demo, die auch wir im Vorfeld ausprobieren konnten. Der Spielstand lässt sich sogar übertragen, sollte man sich für den Kauf des Titels entscheiden, wenn er am 22. August erscheint.
Meinung
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Hilfe bei Suizidgedanken
Wenn Deine Gedanken kreisen und du daran denkst, dir das Leben zu nehmen, versuche mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein, müssen es aber nicht. Es kann für dich natürlich schwer sein, ausgerechnet über dieses Thema mit Menschen zu sprechen, die dir nahe stehen. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen du - auch anonym - mit anderen Menschen über deine Gedanken sprechen kannst. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.
Telefonseelsorge:
Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222. Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist kostenfrei und taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis.
Hilfe im Chat der Telefonseelsorge:
Die Anmeldung erfolgt auf der Webseite der Telefonseelsorge. Den Chatraum kannst du auch ohne vereinbarten Termin betreten, mit etwas Glück ist ein Berater frei. In jedem Fall klappt es mit einem gebuchten Termin.
https://online.telefonseelsorge.de/
Hilfe per E-Mail:
Wenn dir schreiben besser hilft, gibt es auch die E-Mail-Beratung. Auf der Seite der Telefonseelsorge meldest Du dich an, hinterlässt deine Nachrichten und liest die Antworten der Berater. So taucht der E-Mail-Verkehr nicht in deinen E-Mail-Postfächern auf.
https://www.ts-im-internet.de/
Hilfe im persönlichen Gespräch:
Wenn Du lieber persönlich mit einem anderen Menschen über deine Gedanken sprechen willst, muss das nicht unbedingt ein Arzt oder Psychologe sein. Du kannst dich selbstverständlich an Psychiater, psychiatrische Kliniken oder auch Krankenhäuser wenden. Du kannst dich aber auch an einen Pfarrer, Imam, Rabbiner oder eine andere Vertrauensperson wenden, wenn du den Weg zu einem Psychiater oder Therapeuten scheust. Ärzte unterliegen ebenso wie Psychologen der Schweigepflicht. Für Pfarrer gilt neben dem Beichtgeheimnis das Seelsorgegeheimnis, nach dem einem Seelsorger Anvertrautes als vertraulich gilt.
Bundesweit gibt es eine Vielzahl von Beratungsstellen für Menschen mit Suizidgedanken. Eine Übersicht gibt es auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.
https://www.suizidprophylaxe.de/
